Passionsblume – Wirkung, Anwendung & Dosierung
Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Unruhe, Schlafstörungen und Angstzuständen eingesetzt wird. Ihre beruhigenden Eigenschaften sind wissenschaftlich belegt.
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Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Unruhe, Schlafstörungen und Angstzuständen eingesetzt wird. Ihre beruhigenden Eigenschaften sind wissenschaftlich belegt.
Was ist die Passionsblume?
Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine aus Nordamerika stammende Kletterpflanze, die heute weltweit als Heilpflanze angebaut und genutzt wird. Bereits von indigenen Völkern Nordamerikas wurde sie zur Beruhigung und Behandlung von Schlafproblemen eingesetzt. In der modernen Phytotherapie gilt sie als eines der bekanntesten pflanzlichen Beruhigungsmittel.
Wirkstoffe und Wirkmechanismus
Die beruhigende Wirkung der Passionsblume wird auf verschiedene bioaktive Verbindungen zurückgeführt:
- Flavonoide (insbesondere Chrysin und Orientin): Diese wirken angstlösend und schlaffördernd, indem sie an GABA-Rezeptoren im Gehirn binden und so die hemmende Wirkung der Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärken.
- Alkaloide (z. B. Harman, Harmin): Tragen zur stimmungsaufhellenden Wirkung bei.
- Vitexin und Isovitexin: Flavonoide mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
Durch die Bindung an GABA-Rezeptoren wird die Aktivität des zentralen Nervensystems gedämpft, was zu einem Gefühl der Entspannung und Beruhigung führt – ähnlich wie bei synthetischen Beruhigungsmitteln, jedoch mit einem deutlich milderen Profil.
Traditionelle Anwendung
Traditionell wurde die Passionsblume in folgenden Bereichen eingesetzt:
- Beruhigung bei nervöser Unruhe und innerer Anspannung
- Förderung des Einschlafens und Verbesserung der Schlafqualität
- Linderung von Angstzuständen
- Unterstützung bei leichten Stimmungsschwankungen
Wissenschaftliche Erkenntnisse und klinische Studien
Mehrere klinische Studien haben die angstlösende und schlaffördernde Wirkung von Passionsblumenextrakt untersucht. Eine randomisierte, doppelblinde Studie zeigte, dass Passionsblumenpräparate bei generalisierten Angststörungen ähnlich wirksam sein können wie das Medikament Oxazepam, jedoch mit weniger Nebenwirkungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Weitere Studien belegen eine Verkürzung der Einschlafdauer und eine Verbesserung der Schlafqualität bei regelmäßiger Einnahme.
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Passionsblumenkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung leichter Symptome von Stress und zur Unterstützung des Schlafes anerkannt.
Anwendung und Dosierung
Passionsblumenpräparate sind in verschiedenen Formen erhältlich:
- Tee: 1–2 Teelöffel getrocknetes Kraut auf 150 ml heißes Wasser, 5–10 Minuten ziehen lassen, 2–3 Tassen täglich.
- Extrakte und Kapseln: Standardisierte Extrakte enthalten üblicherweise 2–3 % Flavonoide; typische Tagesdosen liegen bei 200–400 mg Trockenextrakt.
- Tinkturen: 1–4 ml der flüssigen Zubereitung, 3-mal täglich.
Für eine schlaffördernde Wirkung empfiehlt sich die Einnahme 30–60 Minuten vor dem Zubettgehen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Passionsblumenpräparate gelten bei bestimmungsgemäßer Anwendung als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind selten und umfassen:
- Leichte Benommenheit oder Schläfrigkeit
- Gelegentlich Übelkeit bei höheren Dosen
- In seltenen Fällen allergische Reaktionen
Folgende Personengruppen sollten die Anwendung vor der Einnahme mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen:
- Schwangere und stillende Frauen (aufgrund unzureichender Datenlage)
- Kinder unter 12 Jahren
- Personen, die Beruhigungs- oder Schlafmittel einnehmen (mögliche Wechselwirkungen)
- Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen
Wechselwirkungen
Passionsblume kann die Wirkung von sedierenden Arzneimitteln (z. B. Benzodiazepine, Antihistaminika) verstärken. Eine gleichzeitige Anwendung mit anderen zentralnervös wirksamen Substanzen sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Zudem sind mögliche Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Warfarin) beschrieben.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Community herbal monograph on Passiflora incarnata L., herba. EMA/HMPC/522194/2008.
- Akhondzadeh S. et al.: Passionflower in the treatment of generalized anxiety: a pilot double-blind randomized controlled trial with oxazepam. Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics, 2001; 26(5):363-367.
- Ngan A., Conduit R.: A double-blind, placebo-controlled investigation of the effects of Passiflora incarnata (Passionflower) herbal tea on subjective sleep quality. Phytotherapy Research, 2011; 25(8):1153-1159.
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