Desoxycorticosteron – Hormon, Funktion & Bedeutung
Desoxycorticosteron ist ein natürliches Steroidhormon der Nebennierenrinde mit mineralokortikoidem Wirkprofil. Es reguliert den Wasser- und Elektrolythaushalt und ist eine Vorstufe von Aldosteron.
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Desoxycorticosteron ist ein natürliches Steroidhormon der Nebennierenrinde mit mineralokortikoidem Wirkprofil. Es reguliert den Wasser- und Elektrolythaushalt und ist eine Vorstufe von Aldosteron.
Was ist Desoxycorticosteron?
Desoxycorticosteron (auch: Desoxykortikosteron, Abkürzung DOC) ist ein natürlich vorkommendes Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es gehört zur Gruppe der Mineralokortikoide und ist biochemisch eine wichtige Vorstufe von Aldosteron, dem stärksten körpereigenen Mineralokortikoid. Chemisch handelt es sich um ein C21-Steroid, das in der Zona glomerulosa und der Zona fasciculata der Nebennierenrinde synthetisiert wird.
Wirkmechanismus
Desoxycorticosteron entfaltet seine Wirkung durch Bindung an den Mineralokortikoidrezeptor (MR), einen intrazellulären Kernrezeptor. Nach Aktivierung dieses Rezeptors kommt es zur Regulation der Genexpression, insbesondere in den Epithelzellen der Nierentubuli. Die wichtigsten Effekte sind:
- Förderung der Natriumrückresorption in den distalen Nierentubuli und Sammelrohren
- Erhöhte Kaliumausscheidung über den Urin
- Steigerung der Wasserretention durch osmotische Effekte, was den Blutdruck erhöht
- Beeinflussung des Säure-Basen-Haushalts durch Protonensekretion
Im Vergleich zu Aldosteron besitzt Desoxycorticosteron eine deutlich geringere mineralokortikoidee Potenz, kann jedoch bei erhöhten Konzentrationen klinisch bedeutsame Effekte hervorrufen.
Biosynthese und Stoffwechsel
Desoxycorticosteron entsteht im Rahmen der adrenalen Steroidbiosynthese aus Progesteron durch das Enzym 21-Hydroxylase (CYP21A2). Es wird anschließend durch die 11β-Hydroxylase (CYP11B1) zu Corticosteron und durch Aldosteronsynthase (CYP11B2) letztlich zu Aldosteron umgewandelt. Die Serumspiegel von Desoxycorticosteron sind physiologisch niedrig, können aber bei bestimmten Erkrankungen erheblich ansteigen.
Klinische Bedeutung
Kongenitale adrenale Hyperplasie (CAH)
Bei einem 11β-Hydroxylase-Mangel, einer seltenen Form der kongenitalen adrenalen Hyperplasie, kommt es zu einem massiven Anstieg von Desoxycorticosteron im Blut. Dies führt zu ausgeprägter Hypertonie (Bluthochdruck), Hypokaliämie (Kaliummangel) und Suppression des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Gleichzeitig besteht ein Kortisolmangel, der zu einer ACTH-Überproduktion führt und die Androgensynthese antreibt, was bei weiblichen Betroffenen zu einer Virilisierung führen kann.
Primärer Hyperaldosteronismus und DOC-produzierende Tumoren
Selten können DOC-sezernierende Nebennierentumore (Adenome oder Karzinome) zu stark erhöhten Desoxycorticosteron-Spiegeln führen. Das klinische Bild ähnelt dem primären Hyperaldosteronismus mit Bluthochdruck und Hypokaliämie, wobei die Aldosteron-Spiegel typischerweise niedrig sind.
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft steigen die Desoxycorticosteron-Spiegel physiologisch an, da die Plazenta als zusätzliche Produktionsstätte fungiert. Diese erhöhten Spiegel tragen zur Anpassung des mütterlichen Wasser- und Elektrolythaushalts bei.
Diagnostik
Die Bestimmung von Desoxycorticosteron im Serum erfolgt mittels Immunoassay oder Massenspektrometrie. Erhöhte Werte finden sich bei:
- 11β-Hydroxylase-Mangel (CAH)
- DOC-produzierenden Nebennierentumoren
- Fortgeschrittener Schwangerschaft
- Bestimmten Formen des arteriellen Bluthochdrucks
Die Differenzialdiagnostik umfasst die Messung weiterer Steroide (Aldosteron, Kortisol, ACTH), bildgebende Verfahren der Nebennieren sowie gegebenenfalls genetische Tests.
Therapeutische Verwendung
Desoxycorticosteron war historisch als Desoxycorticosteronacetat (DOCA) eines der ersten eingesetzten Mineralokortikoid-Präparate in der Medizin. Heute wird es in der Humanmedizin kaum noch eingesetzt, da modernere und besser steuerbare Alternativen wie Fludrocortison zur Verfügung stehen. In der Veterinärmedizin wird Desoxycorticosteronpivalat (DOCP) zur Behandlung des Morbus Addison (primäre Nebennierenrindeninsuffizienz) bei Hunden eingesetzt.
Quellen
- Speiser PW et al. - Congenital Adrenal Hyperplasia due to Steroid 21-Hydroxylase Deficiency: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2018.
- White PC - Disorders of Aldosterone Biosynthesis and Action. New England Journal of Medicine, 1994; 331(4):250-258.
- Chrousos GP - The hypothalamic-pituitary-adrenal axis and immune-mediated inflammation. New England Journal of Medicine, 1995; 332(20):1351-1362.
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