Nahrungsproteinhydrolysat – Definition und Anwendung
Ein Nahrungsproteinhydrolysat ist ein durch enzymatische oder chemische Spaltung zerkleinertes Nahrungsprotein. Es wird in Säuglingsnahrung, Sporternährung und Diätetik eingesetzt.
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Ein Nahrungsproteinhydrolysat ist ein durch enzymatische oder chemische Spaltung zerkleinertes Nahrungsprotein. Es wird in Säuglingsnahrung, Sporternährung und Diätetik eingesetzt.
Was ist ein Nahrungsproteinhydrolysat?
Ein Nahrungsproteinhydrolysat entsteht, wenn Nahrungsproteine – also Eiweißmoleküle aus der Nahrung – durch einen chemischen oder biologischen Prozess, die sogenannte Hydrolyse, in kleinere Bestandteile zerlegt werden. Dabei entstehen kurze Eiweißketten, sogenannte Peptide, und einzelne Aminosäuren. Dieser Prozess ahmt die natürliche Verdauung nach und macht die Proteine leichter verfügbar und verträglicher für den Körper.
Herstellung und Verfahren
Die Hydrolyse von Nahrungsproteinen kann auf verschiedene Weisen erfolgen:
- Enzymatische Hydrolyse: Verdauungsenzyme wie Proteasen spalten die Eiweißketten gezielt auf. Dieses Verfahren wird häufig bei der Herstellung von Säuglingsnahrung eingesetzt.
- Saure Hydrolyse: Durch den Einsatz von Salzsäure unter hohen Temperaturen werden Proteine vollständig aufgespalten. Dieses Verfahren ist weniger selektiv.
- Alkalische Hydrolyse: Seltener eingesetzt, bei der Natriumhydroxid zur Spaltung verwendet wird.
Je nach Verfahren entstehen partiell hydrolysierte (teilweise aufgespaltene) oder vollständig hydrolysierte (extensiv aufgespaltene) Produkte. Der Hydrolysegrad (Degree of Hydrolysis, DH) gibt an, wie vollständig das Protein abgebaut wurde.
Anwendungsgebiete
Säuglingsnahrung
Nahrungsproteinhydrolysate werden häufig in hypoallergener Säuglingsnahrung (HA-Nahrung) verwendet. Bei Säuglingen mit einer Kuhmilchallergie oder einem erhöhten Allergierisiko werden die Milchproteine (zum Beispiel Kasein oder Molkenprotein) hydrolysiert, um das Allergiepotenzial zu reduzieren. Extensiv hydrolysierte Formulierungen gelten dabei als geeignet für Säuglinge mit diagnostizierter Kuhmilchallergie.
Sporternährung
In der Sporternährung werden Proteinhydrolysate – häufig auf Basis von Molke (Whey), Kasein oder Soja – eingesetzt, da sie schneller ins Blut aufgenommen werden als unverdaute Proteine. Dies kann die Muskelregeneration nach körperlicher Belastung unterstützen.
Klinische Ernährung und Diätetik
In der klinischen Ernährung kommen Proteinhydrolysate bei Patienten mit eingeschränkter Verdauungsfunktion zum Einsatz, zum Beispiel bei Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom oder nach operativen Eingriffen am Magen-Darm-Trakt. Auch in der enteralen Ernährung (Sondenernährung) werden hydrolysierte Formeln eingesetzt.
Lebensmittelverarbeitung
In der Lebensmittelindustrie dienen Proteinhydrolysate als Geschmacksverstärker (zum Beispiel in Würzen, Soßen oder Suppen), da die entstehenden Aminosäuren und Peptide intensiven Geschmack verleihen, insbesondere den Umami-Geschmack.
Ernährungsphysiologische Bedeutung
Nahrungsproteinhydrolysate sind ernährungsphysiologisch wertvoll, da sie dem Körper essentielle Aminosäuren in leicht resorbierbarer Form liefern. Besonders für Personen mit eingeschränkter Verdauungsleistung oder erhöhtem Eiweißbedarf können sie eine wichtige Rolle spielen. Die Bioverfügbarkeit der Aminosäuren ist bei hydrolysierten Proteinen im Allgemeinen höher als bei intakten Proteinen.
Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen
Nahrungsproteinhydrolysate gelten für die meisten Menschen als sicher und gut verträglich. Allerdings sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Bei einer bekannten Allergie gegen das Ausgangsprotein (zum Beispiel Kuhmilch, Soja, Weizen) muss trotz Hydrolyse Vorsicht geboten sein, insbesondere bei partiell hydrolysierten Produkten.
- Extensiv hydrolysierte Produkte sind in der Regel für Allergiker besser geeignet, da das Allergiepotenzial deutlich gesenkt ist.
- Ein sehr hoher Konsum von Aminosäuren aus vollständig hydrolysierten Proteinen kann bei bestehenden Nierenerkrankungen belastend sein.
Quellen
- Koletzko B. et al. - Pediatric Nutrition in Practice. Karger Verlag, 2015.
- European Food Safety Authority (EFSA) - Scientific Opinion on the essential composition of infant and follow-on formulae. EFSA Journal, 2014.
- Meisel H. - Biochemical properties of regulatory peptides derived from milk proteins. Biopolymers, 1997; 43(2): 119-128.
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