Kontaktallergien: Ursachen, Symptome & Behandlung
Kontaktallergien sind allergische Reaktionen der Haut, die durch direkten Kontakt mit bestimmten Substanzen ausgelöst werden. Sie äußern sich meist als Rötung, Juckreiz oder Bläschenbildung.
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Kontaktallergien sind allergische Reaktionen der Haut, die durch direkten Kontakt mit bestimmten Substanzen ausgelöst werden. Sie äußern sich meist als Rötung, Juckreiz oder Bläschenbildung.
Was sind Kontaktallergien?
Kontaktallergien (auch bekannt als allergische Kontaktdermatitis) sind Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems, die durch den direkten Hautkontakt mit bestimmten Stoffen ausgelöst werden. Im Unterschied zu einer Reizreaktion (irritative Kontaktdermatitis) handelt es sich bei der Kontaktallergie um eine immunologisch vermittelte Reaktion vom verzögerten Typ (Typ-IV-Reaktion nach Coombs und Gell).
Ursachen und auslösende Substanzen
Kontaktallergien können durch eine Vielzahl von Substanzen ausgelöst werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von sogenannten Kontaktallergenen. Typische Auslöser sind:
- Metalle: Nickel (häufigster Auslöser), Kobalt, Chrom
- Kosmetika und Pflegeprodukte: Duftstoffe, Konservierungsmittel (z. B. Methylisothiazolinon), Haarfärbemittel (z. B. p-Phenylendiamin)
- Latex: Naturkautschuk in Handschuhen oder medizinischen Produkten
- Pflanzen: Primel, Chrysantheme, Giftefeu
- Medikamente zur äußerlichen Anwendung: z. B. Neomycin, Benzocain
- Klebstoffe und Harze: Epoxidharze, Acrylate
- Berufliche Chemikalien: z. B. in der Friseur-, Bau- oder Gesundheitsbranche
Wie entsteht eine Kontaktallergie?
Die Entstehung einer Kontaktallergie verläuft in zwei Phasen:
1. Sensibilisierungsphase
Beim ersten Kontakt mit dem Allergen dringt die Substanz in die Haut ein und wird von sogenannten Langerhans-Zellen (Immunzellen der Haut) aufgenommen. Diese präsentieren das Allergen den T-Lymphozyten des Immunsystems, welche sich daraufhin gegen diesen Stoff sensibilisieren. In dieser Phase treten noch keine Symptome auf.
2. Auslösungsphase (Elizitationsphase)
Bei einem erneuten Kontakt mit demselben Allergen reagieren die bereits sensibilisierten T-Lymphozyten und lösen eine Entzündungsreaktion in der Haut aus. Diese Reaktion tritt typischerweise 12 bis 72 Stunden nach dem Kontakt auf und zeigt sich als Ekzem an der Kontaktstelle.
Symptome
Die typischen Symptome einer Kontaktallergie betreffen in erster Linie die Haut und umfassen:
- Rötung (Erythem) der betroffenen Hautstelle
- Juckreiz (Pruritus), teils sehr stark ausgeprägt
- Schwellung (Ödem)
- Bläschenbildung (Vesikel)
- Nässen und Krustenbildung bei starker Reaktion
- Schuppung und Verdickung der Haut bei chronischem Verlauf
Die Reaktion beschränkt sich zunächst auf die Kontaktstelle, kann sich jedoch bei wiederholtem Kontakt auch auf andere Körperstellen ausbreiten.
Diagnose
Die Diagnose einer Kontaktallergie erfolgt durch eine sorgfältige Anamnese und klinische Untersuchung. Das wichtigste diagnostische Verfahren ist der Epikutantest (Patch-Test):
- Standardisierte Allergene werden auf Testpflaster aufgetragen und für 48 Stunden auf den Rücken des Patienten geklebt.
- Nach 48 und 72 Stunden (teils auch nach 96 Stunden) wird die Reaktion abgelesen und bewertet.
- Eine positive Reaktion zeigt sich als Rötung, Bläschenbildung oder Papeln an der Teststelle.
Ergänzend können Blutuntersuchungen, eine Hautbiopsie oder weitere allergologische Tests durchgeführt werden.
Behandlung
Allergenkarenz
Die wichtigste Maßnahme ist die konsequente Vermeidung des auslösenden Allergens. Dies erfordert eine genaue Kenntnis der Inhaltsstoffe von Produkten und gegebenenfalls eine Berufsberatung bei berufsbedingten Allergien.
Medikamentöse Therapie
- Kortikosteroide (topisch): Kortison-Cremes oder -Salben lindern Entzündung und Juckreiz effektiv.
- Kortikosteroide (systemisch): Bei schweren Reaktionen können Kortikosteroide als Tabletten oder Infusion eingesetzt werden.
- Calcineurininhibitoren: Tacrolimus oder Pimecrolimus als kortikosteroidfreie Alternative, besonders bei empfindlicher Haut.
- Antihistaminika: Helfen bei starkem Juckreiz, bekämpfen jedoch nicht die Entzündungsreaktion direkt.
- Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte: Rückfettende Cremes und Lotionen zur Hautpflege und -regeneration.
Langzeitmanagement
Eine vollständige Heilung der Kontaktallergie ist in der Regel nicht möglich. Das Ziel der Behandlung ist die Kontrolle der Symptome und die Vermeidung weiterer Schübe durch konsequente Allergenkarenz sowie eine regelmäßige Hautpflege.
Prävention
Zur Vorbeugung von Kontaktallergien empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Verwendung von hypoallergenen Kosmetika und Pflegeprodukten
- Tragen von Schutzhandschuhen bei beruflichem Kontakt mit Chemikalien
- Meiden von Schmuck mit hohem Nickelgehalt
- Regelmäßige Hautpflege zur Stärkung der Hautbarriere
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie Kontaktekzem, AWMF-Registernummer 013-055 (2021).
- Johansen J.D. et al. - European Society of Contact Dermatitis guideline for diagnostic patch testing. Contact Dermatitis, 2015;73(4):195-221.
- Rustemeyer T., van Hoogstraten I.M.W., von Blomberg B.M.E., Scheper R.J. - Mechanisms in allergic contact dermatitis. In: Frosch P.J., Menne T., Lepoittevin J.P. (Hrsg.): Contact Dermatitis. Springer Verlag, 2006.
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