Chologener Durchfall – Ursachen, Symptome & Therapie
Chologener Durchfall ist eine Durchfallerkrankung, die durch einen Überschuss an Gallensäuren im Dickdarm verursacht wird. Er tritt häufig nach Operationen am Dünndarm oder bei Erkrankungen der Gallenblase auf.
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Chologener Durchfall ist eine Durchfallerkrankung, die durch einen Überschuss an Gallensäuren im Dickdarm verursacht wird. Er tritt häufig nach Operationen am Dünndarm oder bei Erkrankungen der Gallenblase auf.
Was ist chologener Durchfall?
Chologener Durchfall (auch als Gallensäure-induzierter Durchfall oder Gallensäure-Malabsorption bezeichnet) ist eine Form von chronischem Durchfall, die entsteht, wenn zu viele Gallensäuren in den Dickdarm gelangen. Gallensäuren werden normalerweise im letzten Abschnitt des Dünndarms (Ileum) wieder aufgenommen und dem Körper erneut zugeführt. Wird dieser Kreislauf gestört, stimulieren die überschüssigen Gallensäuren die Schleimhaut des Dickdarms und führen zu wässrigem Durchfall.
Ursachen
Chologener Durchfall kann durch verschiedene Erkrankungen und Eingriffe ausgelöst werden:
- Chirurgische Entfernung des terminalen Ileums: z. B. bei Morbus Crohn oder Darmkrebs, wenn der Bereich, der Gallensäuren rückresorbtiert, entfernt wurde
- Morbus Crohn: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die das Ileum befallen und dessen Funktion beeinträchtigen kann
- Cholezystektomie: Entfernung der Gallenblase, nach der die Gallensäuren kontinuierlich in den Darm fließen, anstatt gespeichert zu werden
- Idiopathische Gallensäure-Malabsorption: Ohne erkennbare Grunderkrankung, häufig im Rahmen eines Reizdarmsyndroms
- Strahlentherapie im Beckenbereich, die das Ileum schädigen kann
- Zöliakie oder andere Erkrankungen, die die Dünndarmschleimhaut schädigen
Symptome
Die typischen Beschwerden bei chogenem Durchfall umfassen:
- Wässriger, häufig gelblich gefärbter Durchfall
- Plötzlicher, starker Stuhldrang (Drangsymptomatik)
- Bauchkrämpfe und Blähungen
- Häufige Stuhlentleerungen, auch nachts
- In schweren Fällen: Gewichtsverlust und Nährstoffmängel
Diagnose
Die Diagnose eines chologenen Durchfalls kann durch verschiedene Methoden gestellt werden:
- SeHCAT-Test (Selen-75-homocholsäure-Taurin-Test): Ein nuklearmedizinischer Test, bei dem eine radioaktiv markierte Gallensäure geschluckt wird. Die Rückresorption wird über mehrere Tage gemessen. Ein niedriger Rückhaltewert weist auf eine Gallensäure-Malabsorption hin.
- Bestimmung von Gallensäuren im Blut (7-alpha-Hydroxy-4-cholesten-3-on, kurz C4): Erhöhte Werte deuten auf eine gesteigerte Gallensäureproduktion hin.
- Stuhluntersuchung auf Gallensäuren
- Ausschluss anderer Ursachen durch Darmspiegelung (Koloskopie) und Laborwerte
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden:
Medikamentöse Therapie
- Gallensäurebinder (Anionenaustauscher): Mittel der ersten Wahl sind Colestyramin, Colesevelam oder Colestipol. Sie binden die überschüssigen Gallensäuren im Darm und verhindern deren reizende Wirkung auf die Darmschleimhaut.
- Budesonid: In bestimmten Fällen, z. B. bei mikroskopischer Kolitis als Begleitdiagnose, kann ein lokales Kortikosteroid eingesetzt werden.
Ernährungsanpassungen
- Fettarme Ernährung kann helfen, da Fett die Gallensäureproduktion anregt
- Kleine, häufige Mahlzeiten bevorzugen
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Kompensation von Flüssigkeitsverlusten
Behandlung der Grunderkrankung
Bei Morbus Crohn oder anderen zugrundeliegenden Erkrankungen ist die Behandlung der Grunderkrankung ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Eine enge Zusammenarbeit mit einem Gastroenterologen wird empfohlen.
Quellen
- Walters, J. R. F. (2014): Bile acid diarrhoea and FGF19: new views on diagnosis, pathogenesis and therapy. Nature Reviews Gastroenterology and Hepatology, 11(7), 426-434.
- Wedlake, L. et al. (2009): Systematic review: the prevalence of idiopathic bile acid malabsorption as diagnosed by SeHCAT scanning in patients with diarrhoea-predominant irritable bowel syndrome. Alimentary Pharmacology and Therapeutics, 30(7), 707-717.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom. AWMF-Registernummer 021-016 (2021).
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