Risperidon – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Risperidon ist ein atypisches Antipsychotikum, das zur Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und Reizbarkeit bei Autismus eingesetzt wird.
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Risperidon ist ein atypisches Antipsychotikum, das zur Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und Reizbarkeit bei Autismus eingesetzt wird.
Was ist Risperidon?
Risperidon ist ein atypisches Antipsychotikum (auch: Neuroleptikum der zweiten Generation), das in der Psychiatrie weit verbreitet eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Benzisoxazol-Derivate und wurde in den frühen 1990er Jahren entwickelt. Risperidon ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Tablette, als Schmelztablette, als Lösung zum Einnehmen sowie als Depot-Injektion mit verlängerter Wirkstofffreisetzung.
Anwendungsgebiete
Risperidon wird bei folgenden Erkrankungen und Zuständen eingesetzt:
- Schizophrenie: Behandlung von akuten Episoden sowie Langzeittherapie zur Rückfallprävention
- Bipolare Störung: Therapie manischer Episoden im Rahmen einer bipolaren Erkrankung
- Reizbarkeit bei Autismus-Spektrum-Störung: Besonders bei Kindern und Jugendlichen zugelassen
- Kurzzeitbehandlung von Aggression und Verhaltensstörungen bei älteren Patienten mit Demenz (unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung)
Wirkmechanismus
Risperidon wirkt als Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonist und Serotonin-5-HT2A-Rezeptor-Antagonist. Die Blockade dieser Rezeptoren ist für die antipsychotische Wirkung entscheidend:
- Die Blockade der D2-Rezeptoren im mesolimbischen System reduziert sogenannte Positivsymptome der Schizophrenie, wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
- Die Blockade der 5-HT2A-Rezeptoren verbessert die Negativsymptome (z. B. sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit) und verringert das Risiko extrapyramidaler Nebenwirkungen im Vergleich zu älteren Antipsychotika.
Risperidon beeinflusst außerdem Alpha-1-adrenerge und Histamin-H1-Rezeptoren, was zu bestimmten Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall oder Sedierung beitragen kann.
Dosierung
Die Dosierung von Risperidon richtet sich nach der Indikation, dem Alter und dem individuellen Ansprechen des Patienten. Typische Dosierungsbereiche sind:
- Schizophrenie (Erwachsene): 2–8 mg pro Tag, in der Regel aufgeteilt auf zwei Einnahmen
- Manische Episoden (Erwachsene): 2–6 mg pro Tag
- Kinder und Jugendliche (Autismus, Verhaltensauffälligkeiten): deutlich niedrigere Dosierungen, individuell angepasst
Eine Anpassung der Dosis ist bei Nieren- oder Leberinsuffizienz sowie bei älteren Patienten erforderlich. Die Dosierung sollte stets durch einen Arzt oder eine Ärztin festgelegt und überwacht werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Antipsychotika kann Risperidon Nebenwirkungen verursachen. Häufige und klinisch relevante Nebenwirkungen sind:
- Extrapyramidale Symptome (EPS): Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifigkeit oder unwillkürliche Bewegungen (Tardive Dyskinesie)
- Gewichtszunahme und metabolische Veränderungen (erhöhte Blutfettwerte, Blutzuckeranstieg)
- Prolaktinerhöhung: Kann zu Menstruationsstörungen, Brustwachstum (Gynäkomastie) oder Galaktorrhoe führen
- Sedierung und Müdigkeit
- Orthostatische Hypotonie: Blutdruckabfall beim Aufstehen
- Sexuelle Dysfunktion
- Seltene, aber ernste Nebenwirkung: Malignes neuroleptisches Syndrom (hohes Fieber, Muskelstarre, Bewusstseinsstörungen – medizinischer Notfall)
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Risperidon sollte nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Patienten mit Herzerkrankungen (QT-Verlängerung im EKG möglich)
- Parkinson-Erkrankung (Verschlechterung möglich)
- Demenz-Patienten (erhöhtes Schlaganfallrisiko)
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit anderen zentralnervös wirksamen Substanzen, Antihypertensiva sowie Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern. Alkohol sollte während der Behandlung gemieden werden.
Hinweise zur Einnahme
Risperidon kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden. Das Medikament sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt werden, da ein abruptes Absetzen zu Entzugserscheinungen oder einem Rückfall führen kann. Schwangere und stillende Frauen sollten Risperidon nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung anwenden.
Quellen
- Fachinformation Risperidon, aktuelle Version – Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), www.ema.europa.eu
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Schizophrenie, 2019
- Leucht S, Corves C, Arbter D, et al. – Second-generation versus first-generation antipsychotic drugs for schizophrenia: a meta-analysis. The Lancet. 2009;373(9657):31-41.
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