Augenwasser – Kammerwasser, Funktion und Erkrankungen
Augenwasser bezeichnet die natürliche Flüssigkeit im Auge, die Hornhaut und Linse versorgt. Ein gestörter Abfluss kann zu Augeninnendruck und Glaukom führen.
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Augenwasser bezeichnet die natürliche Flüssigkeit im Auge, die Hornhaut und Linse versorgt. Ein gestörter Abfluss kann zu Augeninnendruck und Glaukom führen.
Was ist Augenwasser?
Augenwasser – medizinisch als Kammerwasser (Humor aquosus) bezeichnet – ist eine klare, wässrige Flüssigkeit, die im vorderen Augenabschnitt zirkuliert. Sie füllt die Vorder- und Hinterkammer des Auges aus und übernimmt wichtige Versorgungsaufgaben für Strukturen, die keine eigene Blutversorgung besitzen, wie die Hornhaut und die Augenlinse.
Bildung und Zusammensetzung
Das Kammerwasser wird kontinuierlich vom Ziliarkörper produziert, einer ringförmigen Muskelstruktur hinter der Iris. Es besteht hauptsächlich aus Wasser, enthält aber auch Elektrolyte, Glukose, Aminosäuren und Antioxidantien. Pro Tag werden etwa 2–3 Milliliter Kammerwasser neu gebildet.
Funktion des Augenwassers
- Ernährung: Versorgung von Hornhaut und Augenlinse mit Nährstoffen und Sauerstoff.
- Entsorgung: Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten.
- Druckregulation: Aufrechterhaltung des Augeninnendrucks (Normalwert: 10–21 mmHg), der für die stabile Form des Augapfels notwendig ist.
- Optische Funktion: Beteiligung am Lichtbrechungssystem des Auges.
Abflusswege
Das Kammerwasser fließt aus der Hinterkammer durch die Pupille in die Vorderkammer und verlässt das Auge hauptsächlich über den Trabekelapparat im Kammerwinkel (trabekulärer Abfluss) sowie zu einem kleineren Teil über den uveoskleralen Weg. Ein funktionierendes Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss ist entscheidend für einen gesunden Augendruck.
Störungen des Augenwassers und Erkrankungen
Erhöhter Augeninnendruck (Okuläre Hypertension)
Wenn der Abfluss des Kammerwassers behindert ist, steigt der Augeninnendruck an. Dies kann langfristig den Sehnerv schädigen und ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms (grüner Star).
Glaukom (Grüner Star)
Beim Glaukom führt ein chronisch erhöhter oder auch normaler Augeninnendruck zur schrittweisen Schädigung des Sehnervs und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Man unterscheidet vor allem das Offenwinkelglaukom (häufigste Form, schleichender Verlauf) vom Winkelblockglaukom (akuter Anfall mit plötzlich starkem Druckanstieg).
Niedriger Augeninnendruck (Okuläre Hypotonie)
Ein zu niedriger Augendruck, etwa nach Augenverletzungen oder Operationen, kann ebenfalls zu Sehstörungen und strukturellen Schäden am Auge führen.
Diagnose
Der Augeninnendruck wird mit einem Verfahren namens Tonometrie gemessen. Dabei wird entweder durch direkten Kontakt (Applanationstonometrie) oder berührungslos (Luftstoßtonometrie) der Druck im Auge bestimmt. Ergänzend werden der Kammerwinkel (Gonioskopie), der Sehnerv und das Gesichtsfeld untersucht.
Behandlung bei Störungen des Kammerwasserabflusses
Medikamentöse Therapie
Augentropfen sind die häufigste Behandlungsform. Sie wirken entweder drucksenkend durch Verringerung der Kammerwasserproduktion (z. B. Betablocker, Karboanhydrasehemmer) oder durch Verbesserung des Abflusses (z. B. Prostaglandinanaloga, Alpha-2-Agonisten).
Laserbehandlung
Die Lasertrabekuloplastik verbessert den Abfluss des Kammerwassers durch Behandlung des Trabekelwerks mit einem Laser. Bei einem akuten Winkelblock kommt die Laserperipheriridotomie zum Einsatz, bei der eine kleine Öffnung in die Iris gebracht wird, um den Druckausgleich zu ermöglichen.
Operative Therapie
Bei unzureichender Drucksenkung durch Medikamente oder Laser kann ein operativer Eingriff notwendig sein, z. B. die Trabekulektomie (Anlage eines neuen Abflussweges) oder die Implantation eines Drainageimplantats.
Quellen
- Grehn, F. (2019). Augenheilkunde. 32. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin.
- European Glaucoma Society (EGS) – Terminology and Guidelines for Glaucoma, 5th Edition (2020). Available at: https://www.eugs.org
- Knels, R. et al. – Kammerwasserdynamik und Glaukom. Deutsches Ärzteblatt, 2018.
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