Allergieschutzimpfung – Hyposensibilisierung erklärt
Die Allergieschutzimpfung (Hyposensibilisierung) reduziert die Überempfindlichkeit des Immunsystems gegenüber Allergenen langfristig und lindert allergische Beschwerden.
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Die Allergieschutzimpfung (Hyposensibilisierung) reduziert die Überempfindlichkeit des Immunsystems gegenüber Allergenen langfristig und lindert allergische Beschwerden.
Was ist die Allergieschutzimpfung?
Die Allergieschutzimpfung, auch bekannt als Hyposensibilisierung oder Allergen-Immuntherapie (AIT), ist eine medizinische Behandlung, bei der das Immunsystem schrittweise an einen bestimmten Auslöser (Allergen) gewöhnt wird. Ziel ist es, die überschießende Immunreaktion des Körpers auf Substanzen wie Pollen, Hausstaubmilben, Insektengift oder Tierhaare langfristig zu reduzieren oder vollständig zu beseitigen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Antihistaminika oder Kortikosteroiden, die lediglich Symptome lindern, greift die Allergieschutzimpfung kausal in das Krankheitsgeschehen ein.
Ursachen und Hintergrund von Allergien
Eine Allergie entsteht, wenn das Immunsystem harmlose Substanzen fälschlicherweise als Bedrohung einstuft und mit einer übertriebenen Abwehrreaktion reagiert. Dabei werden Immunglobulin-E-Antikörper (IgE) gebildet, die bei erneutem Kontakt mit dem Allergen die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren wie Histamin auslösen. Typische Allergieauslöser sind:
- Pollen (Gräser, Bäume, Kräuter)
- Hausstaubmilben
- Schimmelpilzsporen
- Tierschuppen und Tierhaare
- Insektengifte (z. B. Bienen- oder Wespengift)
Wirkmechanismus der Allergieschutzimpfung
Bei der Allergieschutzimpfung wird dem Patienten das auslösende Allergen in stetig steigenden Dosen verabreicht. Dadurch lernt das Immunsystem, das Allergen zu tolerieren, anstatt überzureagieren. Auf molekularer Ebene finden folgende Prozesse statt:
- Erhöhung der regulatorischen T-Zellen (Treg), die die Immunantwort dämpfen
- Verschiebung der Immunantwort von einem Th2-Profil (allergiefördernd) hin zu einem Th1-Profil (schützend)
- Bildung von blockierenden IgG4-Antikörpern, die verhindern, dass das Allergen an IgE-Antikörper bindet
- Langfristige Reduktion der Mastzellaktivierung und Histaminausschüttung
Formen der Allergieschutzimpfung
Subkutane Immuntherapie (SCIT)
Bei der subkutanen Immuntherapie wird das Allergenextrakt unter die Haut (subkutan) injiziert, üblicherweise in den Oberarm. Die Behandlung beginnt mit einer Aufbauphase, in der die Dosis wöchentlich gesteigert wird, gefolgt von einer Erhaltungsphase mit monatlichen Injektionen über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Diese Methode wird häufig bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Insektengiftallergien eingesetzt.
Sublinguale Immuntherapie (SLIT)
Bei der sublingualen Immuntherapie wird das Allergen als Tropfen oder Tablette unter die Zunge gegeben. Diese Form ist besonders gut für Patienten mit Pollenallergie oder Hausstaubmilbenallergie geeignet und kann in vielen Fällen zu Hause durchgeführt werden. Allerdings ist die Wirksamkeit je nach Allergen etwas geringer als bei der subkutanen Variante.
Indikationen und Eignung
Die Allergieschutzimpfung ist besonders geeignet bei:
- Allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) und allergischem Asthma
- Insektengiftallergie mit dem Risiko anaphylaktischer Reaktionen
- Hausstaubmilbenallergie mit chronischen Beschwerden
- Patienten, bei denen eine Allergenkarenz nicht möglich ist
- Patienten, die eine langfristige Lösung anstelle dauerhafter Medikamenteneinnahme anstreben
Nicht geeignet ist die Therapie bei unkontrolliertem schwerem Asthma, bestimmten Autoimmunerkrankungen, Schwangerschaft (Beginn der Therapie) oder schweren Herzerkrankungen.
Ablauf und Dauer der Behandlung
Die Allergieschutzimpfung ist eine Langzeittherapie. Der typische Behandlungsablauf umfasst:
- Allergologische Diagnostik: Identifikation des spezifischen Allergens durch Haut- und Bluttests
- Aufbauphase (3–6 Monate): Wöchentliche Injektionen mit steigenden Allergendosen
- Erhaltungsphase (3–5 Jahre): Monatliche Injektionen mit der maximal verträglichen Dosis
- Nachkontrolle: Regelmäßige ärztliche Verlaufskontrollen zur Beurteilung des Therapieerfolgs
Wirksamkeit und Erfolgsaussichten
Studien belegen, dass die Allergieschutzimpfung bei vielen Patienten zu einer deutlichen und dauerhaften Reduktion der Allergiesymptome führt. Bei Insektengiftallergie liegt die Schutzrate bei über 95 %. Bei Pollen- und Hausstaubmilbenallergien sprechen etwa 70–85 % der Patienten positiv auf die Therapie an. Ein weiterer Vorteil ist die vorbeugendende Wirkung: Die Therapie kann verhindern, dass aus einem Heuschnupfen ein allergisches Asthma entsteht, und reduziert das Risiko neuer Sensibilisierungen.
Mögliche Nebenwirkungen
Die Allergieschutzimpfung ist im Allgemeinen gut verträglich, kann jedoch folgende Nebenwirkungen verursachen:
- Lokale Reaktionen: Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der Injektionsstelle (häufig)
- Systemische Reaktionen: Niesen, Fließschnupfen, Hautausschlag (gelegentlich)
- Anaphylaktische Reaktionen: Sehr selten, aber möglich – deshalb Nachbeobachtungszeit von 30 Minuten nach jeder Injektion in der Praxis
Aus diesem Grund sollte die subkutane Immuntherapie stets unter ärztlicher Aufsicht und mit der Möglichkeit einer Notfallbehandlung durchgeführt werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie, 2022. Verfügbar unter: www.dgaki.de
- Pfaar O. et al. - Guideline on Allergen-Specific Immunotherapy in IgE-Mediated Allergic Diseases. Allergo Journal International, 2014.
- World Allergy Organization (WAO): Allergen Immunotherapy Guidelines, 2020. Verfügbar unter: www.worldallergy.org
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