Narbenkeloid: Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Narbenkeloid ist eine überschießende Wucherung von Narbengewebe, die über die ursprüngliche Wundgrenze hinauswächst. Es entsteht nach Hautverletzungen und kann Juckreiz sowie Schmerzen verursachen.
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Ein Narbenkeloid ist eine überschießende Wucherung von Narbengewebe, die über die ursprüngliche Wundgrenze hinauswächst. Es entsteht nach Hautverletzungen und kann Juckreiz sowie Schmerzen verursachen.
Was ist ein Narbenkeloid?
Ein Narbenkeloid (auch kurz Keloid genannt) ist eine gutartige, aber störende Form von übermäßigem Narbengewebe, das über die Grenzen der ursprünglichen Wunde oder Verletzung hinauswächst. Im Gegensatz zu hypertrophen Narben, die sich innerhalb der Wundgrenzen bleiben, breitet sich ein Keloid in das umliegende, gesunde Gewebe aus. Keloide bestehen hauptsächlich aus ungeordneten Kollagenfasern und können sich noch Monate oder Jahre nach der Verletzung weiterentwickeln.
Ursachen
Die genaue Ursache für die Entstehung von Narbenkeloiden ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine übermäßige Aktivität von Fibroblasten (bindegewebsbildenden Zellen) während des Wundheilungsprozesses eine zentrale Rolle spielt. Bekannte auslösende Faktoren sind:
- Schnittwunden, Verbrennungen oder Operationsnarben
- Piercing oder Tätowierungen
- Aknenarben oder Windpockennarben
- Insektenstiche oder Impfnarben
- Genetische Veranlagung (familiäre Häufung)
Bestimmte Personengruppen sind stärker gefährdet: Menschen mit dunklerer Hautfarbe (afrikanische, hispanische oder asiatische Abstammung) sowie Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln Keloide häufiger.
Symptome
Narbenkeloide können sich in ihrer Erscheinung und den damit verbundenen Beschwerden stark unterscheiden. Typische Symptome umfassen:
- Glänzende, erhabene und über die Wundränder hinausreichende Narbe
- Rötliche, violette oder bräunliche Verfärbung
- Juckreiz und Brennen im betroffenen Bereich
- Druckempfindlichkeit oder Schmerzen bei Berührung
- Einschränkung der Beweglichkeit, wenn Keloide über Gelenken entstehen
Keloide treten besonders häufig an Schultern, Brust, Ohren und Wangen auf.
Diagnose
Die Diagnose eines Narbenkeloids erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung durch einen Dermatologen oder Chirurgen. Dabei wird die Narbe visuell begutachtet und ihre Geschichte (z. B. Zeitpunkt der Verletzung, Wachstumsverhalten) erfragt. In seltenen Fällen kann eine Hautbiopsie durchgeführt werden, um andere Erkrankungen wie Dermatofibrosarkome auszuschließen. Eine bildgebende Diagnostik ist in der Regel nicht erforderlich.
Behandlung
Die Behandlung von Narbenkeloiden ist oft herausfordernd und erfordert häufig mehrere Methoden in Kombination. Rückfälle nach der Behandlung sind möglich. Folgende Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung:
Konservative Behandlung
- Kortikosteroide: Injektion von Kortison direkt in das Keloid, um die Kollagenproduktion zu hemmen und das Gewebe abzuflachen. Dies ist die am häufigsten eingesetzte Erstlinientherapie.
- Silikongel oder Silikonfolien: Regelmäßige Anwendung auf der Narbe zur Feuchtigkeitsregulation und Druckausübung.
- Kompressionstherapie: Druckverbände oder spezielle Kompressionsbekleidung zur mechanischen Hemmung des Narbenwachstums.
Operative und interventionelle Behandlung
- Chirurgische Exzision: Operative Entfernung des Keloids, meist in Kombination mit anderen Therapien, da das Rückfallrisiko allein durch die Operation hoch ist.
- Kryotherapie: Einfrieren des Keloids mit flüssigem Stickstoff zur Gewebezerstörung.
- Laserbehandlung: Farbstofflaser oder CO2-Laser zur Reduktion von Rötung und Gewebevolumen.
- Strahlentherapie: Niedrigdosierte Bestrahlung unmittelbar nach operativer Entfernung zur Rückfallprophylaxe.
Neuere Ansätze
- 5-Fluorouracil (5-FU): Ein Zytostatikum, das in das Keloid injiziert wird und die Zellteilung hemmt.
- Bleomycin-Injektionen: Ein weiteres Mittel zur Hemmung der Kollagenproduktion.
Vorbeugung
Eine vollständige Vorbeugung ist bei entsprechender genetischer Veranlagung schwer möglich. Folgende Maßnahmen können das Risiko jedoch reduzieren:
- Sorgfältige und schonende Wundversorgung nach Verletzungen oder Operationen
- Frühzeitiger Einsatz von Silikonprodukten nach der Wundheilung
- Vermeidung unnötiger Hauteingriffe (Piercings, Tätowierungen) bei bekannter Keloidneigung
- Sonnenschutz auf frischen Narben, um Pigmentverschiebungen zu minimieren
Quellen
- Berman B. et al.: Keloids and Hypertrophic Scars - Pathophysiology, Classification, and Treatment. In: Dermatologic Surgery, 2012.
- Rabello F.B. et al.: Update on Hypertrophic Scar Treatment. In: Clinics (Sao Paulo), 2014; 69(8): 565-573.
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinien zur Narbenbehandlung, www.awmf.org.
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