Drainagetherapie – Arten, Anwendung und Ablauf
Die Drainagetherapie ist ein medizinisches Verfahren zur gezielten Ableitung von Flüssigkeiten, Eiter oder Luft aus Körperhöhlen oder Wunden, um Heilung zu fördern.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Drainagetherapie"
Die Drainagetherapie ist ein medizinisches Verfahren zur gezielten Ableitung von Flüssigkeiten, Eiter oder Luft aus Körperhöhlen oder Wunden, um Heilung zu fördern.
Was ist die Drainagetherapie?
Die Drainagetherapie bezeichnet den gezielten Einsatz von Drainagesystemen, um unerwünschte Flüssigkeiten, Blut, Eiter, Lymphe oder Luft aus Wunden, Körperhöhlen oder Organbereichen abzuleiten. Sie ist ein essenzieller Bestandteil der modernen Chirurgie, Intensivmedizin und Wundversorgung. Ziel ist es, Stauungen zu verhindern, Infektionen zu kontrollieren und den Heilungsprozess zu unterstützen.
Arten der Drainagetherapie
Passive Drainage
Bei der passiven Drainage fließt die Flüssigkeit durch Schwerkraft oder den natürlichen Druckunterschied ohne äußere Unterstützung ab. Typische Beispiele sind einfache Gummi- oder Silikonstrukturen, die in Operationswunden eingelegt werden.
Aktive Drainage (Sog-Drainage)
Bei der aktiven Drainage wird ein Unterdruck (Sog) erzeugt, der die Flüssigkeit aktiv aus dem Körper zieht. Diese Methode wird häufig nach großen chirurgischen Eingriffen, etwa in der Thoraxchirurgie (Brustkorboperationen), eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist die Thoraxdrainage, die bei Pneumothorax (Luftansammlung im Brustraum) oder Pleuraergüssen (Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum) zum Einsatz kommt.
Vakuumtherapie (VAC-Therapie)
Die Vakuumtherapie (Vacuum Assisted Closure, VAC) ist eine spezielle Form der aktiven Drainagetherapie. Sie wird bei chronischen oder schwer heilenden Wunden eingesetzt. Ein spezieller Schaum wird in die Wunde eingelegt und mit einer luftdichten Folie abgedeckt. Ein angeschlossenes Gerät erzeugt dauerhaft kontrollierten Unterdruck, der Wundflüssigkeit ableitet, das Gewebe stimuliert und die Wundheilung erheblich beschleunigt.
Perkutane Drainage
Die perkutane Drainage (durch die Haut) wird unter bildgebender Kontrolle (Ultraschall oder CT) durchgeführt. Sie dient der Entleerung von Abszessen, Zysten oder Flüssigkeitsansammlungen in tiefer gelegenen Organen wie Leber, Bauchspeicheldrüse oder Nieren, ohne einen größeren chirurgischen Eingriff vornehmen zu müssen.
Anwendungsgebiete
- Postoperative Versorgung: Ableitung von Wundsekreten nach Operationen
- Thoraxchirurgie: Behandlung von Pneumothorax, Hämatothorax oder Pleuraerguss
- Abszessbehandlung: Entleerung eitergefüllter Hohlräume
- Wundversorgung: Einsatz bei chronischen Wunden, Dekubitus oder diabetischen Fußulzera
- Neurochirurgie: Ableitung von Liquor (Hirnwasser) bei erhöhtem Hirndruck
- Abdominalchirurgie: Prävention von Flüssigkeitsansammlungen nach Bauchoperationen
Durchführung
Die Anlage einer Drainage erfolgt je nach Art und Indikation unter sterilen Bedingungen entweder im Operationssaal, auf der Intensivstation oder in der radiologischen Abteilung. Der Arzt wählt das geeignete Drainagesystem (z. B. Robinson-Drain, Jackson-Pratt-Drain, Thoraxdrainage oder perkutaner Katheter) entsprechend der klinischen Situation aus. Die Liegedauer der Drainage richtet sich nach der Fördermenge und dem klinischen Verlauf.
Risiken und Komplikationen
Wie jeder medizinische Eingriff birgt auch die Drainagetherapie gewisse Risiken:
- Infektionen an der Eintrittsstelle
- Verletzung benachbarter Strukturen (Blutgefäße, Nerven, Organe)
- Verstopfung oder Dislokation (Verrutschen) der Drainage
- Schmerzen und Beschwerden bei liegender Drainage
- Selten: Blutungen oder Pneumothorax bei perkutanen Eingriffen
Pflege und Nachsorge
Die Drainage und ihre Eintrittsstelle müssen regelmäßig auf Zeichen einer Infektion (Rötung, Schwellung, Eiterbildung), auf die Menge und Beschaffenheit der abgeleiteten Flüssigkeit sowie auf korrekten Sitz kontrolliert werden. Pflegepersonal und Patienten werden entsprechend geschult. Die Entfernung der Drainage erfolgt, sobald die Fördermenge deutlich abgenommen hat und keine medizinische Notwendigkeit mehr besteht.
Quellen
- Schumpelick, V., Bleese, N., Mommsen, U.: Kurzlehrbuch Chirurgie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2010.
- World Health Organization (WHO): Surgical Care at the District Hospital. WHO Press, Genf, 2003. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Hecker, A. et al.: Drainage in der Allgemein- und Viszeralchirurgie - Indikation, Technik und Komplikationen. Chirurg, 2007; 78(10): 929-937.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAtembeschwerden
Brustkorbdehnung
Eiweißreiche Kost
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Drainagetherapie + Drainage-Therapie + Drainagebehandlung