Riboflavinstoffwechsel – Vitamin B2 im Körper
Der Riboflavinstoffwechsel beschreibt die Aufnahme, Umwandlung und Nutzung von Riboflavin (Vitamin B2) im menschlichen Körper – ein essenzieller Prozess für die Energiegewinnung.
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Der Riboflavinstoffwechsel beschreibt die Aufnahme, Umwandlung und Nutzung von Riboflavin (Vitamin B2) im menschlichen Körper – ein essenzieller Prozess für die Energiegewinnung.
Was ist der Riboflavinstoffwechsel?
Der Riboflavinstoffwechsel umfasst alle biochemischen Prozesse, durch die der Körper Riboflavin – besser bekannt als Vitamin B2 – aufnimmt, aktiviert und verwertet. Riboflavin ist ein wasserlösliches Vitamin, das der Mensch nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung zuführen muss. Im Stoffwechsel wird es in aktive Coenzyme umgewandelt, die für zahlreiche lebenswichtige Reaktionen unverzichtbar sind.
Aufnahme und Transport
Riboflavin wird im Dünndarm durch spezialisierte Transportproteine – insbesondere RFVT1, RFVT2 und RFVT3 (Riboflavin-Transporter 1–3) – aktiv resorbiert. In der Darmschleimhaut sowie in Leber, Herz und anderen Organen wird Riboflavin rasch in seine biologisch aktiven Formen umgewandelt. Im Blut wird es vor allem an Albumin und andere Proteine gebunden transportiert.
Aktivierung: Bildung der Coenzyme FMN und FAD
Die eigentliche biologische Wirkung entfaltet Riboflavin erst nach seiner Umwandlung in zwei zentrale Coenzyme:
- FMN (Flavinmononukleotid): Durch Phosphorylierung von Riboflavin mithilfe des Enzyms Riboflavinkinase entsteht FMN.
- FAD (Flavinadenindinukleotid): Aus FMN wird durch FAD-Synthetase das noch bedeutsamere FAD gebildet.
Beide Coenzyme fungieren als Elektronen-Überträger in zahlreichen Enzymreaktionen des Energiestoffwechsels und werden daher als Flavocoenzyme bezeichnet. Die beteiligten Enzyme heißen Flavoproteine.
Funktionen im Stoffwechsel
FMN und FAD sind an einer Vielzahl metabolischer Prozesse beteiligt:
- Energiestoffwechsel: FAD ist unverzichtbar im Citratzyklus (als Coenzym der Succinat-Dehydrogenase) und in der mitochondrialen Atmungskette (Komplex I und II).
- Fettsäureoxidation: Bei der Beta-Oxidation von Fettsäuren werden FAD-abhängige Enzyme benötigt.
- Aminosäurestoffwechsel: Flavoenzyme sind an der Desaminierung von Aminosäuren beteiligt.
- Aktivierung anderer Vitamine: Riboflavin ist für die Umwandlung von Vitamin B6 und Folsäure in ihre aktiven Formen notwendig.
- Antioxidativer Schutz: FAD ist Coenzym der Glutathionreduktase, die das antioxidative Glutathion regeneriert.
Abbau und Ausscheidung
Überschüssiges Riboflavin wird nur in geringem Maß gespeichert. Der Körper scheidet nicht benötigtes Riboflavin vorwiegend über den Urin aus, was bei höherer Aufnahme zur charakteristischen gelblich-grünen Verfärbung des Urins führt. Geringe Mengen werden im Körper durch Oxidation abgebaut und als Lumiflavin oder Lumichrom ausgeschieden.
Störungen des Riboflavinstoffwechsels
Sowohl ein Mangel an Riboflavin als auch seltene genetische Störungen des Riboflavinstoffwechsels können die Gesundheit beeinträchtigen:
- Riboflavinmangel: Führt zu Entzündungen der Schleimhäute, Hautveränderungen, Hornhauttrübung und Störungen des allgemeinen Energiestoffwechsels.
- Riboflavin-Transporter-Mangel-Syndrom (RTDS): Eine seltene genetische Erkrankung, bei der die Transportproteine RFVT2 oder RFVT3 defekt sind. Dies führt zu neuromuskulären Symptomen wie Muskelschwäche und Hörverlust. Hochdosierte Riboflavin-Supplementierung kann die Symptome verbessern.
- Multiple Acyl-CoA-Dehydrogenase-Mangel (MADD): Eine Stoffwechselstörung, bei der FAD-abhängige Enzyme der Mitochondrien betroffen sind.
Ernährungsquellen und Bedarf
Da der Körper Riboflavin nicht selbst synthetisieren kann, ist eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung essenziell. Gute Quellen sind Milch und Milchprodukte, Leber, Eier, Fisch sowie Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von etwa 1,1–1,4 mg Riboflavin.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Riboflavin (Vitamin B2). www.dge.de
- Bates CJ. Riboflavin. In: Erdman JW, Macdonald IA, Zeisel SH (Hrsg.). Present Knowledge in Nutrition. 10. Auflage. Wiley-Blackwell, 2012.
- Jaeger B, Bosch AM. Clinical presentation and outcome of riboflavin transporter deficiency: mini review after five years of experience. Journal of Inherited Metabolic Disease. 2016;39(4):559–564.
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