Neurosekret – Definition, Funktion und Bedeutung
Neurosekret bezeichnet Botenstoffe, die von spezialisierten Nervenzellen produziert und ausgeschüttet werden. Sie steuern lebenswichtige Körperfunktionen wie Hormonhaushalt, Schmerzwahrnehmung und Stressreaktion.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Neurosekret"
Neurosekret bezeichnet Botenstoffe, die von spezialisierten Nervenzellen produziert und ausgeschüttet werden. Sie steuern lebenswichtige Körperfunktionen wie Hormonhaushalt, Schmerzwahrnehmung und Stressreaktion.
Was ist Neurosekret?
Neurosekret ist ein Sammelbegriff für biologisch aktive Substanzen, die von neurosekretorischen Zellen – spezialisierten Nervenzellen mit sekretorischer Funktion – synthetisiert und in die Blutbahn oder in benachbarte Gewebe abgegeben werden. Diese Zellen verbinden die Eigenschaften klassischer Nervenzellen (Erregungsleitung) mit denen endokriner Drüsenzellen (Hormonausschüttung) und bilden damit die Grundlage der sogenannten Neuroendokrinologie.
Typische Beispiele für Neurosekrete sind Oxytocin, Vasopressin (ADH), Releasing-Hormone des Hypothalamus sowie verschiedene Neuropeptide wie Enkephaline und Endorphine.
Entstehung und Freisetzung
Neurosekrete werden hauptsächlich im Hypothalamus gebildet, einem zentralen Bereich des Zwischenhirns, der als übergeordnetes Kontrollzentrum des Hormonsystems gilt. Die produzierten Substanzen werden entweder:
- direkt in das Blut abgegeben (neurohumorale Sekretion),
- in den Spalt zwischen Nervenzellen freigesetzt (synaptische Sekretion),
- oder in benachbarte Zellen und Gewebe diffundiert (parakrine Sekretion).
Die Freisetzung erfolgt in der Regel als Reaktion auf elektrische Nervenimpulse oder auf biochemische Signale aus dem Körper.
Funktionen von Neurosekret
Neurosekrete übernehmen im menschlichen Körper eine Vielzahl von Steuerungsaufgaben:
- Regulation des Wasserhaushalts: Vasopressin (ADH) steuert die Rückresorption von Wasser in der Niere.
- Sozialverhalten und Bindung: Oxytocin fördert Vertrauen, soziale Bindung und spielt eine zentrale Rolle bei der Geburt und dem Stillvorgang.
- Schmerzmodulation: Endorphine und Enkephaline wirken schmerzlindernd und stimmungsaufhellend.
- Stressreaktion: Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) aktiviert die Stressachse des Körpers.
- Wachstum und Stoffwechsel: Growth-Hormone-Releasing-Hormon (GHRH) stimuliert die Wachstumshormonausschüttung.
Klinische Bedeutung
Störungen der neurosekretorischen Aktivität können zu einer Reihe von Erkrankungen führen. Zu den wichtigsten zählen:
Diabetes insipidus
Ein Mangel an Vasopressin führt zum zentralen Diabetes insipidus, einer Erkrankung, bei der die Nieren kein Wasser rückresorbieren können. Betroffene scheiden täglich sehr große Mengen stark verdünnten Urins aus und leiden unter extremem Durstgefühl.
Hypothalamische Dysfunktion
Tumoren, Entzündungen oder Verletzungen im Hypothalamus können die Produktion und Ausschüttung zahlreicher Neurosekrete stören. Dies kann zu Hormonstörungen, Schlafproblemen, Gewichtsveränderungen und Fertilitätsproblemen führen.
Neurosekretorische Tumoren
Sogenannte neuroendokrine Tumoren (NET) entstehen aus neurosekretorischen Zellen und können unkontrolliert Hormone ausschütten. Je nach Lokalisation und ausgeschütteter Substanz verursachen sie unterschiedliche klinische Bilder, wie etwa das Karzinoid-Syndrom.
Diagnose und Untersuchungsmethoden
Die Diagnostik von Störungen des neurosekretorischen Systems umfasst:
- Blut- und Urintests zur Messung von Hormonspiegeln (z.B. ADH, Oxytocin, Cortisol)
- Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT des Gehirns und des Hypothalamus
- Funktionelle Tests wie den Durstversuch bei Verdacht auf Diabetes insipidus
- Histologische Untersuchungen bei Tumorverdacht
Therapeutische Ansätze
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Bei Vasopressin-Mangel: Substitution mit synthetischem Desmopressin
- Bei neuroendokrinen Tumoren: operative Entfernung, medikamentöse Therapie mit Somatostatin-Analoga oder nuklearmedizinische Therapie
- Bei Hypothalamus-Dysfunktion: Hormonersatztherapie je nach Defizit
Quellen
- Schiebler, T.H. & Korf, H.W. (2007). Anatomie. Steinkopff Verlag. Abschnitt Neuroendokrinologie.
- Kasper, D.L. et al. (Hrsg.) (2015). Harrison's Principles of Internal Medicine, 19. Auflage. McGraw-Hill Education. Kapitel Hypothalamus und Hypophyse.
- World Health Organization (WHO). Neuroendocrine Tumours – Classification and Diagnosis. Verfügbar unter: https://www.who.int
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieUrinnitrit
Hämolyseindex
Nährstoffinteraktion
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Neurosekret + Neurosekrete + Neurosekretorisch