Adsorption – Medizinische Bedeutung und Anwendung
Adsorption bezeichnet die Anlagerung von Stoffen an eine Oberfläche. In der Medizin wird sie genutzt, um Giftstoffe oder Schadstoffe im Körper zu binden und deren Aufnahme zu verhindern.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Adsorption"
Adsorption bezeichnet die Anlagerung von Stoffen an eine Oberfläche. In der Medizin wird sie genutzt, um Giftstoffe oder Schadstoffe im Körper zu binden und deren Aufnahme zu verhindern.
Was ist Adsorption?
Adsorption ist ein physikalisch-chemischer Prozess, bei dem Moleküle, Ionen oder Partikel aus einem Gas oder einer Flüssigkeit an der Oberfläche eines festen Stoffes (des sogenannten Adsorbens) haften bleiben. Im Gegensatz zur Absorption, bei der Stoffe in ein Material eindringen, findet die Adsorption ausschließlich an der Oberfläche statt. In der Medizin und Pharmazie spielt dieser Prozess eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Entgiftung, der Arzneimittelformulierung und in medizinischen Filterverfahren.
Grundprinzip der Adsorption
Bei der Adsorption werden Stoffe durch physikalische Kräfte (Van-der-Waals-Kräfte) oder chemische Bindungen an einer Oberfläche festgehalten. Man unterscheidet daher zwei Haupttypen:
- Physisorption: Schwache, reversible Bindung durch Van-der-Waals-Kräfte. Der adsorbierte Stoff kann leicht wieder freigesetzt werden.
- Chemisorption: Stärkere, oft irreversible Bindung durch chemische Reaktionen zwischen dem Adsorbat und der Oberfläche des Adsorbens.
Die Effizienz der Adsorption hängt stark von der Oberflächengröße des Adsorbens ab. Materialien mit sehr großer innerer Oberfläche, wie Aktivkohle, sind besonders effektive Adsorbentien.
Medizinische Anwendungen
Aktivkohle bei Vergiftungen
Eine der bekanntesten medizinischen Anwendungen der Adsorption ist der Einsatz von Aktivkohle (medizinische Bezeichnung: Carbo medicinalis) bei akuten Vergiftungen. Aktivkohle besitzt eine extrem große Oberfläche und kann eine Vielzahl von Giftstoffen, Medikamenten und anderen Schadstoffen im Magen-Darm-Trakt an sich binden, sodass diese nicht mehr in den Blutkreislauf aufgenommen werden können. Sie wird typischerweise als Suspension eingenommen und ist besonders wirksam, wenn sie innerhalb der ersten Stunde nach einer Vergiftung verabreicht wird.
Hämodialyse und Hämoperfusion
In der Nephrologie und Intensivmedizin werden Adsorptionsprinzipien bei der Hämoperfusion eingesetzt. Dabei wird das Blut des Patienten an einem Adsorbens (z. B. Aktivkohle oder speziellen Kunstharzen) vorbeigeleitet, um Giftstoffe, Medikamente oder andere schädliche Substanzen direkt aus dem Blut zu entfernen. Dieses Verfahren ergänzt oder ersetzt in bestimmten Situationen die Hämodialyse.
Pharmazeutische Formulierung
In der Pharmakologie wird Adsorption gezielt genutzt, um Wirkstoffe an Trägermaterialien zu binden. Dies kann die Freisetzungsrate eines Medikaments kontrollieren (sogenannte Retardformulierungen) oder die Stabilität und Bioverfügbarkeit eines Wirkstoffs verbessern. Impfstoffe nutzen Adsorption ebenfalls, beispielsweise in Form von Aluminiumsalzen als Adjuvanzien, die Antigene an ihrer Oberfläche binden und so die Immunantwort verstärken.
Wasseraufbereitung und Medizintechnik
In der medizinischen Infrastruktur wird Adsorption zur Wasseraufbereitung und zur Reinigung von medizinischen Gasen eingesetzt. Filtersysteme in Dialysemaschinen, Beatmungsgeräten und sterilen Reinräumen nutzen Adsorptionsmaterialien, um Verunreinigungen zu entfernen.
Relevante Adsorbentien in der Medizin
- Aktivkohle: Breitbandadsorbens bei Vergiftungen und Überdosierungen
- Aluminiumhydroxid / Aluminiumphosphat: Adjuvanzien in Impfstoffen, binden Antigene und verstärken die Immunantwort
- Zeolithe und Kunstharze: Einsatz bei Hämoperfusion und in Dialyseverfahren
- Smektit (Diosmectit): Natürliches Tonmineral, das als Darmadsorbens bei Durchfallerkrankungen eingesetzt wird und Erreger sowie Toxine bindet
Grenzen und Risiken
Obwohl die Adsorption in der Medizin vielfach nützlich ist, hat sie auch Grenzen. Nicht alle Substanzen werden gleich gut adsorbiert. Zum Beispiel werden Alkohole, Eisensalze und bestimmte Säuren von Aktivkohle nur unzureichend gebunden. Zudem kann ein Adsorbens neben schädlichen Stoffen auch gleichzeitig nützliche Substanzen wie Medikamente oder Nährstoffe binden, was bei der Anwendung berücksichtigt werden muss. In der Hämoperfusion können Blutzellen und Proteine ebenfalls unspezifisch adsorbiert werden, was Nebenwirkungen verursachen kann.
Quellen
- Mutschler, E. et al. - Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, klinische Pharmakologie, Toxikologie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 10. Auflage (2012).
- WHO - Poisoning Prevention and Management: Activated Charcoal Use. World Health Organization, Genf (2020). Verfügbar unter: https://www.who.int
- Lüllmann, H., Mohr, K., Hein, L. - Pharmakologie und Toxikologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 18. Auflage (2016).
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