Nachtblindheit: Ursachen, Symptome & Behandlung
Nachtblindheit bezeichnet die eingeschränkte Sehfähigkeit bei Dunkelheit oder schlechten Lichtverhältnissen. Sie kann durch Vitamin-A-Mangel, Netzhauterkrankungen oder genetische Ursachen entstehen.
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Nachtblindheit bezeichnet die eingeschränkte Sehfähigkeit bei Dunkelheit oder schlechten Lichtverhältnissen. Sie kann durch Vitamin-A-Mangel, Netzhauterkrankungen oder genetische Ursachen entstehen.
Was ist Nachtblindheit?
Nachtblindheit (medizinisch: Nyktalopie) ist eine Sehstörung, bei der das Sehen bei Dunkelheit oder in schlecht beleuchteten Umgebungen erheblich eingeschränkt ist. Betroffene haben Schwierigkeiten, sich nachts oder in dunklen Räumen zu orientieren, obwohl das Tagessehen oft normal ist. Nachtblindheit ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen der Nachtblindheit lassen sich in drei Kategorien einteilen:
Mangelernährung
- Vitamin-A-Mangel: Vitamin A ist entscheidend für die Bildung von Rhodopsin, dem lichtempfindlichen Pigment in den Stäbchenzellen der Netzhaut. Ein Mangel führt dazu, dass die Stäbchen nicht ausreichend auf Licht reagieren können.
Augenerkrankungen
- Retinitis pigmentosa: Eine erbliche Netzhautdegeneration, bei der die Stäbchenzellen fortschreitend absterben.
- Grauer Star (Katarakt): Eintrübung der Augenlinse, die das einfallende Licht streut und das Dämmerungssehen beeinträchtigt.
- Glaukom (grüner Star): Erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt.
- Kurzsichtigkeit (Myopie): Kann in bestimmten Fällen das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen beeinträchtigen.
Genetische Ursachen
- Bestimmte angeborene Formen der Nachtblindheit, wie die kongenitale stationäre Nachtblindheit (CSNB), sind genetisch bedingt und von Geburt an vorhanden, ohne dass sie sich verschlechtern.
Symptome
Die typischen Beschwerden bei Nachtblindheit umfassen:
- Schlechtes Sehen bei Dunkelheit oder in schlecht beleuchteten Räumen
- Verlängerte Anpassungszeit beim Wechsel von hellem zu dunklem Umfeld
- Schwierigkeiten beim nächtlichen Autofahren
- Orientierungsprobleme in der Dämmerung
- Erhöhte Blendempfindlichkeit bei Nacht
Diagnose
Die Diagnose der Nachtblindheit erfolgt durch einen Augenarzt. Folgende Untersuchungen werden eingesetzt:
- Dunkeladaptationstest: Messung, wie schnell und wie gut sich das Auge an Dunkelheit anpassen kann.
- Elektroretinogramm (ERG): Messung der elektrischen Aktivität der Netzhautzellen, insbesondere der Stäbchen.
- Spaltlampenuntersuchung: Beurteilung der vorderen und hinteren Augenabschnitte.
- Blutuntersuchung: Bestimmung des Vitamin-A-Spiegels im Blut.
- Genetische Tests: Bei Verdacht auf erbliche Ursachen wie Retinitis pigmentosa oder CSNB.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
Vitamin-A-Mangel
Bei nachgewiesenem Vitamin-A-Mangel kann die Supplementierung mit Vitamin A (Retinol) die Nachtblindheit rasch verbessern oder vollständig beheben. Die Dosierung sollte ärztlich begleitet werden, da eine Überdosierung toxisch wirken kann.
Augenerkrankungen
Bei einem Grauer Star kann eine operative Entfernung der getrübten Linse die Sehfähigkeit wiederherstellen. Ein Glaukom wird mit Augentropfen, Laserbehandlung oder Operation behandelt. Bei Kurzsichtigkeit helfen geeignete Brillen oder Kontaktlinsen.
Genetisch bedingte Formen
Für die Retinitis pigmentosa gibt es derzeit keine Heilung, jedoch kann eine Vitamin-A-Supplementierung den Krankheitsverlauf in bestimmten Fällen verlangsamen. Die kongenitale stationäre Nachtblindheit ist nicht progressiv und erfordert in der Regel keine spezifische Behandlung, jedoch können optische Hilfsmittel helfen.
Vorbeugung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin A kann einer ernährungsbedingten Nachtblindheit vorbeugen. Gute Vitamin-A-Quellen sind Leber, Milchprodukte, Eier sowie Betacarotin-reiche Lebensmittel wie Karotten, Süßkartoffeln und Spinat. In Entwicklungsländern, wo Vitamin-A-Mangel häufiger vorkommt, sind Supplementierungsprogramme ein wichtiges Präventionsinstrument.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Vitamin A deficiency. Verfügbar unter: https://www.who.int/data/nutrition/nlis/info/vitamin-a-deficiency
- Hartong DT, Berson EL, Dryja TP. Retinitis pigmentosa. Lancet. 2006;368(9549):1795-1809.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
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