Adiponektin – Hormon, Funktion und Bedeutung
Adiponektin ist ein körpereigenes Hormon des Fettgewebes, das den Stoffwechsel reguliert und eine schützende Wirkung auf Herz und Gefäße hat.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Adiponektin"
Adiponektin ist ein körpereigenes Hormon des Fettgewebes, das den Stoffwechsel reguliert und eine schützende Wirkung auf Herz und Gefäße hat.
Was ist Adiponektin?
Adiponektin ist ein Proteohormon, das hauptsächlich von den Fettzellen (Adipozyten) des weißen Fettgewebes produziert und in die Blutbahn abgegeben wird. Es gehört zur Gruppe der sogenannten Adipokine – also Botenstoffe, die vom Fettgewebe ausgeschüttet werden. Adiponektin spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Energiestoffwechsels, der Insulinsensitivität sowie der Entzündungshemmung.
Biologische Funktionen
Adiponektin entfaltet seine Wirkung über spezifische Rezeptoren (AdipoR1 und AdipoR2), die in verschiedenen Geweben vorkommen, vor allem in Skelettmuskeln, Leber und Herz. Zu den wichtigsten biologischen Wirkungen gehören:
- Steigerung der Insulinsensitivität: Adiponektin verbessert die Reaktion der Körperzellen auf Insulin und senkt so den Blutzuckerspiegel.
- Förderung der Fettverbrennung: Es aktiviert die Fettsäureoxidation in Muskeln und Leber.
- Entzündungshemmung: Adiponektin unterdrückt entzündungsfördernde Zytokine und schützt so vor chronischen Entzündungsprozessen.
- Kardiovaskulärer Schutz: Es hemmt die Anlagerung von Schaumzellen an Gefäßwände und wirkt damit arteriosklerosehemmend.
- Schutz vor nicht-alkoholischer Fettleber: Adiponektin hemmt die Fettspeicherung in der Leber und reduziert Entzündungsreaktionen im Lebergewebe.
Adiponektin und Übergewicht
Paradoxerweise sinken die Adiponektinspiegel im Blut mit zunehmendem Körperfettanteil – obwohl das Hormon vom Fettgewebe produziert wird. Besonders bei viszeraler Adipositas (Bauchfett) ist der Adiponektinspiegel deutlich erniedrigt. Dies wird mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, metabolisches Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen in Verbindung gebracht.
Klinische Bedeutung – Erkrankungen im Zusammenhang
Niedrige Adiponektinwerte sind mit einer Reihe von Erkrankungen assoziiert:
- Typ-2-Diabetes mellitus: Vermindertes Adiponektin begünstigt Insulinresistenz.
- Metabolisches Syndrom: Ein Komplex aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und gestörter Glukosetoleranz.
- Koronare Herzerkrankung und Arteriosklerose: Durch verminderte gefäßschützende Wirkung.
- Nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH): Entzündliche Fettlebererkrankung.
- Bestimmte Krebserkrankungen: Niedrige Adiponektinspiegel werden auch mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen (z. B. Dickdarmkrebs, Brustkrebs) diskutiert.
Messung und Diagnostik
Adiponektin kann im Blutserum gemessen werden. Normale Serumkonzentrationen liegen bei Frauen in der Regel höher als bei Männern. Referenzwerte können je nach Labor und Messmethode variieren. Die Messung wird bislang nicht routinemäßig im klinischen Alltag eingesetzt, hat aber als Forschungsmarker große Bedeutung. In spezialisierten Stoffwechselambulanzen kann die Bestimmung zur Risikoabschätzung eingesetzt werden.
Einflussfaktoren auf den Adiponektinspiegel
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Adiponektinproduktion und -konzentration im Blut:
- Körpergewicht: Gewichtsreduktion führt zu einem Anstieg des Adiponektinspiegels.
- Körperliche Aktivität: Regelmäßiger Ausdauersport erhöht die Adiponektinausschüttung.
- Ernährung: Eine mediterrane Ernährung sowie der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffen und bestimmten Pflanzenstoffen (z. B. Resveratrol) können den Adiponektinspiegel positiv beeinflussen.
- Medikamente: Bestimmte Antidiabetika (Thiazolidindione, wie Pioglitazon) steigern nachweislich den Adiponektinspiegel.
- Geschlecht und Alter: Frauen haben im Durchschnitt höhere Adiponektinspiegel als Männer; mit zunehmendem Alter kann der Spiegel abnehmen.
Therapeutische Perspektiven
Aufgrund seiner vielfältigen Schutzwirkungen gilt Adiponektin als vielversprechendes Zielprotein für neue Therapieansätze bei Stoffwechselerkrankungen. Derzeit befinden sich Adiponektin-Agonisten und Substanzen, die die Adiponektinrezeptoren aktivieren (z. B. AdipoRon), in der präklinischen und frühen klinischen Forschung. Eine gezielte pharmakologische Erhöhung des Adiponektinspiegels könnte künftig eine Rolle bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes, Arteriosklerose und weiteren Stoffwechselerkrankungen spielen.
Quellen
- Kadowaki T, Yamauchi T. Adiponectin and adiponectin receptors. Endocrine Reviews, 2005; 26(3): 439–451. PubMed PMID: 15897298.
- Ouchi N, Walsh K. Adiponectin as an anti-inflammatory factor. Clinica Chimica Acta, 2007; 380(1–2): 24–30. PubMed PMID: 17316581.
- World Health Organization (WHO). Obesity and overweight – Key facts. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight (abgerufen 2024).
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