Nierendruckmessung – Verfahren und Bedeutung
Die Nierendruckmessung erfasst den Blutdruck in den Nierengefäßen und hilft, Erkrankungen wie Nierenarterienstenose frühzeitig zu erkennen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Nierendruckmessung"
Die Nierendruckmessung erfasst den Blutdruck in den Nierengefäßen und hilft, Erkrankungen wie Nierenarterienstenose frühzeitig zu erkennen.
Was ist die Nierendruckmessung?
Die Nierendruckmessung ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem der Blutdruck innerhalb der Nierengefäße oder der Nierenarterien gemessen wird. Sie dient dazu, krankhafte Druckveränderungen im Blutkreislauf der Nieren zu erkennen, die auf Gefäßverengungen oder andere Erkrankungen der Nieren hinweisen können. Das Verfahren ist besonders relevant bei der Abklärung von schwer einstellbarem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und bei Verdacht auf eine Nierenarterienstenose (Verengung der Nierenarterie).
Anwendungsgebiete
Die Nierendruckmessung wird in verschiedenen klinischen Situationen eingesetzt:
- Abklärung einer renovaskulären Hypertonie (durch Nierengefäße verursachter Bluthochdruck)
- Verdacht auf Nierenarterienstenose
- Beurteilung vor und nach Eingriffen an den Nierenarterien (z. B. Stentimplantation oder Ballondilatation)
- Kontrolle des Therapieerfolgs nach Revaskularisierung
- Diagnostik bei chronischer Nierenerkrankung mit Blutdruckproblemen
Wie funktioniert die Nierendruckmessung?
Es gibt verschiedene Methoden zur Messung des Drucks in den Nierengefäßen:
Invasive Druckmessung (Kathetermethode)
Bei der invasiven Methode wird ein dünner Schlauch (Katheter) über die Leistenarterie bis in die Nierenarterie vorgeschoben. Über Drucksensoren am Katheterende kann der Blutdruck direkt in der Nierenarterie und unmittelbar hinter einer etwaigen Verengung gemessen werden. Diese Methode ermöglicht auch die Berechnung des sogenannten fraktionellen Flussreserve (FFR)-Wertes, der angibt, wie stark eine Stenose den Blutfluss tatsächlich beeinträchtigt.
Nicht-invasive Methoden
Ergänzend oder vorbereitend zur invasiven Messung können bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um den Blutfluss und indirekt den Druck in den Nierengefäßen zu beurteilen:
- Doppler-Sonografie der Nierenarterien: Ultraschallmessung der Blutflussgeschwindigkeit, aus der Rückschlüsse auf Druckverhältnisse gezogen werden
- CT-Angiografie oder MR-Angiografie: Bildgebende Darstellung der Nierengefäße zur Erkennung von Verengungen
- Szintigrafie (Captopril-Test): Nuklearmedizinisches Verfahren zur Beurteilung der Nierenfunktion und renovaskulären Hypertonie
Was misst die Nierendruckmessung?
Die Nierendruckmessung erfasst den systolischen und diastolischen Blutdruck in den zuführenden Arterien der Nieren. Im Vergleich des Drucks vor und nach einer Gefäßverengung lässt sich der sogenannte Druckgradient berechnen. Ein erhöhter Gradient weist auf eine hämodynamisch relevante Stenose hin, also eine Verengung, die den Blutfluss tatsächlich beeinträchtigt und behandlungsbedürftig ist.
Klinische Bedeutung
Die Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Blutdruckregulation. Bei einer Verengung der Nierenarterien wird das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) aktiviert, was zu einem anhaltend erhöhten Blutdruck führt. Dieser sogenannte renovaskuläre Bluthochdruck spricht oft nicht ausreichend auf Medikamente an. Mithilfe der Nierendruckmessung kann die Ursache gezielt identifiziert und eine geeignete Therapie eingeleitet werden, etwa eine Ballondilatation (Aufdehnung der Verengung) oder eine Stentimplantation.
Risiken und Vorbereitung
Die invasive Nierendruckmessung ist ein minimal-invasiver Eingriff, der in der Regel gut verträglich ist. Mögliche Risiken umfassen:
- Lokale Blutungen oder Hämatome an der Einstichstelle
- Allergische Reaktionen auf Kontrastmittel
- Selten: Gefäßverletzungen oder Infektionen
Vor dem Eingriff werden Blutgerinnungswerte und Nierenfunktionswerte bestimmt. Patienten werden über den Ablauf aufgeklärt und erhalten in der Regel eine leichte Sedierung oder lokale Betäubung.
Quellen
- Textor SC, Lerman LO. - Renovascular Hypertension and Ischemic Nephropathy. In: Brenner and Rector's The Kidney, 11th ed. Elsevier, 2020.
- European Society of Hypertension (ESH) / European Society of Cardiology (ESC) - Guidelines for the Management of Arterial Hypertension, 2023.
- Herrmann SM, Textor SC. - Current Concepts in the Treatment of Renovascular Hypertension. Am J Hypertens. 2018;31(2):139-149. PubMed PMID: 29029106.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAstrocytom
Balneotherapie
Radiusköpfchenfraktur
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Nierendruckmessung + Nieren-Druckmessung + renale Druckmessung