Analreflex – Definition, Untersuchung & Bedeutung
Der Analreflex ist ein neurologischer Schutzreflex, bei dem sich der Schließmuskel des Afters bei Hautreizung reflexartig zusammenzieht. Er dient der klinischen Beurteilung des Sakralmarks.
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Der Analreflex ist ein neurologischer Schutzreflex, bei dem sich der Schließmuskel des Afters bei Hautreizung reflexartig zusammenzieht. Er dient der klinischen Beurteilung des Sakralmarks.
Definition
Der Analreflex (auch Analsphinkterreflex genannt) ist ein unwillkürlicher neurologischer Reflex, bei dem sich der äußere Schließmuskel des Afters (Musculus sphincter ani externus) als Reaktion auf eine Reizung der perianalen Haut reflexartig kontrahiert. Dieser Reflex gehört zur Gruppe der sogenannten Oberflächenreflexe und liefert wichtige Informationen über die Unversehrtheit bestimmter Abschnitte des Rückenmarks.
Anatomische und neurologische Grundlagen
Der Analreflex wird über die Sakralsegmente S2 bis S4 des Rückenmarks vermittelt. Der afferente (hinführende) Schenkel des Reflexbogens verläuft über den Nervus pudendus, der Sinnesreize aus der Haut rund um den After aufnimmt. Der efferente (wegführende) Schenkel leitet den motorischen Impuls zurück zum Musculus sphincter ani externus, der sich daraufhin zusammenzieht.
- Reflexbogen: Perianale Haut → sensorische Fasern des N. pudendus → Sakralmark S2–S4 → motorische Fasern → Musculus sphincter ani externus
- Reflextyp: Polysynaptischer Oberflächenreflex
- Zugehörige Segmente: S2, S3, S4
Durchführung der Untersuchung
Die Prüfung des Analreflexes erfolgt im Rahmen einer neurologischen oder proktologischen Untersuchung. Der Patient befindet sich dabei üblicherweise in Seitenlage oder in Steinschnittlage. Die untersuchende Person berührt oder streicht mit einem spitzen, aber nicht verletzenden Instrument (z. B. einer Nadel oder einem Wattestäbchen) leicht über die Haut rund um den Anus. Eine normale Reaktion zeigt sich als sichtbare oder tastbare Kontraktion des äußeren Afterschließmuskels.
Klinische Bedeutung
Die Beurteilung des Analreflexes ist klinisch in mehreren Zusammenhängen relevant:
- Neurologische Diagnostik: Ein fehlender oder abgeschwächter Analreflex kann auf eine Schädigung des Sakralmarks (S2–S4), der Cauda equina oder des N. pudendus hinweisen.
- Spinale Verletzungen: Bei Verdacht auf eine Rückenmarksverletzung hilft der Analreflex, den Grad und das Niveau der Schädigung zu bestimmen.
- Inkontinenzabklärung: Bei Patienten mit Stuhlinkontinenz kann die Prüfung des Analreflexes Hinweise auf eine neurogene Ursache liefern.
- Postoperative Kontrolle: Nach Operationen im Bereich des kleinen Beckens oder der Wirbelsäule wird der Reflex zur Verlaufskontrolle eingesetzt.
Normalbefund und pathologische Befunde
Ein normaler Analreflex zeigt eine deutliche Kontraktion des Sphinkters bei Reizung. Ein abgeschwächter oder fehlender Analreflex (Areflexie) weist auf eine Schädigung im Bereich der Segmente S2–S4 hin, wie sie beispielsweise bei einem Cauda-equina-Syndrom, einer peripheren Neuropathie oder einem Bandscheibenvorfall im unteren Lendenwirbelsäulenbereich auftreten kann. Ein beidseitig fehlender Analreflex ist ein wichtiges Warnsignal und bedarf weiterer diagnostischer Abklärung.
Abgrenzung zu ähnlichen Reflexen
Der Analreflex ist vom Bulbokavernosusreflex zu unterscheiden, der ebenfalls über S2–S4 vermittelt wird, jedoch durch Kompression der Glans penis oder Glans clitoridis ausgelöst wird. Beide Reflexe ergänzen sich in der sakralen Reflexdiagnostik und werden häufig gemeinsam geprüft.
Quellen
- Mumenthaler, M.; Mattle, H.: Neurologie. 13. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2013.
- Masuhr, K. F.; Neumann, M.: Neurologie. 6. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007.
- American Spinal Injury Association (ASIA): International Standards for Neurological Classification of Spinal Cord Injury. Chicago, 2019.
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