Diaphragmaparese – Ursachen, Symptome und Therapie
Die Diaphragmaparese ist eine teilweise oder vollständige Lähmung des Zwerchfells, die die Atmung beeinträchtigen kann. Sie entsteht häufig durch Nervenschäden oder Erkrankungen.
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Die Diaphragmaparese ist eine teilweise oder vollständige Lähmung des Zwerchfells, die die Atmung beeinträchtigen kann. Sie entsteht häufig durch Nervenschäden oder Erkrankungen.
Was ist eine Diaphragmaparese?
Die Diaphragmaparese bezeichnet eine teilweise (Parese) oder vollständige (Paralyse) Lähmung des Zwerchfells (Diaphragma), des wichtigsten Atemmuskels des menschlichen Körpers. Das Zwerchfeld ist eine kuppelförmige Muskelplatte, die Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt und bei jedem Atemzug die Lunge ausdehnt. Ist dieser Muskel geschwächt oder gelähmt, kann die Atmung erheblich beeinträchtigt werden.
Die Erkrankung kann einseitig (eine Zwerchfellhälfte betroffen) oder beidseitig auftreten, wobei die beidseitige Form deutlich schwerwiegender verläuft und eine ernsthafte Ateminsuffizienz verursachen kann.
Ursachen
Die Diaphragmaparese entsteht in den meisten Fällen durch eine Schädigung des Nervus phrenicus, des Hauptnerven, der das Zwerchfell steuert. Mögliche Ursachen sind:
- Traumatische Verletzungen: Operationen im Hals-, Brust- oder Herzbereich, Stichverletzungen oder Unfälle
- Neurologische Erkrankungen: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose, Poliomyelitis oder Guillain-Barré-Syndrom
- Tumorerkrankungen: Lungenkrebs, Lymphome oder andere Tumoren, die den Nervus phrenicus komprimieren oder infiltrieren
- Infektionskrankheiten: Virale Neuritiden, z.B. nach Herpes-Zoster-Infektion
- Idiopathische Ursachen: In einem Teil der Fälle bleibt die genaue Ursache unbekannt
- Geburtstraumatische Ursachen: Bei Neugeborenen durch Verletzungen des Nervus phrenicus während der Entbindung
Symptome
Die Beschwerden hängen stark davon ab, ob die Parese einseitig oder beidseitig vorliegt:
Einseitige Diaphragmaparese
- Oft symptomarm oder asymptomatisch
- Belastungsdyspnoe (Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung)
- Zufallsbefund im Röntgenbild (hochstehendes Zwerchfell)
- Leichte Verminderung der Lungenkapazität
Beidseitige Diaphragmaparese
- Schwere Atemnot, insbesondere im Liegen (Orthopnoe)
- Hypoxie (Sauerstoffmangel im Blut)
- Hyperkapnie (erhöhter CO2-Gehalt im Blut)
- Schlafbezogene Atemstörungen
- Im schweren Fall: akute respiratorische Insuffizienz
Diagnose
Zur Diagnose einer Diaphragmaparese werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt:
- Röntgenaufnahme des Thorax: Zeigt ein hochstehendes Zwerchfell auf der betroffenen Seite
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Direkte Beurteilung der Zwerchfellbeweglichkeit in Echtzeit
- Fluoroskopie (Durchleuchtung): Sogenannter Schnüffeltest zur Darstellung paradoxer Zwerchfellbewegungen
- Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie): Messung der Atemkapazität und Einschränkungen der Lungenvolumina
- Elektromyographie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeit: Beurteilung der Funktion des Nervus phrenicus
- MRT oder CT: Suche nach strukturellen Ursachen wie Tumoren oder Nervenkompressionen
Behandlung
Die Therapie der Diaphragmaparese richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache, dem Schweregrad der Atemfunktionseinschränkung und dem Allgemeinzustand der betroffenen Person.
Konservative Behandlung
- Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Tumortherapie, antivirale Medikamente)
- Atemphysiotherapie zur Stärkung der Atemhilfsmuskulatur
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht, da dieses die Symptome verschlimmern kann
Beatmungstherapie
- Nicht-invasive Beatmung (NIV): Besonders bei beidseitiger Parese und nächtlicher Hypoventilation
- Invasive Beatmung: In schweren Fällen mit akuter Ateminsuffizienz
Operative Behandlung
- Zwerchfellraffung (Plikation): Chirurgische Straffung des gelähmten Zwerchfells zur Verbesserung der Atemmechanik
- Zwerchfellschrittmacher: Elektrische Stimulation des Nervus phrenicus bei geeigneten Patienten
Prognose
Die Prognose der Diaphragmaparese ist abhängig von der Ursache. Traumatisch bedingte Paresen können sich in manchen Fällen teilweise oder vollständig zurückbilden. Paresen durch fortschreitende neurologische Erkrankungen haben hingegen eine schlechtere Prognose. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und eine angepasste Beatmungstherapie können die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern.
Quellen
- McCool F.D., Tzelepis G.E. - Dysfunction of the Diaphragm. New England Journal of Medicine, 2012; 366:932-942.
- Ricoy J. et al. - Diaphragmatic dysfunction. Pulmonology, 2019; 25(4):223-235.
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) - Leitlinie zur nicht-invasiven Beatmung, 2021.
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