Chitosan – Wirkung, Dosierung und Anwendung
Chitosan ist ein natürlicher Ballaststoff aus Krustentier-Schalen, der in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird und Fett im Darm binden soll.
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Chitosan ist ein natürlicher Ballaststoff aus Krustentier-Schalen, der in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird und Fett im Darm binden soll.
Was ist Chitosan?
Chitosan ist ein natürlich vorkommendes Polysaccharid, das aus Chitin gewonnen wird. Chitin ist ein strukturelles Biopolymer, das in den Schalen von Krebstieren wie Garnelen, Krabben und Hummern sowie in der Zellwand bestimmter Pilze vorkommt. Durch einen chemischen Prozess namens Deacetylierung wird Chitin in Chitosan umgewandelt. Chitosan besitzt einen positiven elektrischen Ladungscharakter, der ihm seine besonderen Eigenschaften verleiht und es von den meisten anderen Ballaststoffen unterscheidet.
Herkunft und Gewinnung
Die kommerzielle Produktion von Chitosan erfolgt hauptsächlich aus Abfallprodukten der Fischereiindustrie. Die Schalen von Krebstieren werden zunächst gereinigt, entmineralisiert und enteiweißt, bevor das enthaltene Chitin durch Deacetylierung in Chitosan umgewandelt wird. Es gibt auch biotechnologische Verfahren, bei denen Chitosan aus Pilzen wie Aspergillus niger oder Mucor-Arten gewonnen wird, was eine vegane Alternative darstellt.
Wirkmechanismus
Chitosan wirkt im Verdauungstrakt als sogenannter Fettbinder. Aufgrund seiner positiv geladenen Aminogruppen kann es im sauren Milieu des Magens an negativ geladene Fettsäuren und Gallensäuren binden. Im Darm bildet Chitosan mit Nahrungsfetten einen Gelkomplex, der die Fettaufnahme (Resorption) im Dünndarm hemmt. Dieser Komplex wird dann unverdaut mit dem Stuhl ausgeschieden.
- Bindung von Nahrungsfetten im Gastrointestinaltrakt
- Hemmung der Fettresorption im Dünndarm
- Bindung von Gallensäuren und Cholesterin
- Verringerung des Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegels im Blut (in Studien beobachtet)
Medizinische und ernährungsmedizinische Anwendung
Gewichtsmanagement
Chitosan wird häufig in Nahrungsergänzungsmitteln zur Unterstützung der Gewichtsabnahme eingesetzt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen gesundheitsbezogenen Hinweis (Health Claim) zugelassen, der besagt, dass Chitosan zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutcholesterinspiegels beitragen kann, wenn täglich 3 g eingenommen werden. Für eine signifikante Gewichtsabnahme allein durch Chitosan ist die wissenschaftliche Evidenz jedoch begrenzt.
Cholesterinmanagement
Durch die Bindung von Gallensäuren im Darm kann Chitosan die Rückresorption von Cholesterin verringern. Klinische Studien zeigen moderate Senkungen des LDL-Cholesterins bei regelmäßiger Einnahme in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung.
Wundversorgung und medizinische Anwendungen
In der Medizin wird Chitosan aufgrund seiner antimikrobiellen, blutstillenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften eingesetzt. Es findet Verwendung in Wundauflagen, chirurgischen Nähten und als Wirkstoffträgersystem (Drug Delivery) in der Pharmakologie.
Empfohlene Dosierung
Die typische Dosierung von Chitosan in Nahrungsergänzungsmitteln liegt zwischen 1,5 g und 4,5 g täglich, meist aufgeteilt auf mehrere Einnahmen vor den Mahlzeiten. Die EFSA-Zulassung bezieht sich auf eine tägliche Mindestdosis von 3 g. Es ist wichtig, Chitosan mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen.
Sicherheit, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Chitosan gilt bei oraler Einnahme in empfohlenen Mengen als allgemein sicher. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall
- Übelkeit bei höheren Dosen
- Mögliche Beeinträchtigung der Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) bei Langzeitanwendung
Wechselwirkungen: Chitosan kann die Resorption fettlöslicher Medikamente und Nährstoffe hemmen. Personen, die blutverdünnende Medikamente wie Warfarin einnehmen, sollten Chitosan nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwenden, da es die Vitamin-K-Aufnahme beeinflussen kann.
Kontraindikationen: Personen mit einer Allergie auf Meeresfrüchte oder Schalentiere sollten Chitosan aus tierischen Quellen meiden. Schwangere und stillende Frauen sollten auf die Einnahme verzichten oder zuvor ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to chitosan. EFSA Journal 2011;9(6):2214.
- Ni Mhurchu C et al. - Effect of chitosan on body weight and plasma lipids: a randomised controlled trial. Eur J Clin Nutr. 2004;58(9):1299-1307.
- Baldrick P. - The safety of chitosan as a pharmaceutical excipient. Regulatory Toxicology and Pharmacology. 2010;56(3):290-299.
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