Nebenhodenentzündung – Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Nebenhodenentzündung (Epididymitis) ist eine Entzündung des Nebenhodens, die meist durch Bakterien ausgelöst wird und starke Hodenschmerzen verursacht.
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Die Nebenhodenentzündung (Epididymitis) ist eine Entzündung des Nebenhodens, die meist durch Bakterien ausgelöst wird und starke Hodenschmerzen verursacht.
Was ist eine Nebenhodenentzündung?
Die Nebenhodenentzündung, medizinisch als Epididymitis bezeichnet, ist eine Entzündung des Nebenhodens – einem kleinen, schlauchförmigen Organ, das dem Hoden aufliegt und für die Reifung und den Transport von Spermien zuständig ist. Sie gehört zu den häufigsten urologischen Erkrankungen beim Mann und kann in jedem Alter auftreten, betrifft jedoch besonders häufig Männer zwischen 14 und 35 Jahren sowie ältere Männer über 50.
In vielen Fällen breitet sich die Entzündung auch auf den Hoden selbst aus. Diese Kombination wird dann als Epididymoorchitis bezeichnet.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Nebenhodenentzündung sind bakterielle Infektionen. Man unterscheidet dabei zwei Hauptgruppen:
- Sexuell übertragbare Erreger: Bei jüngeren, sexuell aktiven Männern sind häufig Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) verantwortlich.
- Nicht sexuell übertragbare Erreger: Bei älteren Männern oder Männern mit Harnwegserkrankungen sind oft Escherichia coli und andere Darmbakterien die Ursache, die über die Harnwege in den Nebenhoden gelangen.
Weitere mögliche Auslöser sind:
- Harnwegsinfektionen oder Prostataentzündungen (Prostatitis)
- Katheterisierung der Harnblase oder urologische Eingriffe
- Selten: Mumps-Virus (vor allem bei Kindern und Jugendlichen)
- In seltenen Fällen: Tuberkulose oder andere seltene Erreger
Symptome
Die Symptome einer Nebenhodenentzündung treten in der Regel plötzlich auf und können sich innerhalb weniger Stunden bis Tage verschlimmern. Typische Beschwerden sind:
- Starke, oft einseitige Hodenschmerzen, die vom Nebenhoden ausgehen
- Schwellung und Rötung des Hodensacks
- Überwärmung der betroffenen Region
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie) oder häufiger Harndrang
- Gelegentlich Ausfluss aus der Harnröhre (bei sexuell übertragbarer Ursache)
Ein wichtiger Hinweis: Starke, plötzliche Hodenschmerzen können auch auf eine Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) hinweisen – ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss. Bei solchen Beschwerden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch folgende Untersuchungen gesichert:
- Körperliche Untersuchung: Tastuntersuchung des Hodens und Nebenhodens; ein positives Prehn-Zeichen (Schmerzlinderung beim Anheben des Hodens) kann auf Epididymitis hinweisen.
- Ultraschall (Sonographie): Darstellung des Nebenhodens und Ausschluss einer Hodentorsion; zeigt typischerweise eine Vergrößerung und vermehrte Durchblutung des Nebenhodens.
- Urinuntersuchung und -kultur: Nachweis von Bakterien und Entzündungszeichen im Urin.
- Abstrich der Harnröhre: Zum Nachweis von Chlamydien oder Gonokokken.
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) können die Diagnose unterstützen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
Antibiotische Therapie
Bei bakterieller Epididymitis ist eine Antibiotikatherapie das Mittel der Wahl. Die Wahl des Antibiotikums hängt vom vermuteten oder nachgewiesenen Erreger ab:
- Bei sexuell übertragbarer Infektion: z. B. Doxycyclin oder Ceftriaxon plus Doxycyclin.
- Bei nicht sexuell übertragbarer Ursache (z. B. Darmbakterien): z. B. Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Ofloxacin) für 10–14 Tage.
Supportive Maßnahmen
- Bettruhe und Hochlagerung des Hodensacks zur Schmerzlinderung
- Kühlung (mit Tuch umwickeltes Eis oder Kältepack)
- Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen)
Behandlung der Grunderkrankung
Bei gleichzeitiger Harnwegsinfektion, Prostatitis oder sexuell übertragbarer Erkrankung wird auch diese behandelt. Bei einer Infektion mit sexuell übertragbaren Erregern sollten auch Sexualpartner untersucht und ggf. mitbehandelt werden.
Mögliche Komplikationen
Bei rechtzeitiger und konsequenter Behandlung heilt eine Nebenhodenentzündung in der Regel vollständig aus. Ohne oder mit unzureichender Therapie können jedoch Komplikationen auftreten:
- Abszessbildung im Hodensack
- Chronische Epididymitis mit anhaltenden Schmerzen
- Vernarbung der Samenwege mit möglicher Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit
- Ausbreitung der Infektion auf den Hoden (Orchitis)
Vorbeugung
Zur Vorbeugung einer Nebenhodenentzündung empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Verwendung von Kondomen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen
- Rechtzeitige Behandlung von Harnwegsinfektionen und Prostatitis
- Regelmäßige urologische Vorsorge bei bestehenden Harnwegsproblemen
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Epididymitis. AWMF-Register, aktualisierte Fassung.
- Trojian TH, Lishnak TS, Heiman D. Epididymitis and orchitis: an overview. American Family Physician. 2009;79(7):583-587.
- Nickel JC. Epididymitis. In: Wein AJ et al. (Hrsg.): Campbell-Walsh Urology. 11. Auflage, Elsevier, 2016.
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