Augenmuskelparese – Ursachen, Symptome & Therapie
Eine Augenmuskelparese ist eine Lähmung oder Schwäche eines oder mehrerer Augenmuskeln, die zu Doppelbildern und Schielen führt.
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Eine Augenmuskelparese ist eine Lähmung oder Schwäche eines oder mehrerer Augenmuskeln, die zu Doppelbildern und Schielen führt.
Was ist eine Augenmuskelparese?
Eine Augenmuskelparese bezeichnet die Lähmung oder Schwäche eines oder mehrerer der Muskeln, die für die Bewegung des Augapfels zuständig sind. Jedes Auge wird von sechs äußeren Augenmuskeln gesteuert, die eine koordinierte Bewegung beider Augen ermöglichen. Fällt einer dieser Muskeln ganz oder teilweise aus, können die Augen nicht mehr korrekt ausgerichtet werden. Dies führt zu Doppelbildern (Diplopie) und in vielen Fällen zu einem sichtbaren Schielen (Strabismus).
Ursachen
Eine Augenmuskelparese kann viele verschiedene Ursachen haben. Sie entsteht häufig durch eine Schädigung der Hirnnerven, die die Augenmuskeln versorgen. Die wichtigsten betroffenen Nerven sind:
- Nervus oculomotorius (III. Hirnnerv): Versorgt die meisten Augenmuskeln sowie den Muskel für das Heben des Oberlids und die Pupille.
- Nervus trochlearis (IV. Hirnnerv): Steuert den oberen schiefen Augenmuskel.
- Nervus abducens (VI. Hirnnerv): Steuert den seitlichen geraden Augenmuskel.
Häufige Grunderkrankungen und Auslöser sind:
- Diabetes mellitus (diabetische Neuropathie)
- Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen
- Schlaganfall oder Hirnblutung
- Hirntumoren oder Aneurysmen
- Multiple Sklerose
- Entzündungen (z. B. Meningitis, Enzephalitis)
- Traumata (Kopf- oder Augenverletzungen)
- Myasthenia gravis (neuromuskuläre Erkrankung)
- Schilddrüsenerkrankungen (endokrine Orbitopathie)
Symptome
Die typischen Beschwerden bei einer Augenmuskelparese umfassen:
- Doppelbilder (Diplopie): Das häufigste und auffälligste Symptom. Die Bilder können nebeneinander, übereinander oder schräg versetzt erscheinen.
- Schielen (Strabismus): Eine sichtbare Fehlstellung eines oder beider Augen.
- Kopfschiefhaltung: Betroffene neigen unbewusst den Kopf, um die Doppelbilder zu vermeiden.
- Hängendes Oberlid (Ptose): Besonders bei Lähmung des III. Hirnnervs.
- Eingeschränkte Augenbeweglichkeit: Das Auge kann nicht in alle Richtungen vollständig bewegt werden.
- Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl: Können begleitend auftreten.
Diagnose
Die Diagnose einer Augenmuskelparese erfolgt durch eine gründliche augenärztliche und neurologische Untersuchung. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Anamnese und klinische Untersuchung: Befragung zu Symptomen, Beginn und Begleiterkrankungen.
- Prüfung der Augenbeweglichkeit: Beobachtung der Augenbewegungen in alle Richtungen (Motilitätsprüfung).
- Hess-Screen-Test: Objektivierung der Schielwinkel und betroffenen Muskeln.
- Bildgebende Verfahren: MRT oder CT des Schädels zum Ausschluss von Tumoren, Aneurysmen oder Schlaganfall.
- Laboruntersuchungen: Blutzucker, Blutdruck, Schilddrüsenwerte, Antikörpertests (z. B. bei Myasthenia gravis).
- Lumbalpunktion: Bei Verdacht auf entzündliche Ursachen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Ziel ist es, die Grunderkrankung zu therapieren und die Beschwerden zu lindern.
Konservative Maßnahmen
- Abwarten und Beobachten: Bei vaskulär bedingten Paresen (z. B. durch Diabetes) bilden sich viele Fälle innerhalb von Wochen bis Monaten spontan zurück.
- Okklusion (Abdecken eines Auges): Mit einem Pflaster oder einer Okklusionsfolie werden Doppelbilder sofort beseitigt.
- Prismenbrille: Spezielle Prismengläser korrigieren den Schielwinkel optisch und reduzieren Doppelbilder.
Medikamentöse Therapie
- Behandlung der Grunderkrankung, z. B. Blutzucker- und Blutdruckeinstellung, Immunsuppressiva bei entzündlichen Ursachen.
- Botulinumtoxin-Injektionen: Können in bestimmten Muskeln eingesetzt werden, um die Fehlstellung zu korrigieren.
Operative Behandlung
- Bei dauerhafter Parese ohne Rückbildung kann ein chirurgischer Eingriff an den Augenmuskeln (Schieloperation) die Augenstellung verbessern.
Prognose
Die Prognose hängt stark von der Ursache ab. Vaskulär bedingte Paresen bei Diabetes oder Bluthochdruck haben häufig eine gute Prognose und bilden sich innerhalb von drei bis sechs Monaten zurück. Bei strukturellen Ursachen wie Tumoren oder Aneurysmen ist die Behandlung der Grunderkrankung entscheidend. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt und Neurologen sind wichtig.
Quellen
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Augenmuskellähmungen, 2022.
- Kaufman PL, Alm A (Hrsg.): Adler's Physiology of the Eye. 11. Auflage, Elsevier, 2011.
- Ziegler A, Mast H: Augenmuskelparesen – Klinik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt, 2019.
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