Revaskularisierung – Definition & Verfahren
Revaskularisierung bezeichnet medizinische Verfahren zur Wiederherstellung der Blutversorgung in einem minderdurchbluteten Gewebe oder Organ.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Revaskularisierung"
Revaskularisierung bezeichnet medizinische Verfahren zur Wiederherstellung der Blutversorgung in einem minderdurchbluteten Gewebe oder Organ.
Was ist Revaskularisierung?
Der Begriff Revaskularisierung (auch: Revaskularisation) beschreibt medizinische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Durchblutung in einem Gewebe oder Organ wiederherzustellen, das aufgrund einer Gefäßverengung oder eines Gefäßverschlusses nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Das Ziel ist es, Sauerstoff- und Nährstoffmangel im betroffenen Gewebe zu beheben und so dauerhafte Schäden oder das Absterben von Gewebe (Nekrose) zu verhindern.
Ursachen und Indikationen
Eine Revaskularisierung wird notwendig, wenn Blutgefäße durch krankhafte Prozesse verengt oder verschlossen sind. Häufige Ursachen und Anwendungsgebiete sind:
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose, die zu Angina pectoris oder Herzinfarkt führen kann.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Verengung der Arterien in den Extremitäten, besonders in den Beinen.
- Schlaganfall: Verschluss von Hirnarterien, der eine rasche Revaskularisierung erfordert.
- Nierenarterienstenose: Verengung der Nierengefäße mit der Folge von Bluthochdruck und Nierenfunktionsverlust.
Verfahren der Revaskularisierung
Es gibt verschiedene Methoden, um die Blutversorgung wiederherzustellen. Die Wahl des Verfahrens hängt vom betroffenen Gefäß, dem Ausmaß der Verengung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.
Perkutane transluminale Angioplastie (PTA) und Stentimplantation
Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird ein Katheter mit einem kleinen Ballon an der Spitze in das verengte Gefäß eingeführt. Der Ballon wird aufgeblasen, um die Engstelle aufzuweiten. Anschließend kann ein Stent (ein kleines Drahtgeflecht) eingesetzt werden, um das Gefäß dauerhaft offenzuhalten. Dieses Verfahren wird häufig bei Herzgefäßen als perkutane Koronarintervention (PCI) bezeichnet.
Bypass-Operation
Bei einer Bypass-Operation wird ein Umgehungskreislauf angelegt, der das verengte oder verschlossene Gefäßsegment überbrückt. Als Bypassmaterial dienen körpereigene Gefäße (z. B. die Vena saphena magna aus dem Bein oder die Arteria mammaria interna) oder künstliche Gefäßprothesen. Bypässe werden häufig am Herzen (koronare Bypassoperation) oder an den Beinen angewendet.
Thrombolyse
Bei der Thrombolyse werden medikamentöse Substanzen (sogenannte Thrombolytika) eingesetzt, um Blutgerinnsel, die ein Gefäß verschließen, aufzulösen. Dieses Verfahren wird besonders beim akuten Herzinfarkt und beim Schlaganfall eingesetzt, wenn ein frisches Gerinnsel die Ursache des Verschlusses ist.
Thrombektomie
Bei der Thrombektomie wird ein Blutgerinnsel mechanisch aus dem Gefäß entfernt. Dies kann chirurgisch oder mithilfe spezieller Katheter (mechanische Thrombektomie) erfolgen und wird vor allem beim ischämischen Schlaganfall eingesetzt.
Diagnose und Vorbereitung
Vor einer Revaskularisierung werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um den Ort und das Ausmaß der Gefäßverengung genau zu bestimmen. Dazu gehören:
- Angiografie: Röntgenuntersuchung der Gefäße mit Kontrastmittel
- Doppler-Sonografie: Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung des Blutflusses
- CT-Angiografie / MR-Angiografie: Schnittbildgebung zur dreidimensionalen Darstellung der Gefäße
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem medizinischen Eingriff sind auch bei der Revaskularisierung Risiken und Komplikationen möglich. Dazu zählen:
- Blutungen an der Einstichstelle oder intern
- Gefäßverletzungen
- Erneuter Verschluss des behandelten Gefäßes (Restenose)
- Embolien (Verschleppung von Gerinnseln in andere Gefäße)
- Infektionen
- Kontrastmittelreaktionen
Nachsorge und Prognose
Nach einer Revaskularisierung ist eine engmaschige medizinische Nachsorge notwendig. Patienten erhalten in der Regel blutverdünnende Medikamente (z. B. Aspirin, Heparin oder neuere Thrombozytenaggregationshemmer), um eine erneute Verengung oder einen Verschluss zu verhindern. Darüber hinaus werden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes mellitus und Rauchen konsequent behandelt. Mit geeigneter Nachsorge und Lebensstiländerungen kann die Langzeitprognose deutlich verbessert werden.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- Zipes, D. P. et al. - Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. Elsevier, aktuelle Auflage.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular diseases (CVDs). Fact Sheet. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieFasziensarkom
Krankenversicherung
Pankreas
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Revaskularisierung + Revaskularisation