Nierenentzündung: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Nierenentzündung ist eine Erkrankung, bei der das Nierengewebe entzündet ist. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und erfordert frühzeitige medizinische Behandlung.
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Die Nierenentzündung ist eine Erkrankung, bei der das Nierengewebe entzündet ist. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und erfordert frühzeitige medizinische Behandlung.
Was ist eine Nierenentzündung?
Eine Nierenentzündung (medizinisch: Nephritis) ist eine Entzündung des Nierengewebes. Die Nieren sind lebenswichtige Organe, die das Blut filtern, Abfallprodukte ausscheiden und den Flüssigkeits- sowie Elektrolythaushalt regulieren. Wird das Nierengewebe entzündet, kann diese Filterfunktion erheblich beeinträchtigt werden. Es gibt verschiedene Formen der Nierenentzündung, die sich in ihrer Ursache, ihrem Verlauf und ihrer Behandlung unterscheiden.
Ursachen
Nierenentzündungen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Bakterielle Infektionen: Häufig steigen Bakterien (z. B. Escherichia coli) über die Harnwege in die Nieren auf und verursachen eine Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung).
- Immunreaktionen: Bei der Glomerulonephritis greift das Immunsystem die Nierenkörperchen (Glomeruli) an, oft als Folge einer Streptokokkeninfektion oder anderer Erkrankungen.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder Vaskulitis können eine Nephritis verursachen.
- Medikamente und Toxine: Bestimmte Schmerzmittel, Antibiotika oder Kontrastmittel können eine interstitielle Nephritis auslösen.
- Andere Erkrankungen: Diabetes mellitus und Bluthochdruck können auf Dauer das Nierengewebe schädigen.
Symptome
Die Symptome einer Nierenentzündung hängen von der jeweiligen Form und dem Schweregrad ab. Häufige Beschwerden sind:
- Schmerzen im Rücken oder in der Flanke (Flankenschmerz)
- Fieber und Schüttelfrost (besonders bei bakteriellen Infektionen)
- Veränderungen beim Wasserlassen: häufiger Harndrang, schmerzhaftes Wasserlassen, trüber oder blutiger Urin
- Geschwollene Beine oder Gesicht (Ödeme) durch verminderte Nierenleistung
- Bluthochdruck
- Allgemeine Erschöpfung, Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Schäumender Urin (Zeichen von erhöhtem Eiweißgehalt im Urin, sogenannte Proteinurie)
Diagnose
Um eine Nierenentzündung zu diagnostizieren, setzt der Arzt verschiedene Untersuchungsmethoden ein:
- Urinanalyse: Nachweis von Blut, Eiweiß, Bakterien oder Leukozyten im Urin.
- Blutuntersuchung: Bestimmung von Kreatinin, Harnstoff und weiteren Nierenmarkernsowie Entzündungsparameter wie CRP.
- Ultraschall der Nieren: Beurteilung von Größe, Form und Struktur der Nieren.
- Nierenbiopsie: Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur genauen Bestimmung der Entzündungsart, insbesondere bei Glomerulonephritis.
- Bildgebende Verfahren: CT oder MRT zur detaillierteren Darstellung bei Verdacht auf Komplikationen.
Behandlung
Die Therapie der Nierenentzündung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung:
Bakterielle Nierenentzündung (Pyelonephritis)
Bei einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika eingesetzt. Leichtere Verläufe können ambulant mit oralen Antibiotika behandelt werden; schwere Fälle erfordern eine stationäre Behandlung mit intravenöser Antibiose. Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Glomerulonephritis und immunvermittelte Formen
Hier kommen häufig Kortikosteroide (z. B. Prednison) oder andere immunsuppressive Medikamente zum Einsatz, um die überschießende Immunreaktion zu dämpfen. Zusätzlich können blutdrucksenkende Mittel (z. B. ACE-Hemmer) den Druck in den Nierengefäßen reduzieren und so das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.
Interstitielle Nephritis
Wenn Medikamente als Ursache identifiziert werden, ist das Absetzen des auslösenden Mittels der erste Schritt. Auch hier können Kortikosteroide bei schweren Verläufen helfen.
Allgemeine Maßnahmen
- Striktes Blutdruckmanagement
- Kontrollierte Eiweiß- und Salzzufuhr in der Ernährung
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Nierenwerte
- Bei schwerem Nierenversagen: Dialyse oder im Extremfall eine Nierentransplantation
Verlauf und Prognose
Wird eine Nierenentzündung frühzeitig erkannt und behandelt, heilen viele Formen vollständig aus. Chronische oder unbehandelte Verläufe können jedoch zu einer dauerhaften Einschränkung der Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz) führen. Regelmäßige Arztbesuche und eine konsequente Therapie sind daher entscheidend.
Quellen
- Kasper DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage, McGraw-Hill Education, 2018.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) - Leitlinien zur Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen, abrufbar unter: www.dgfn.eu
- World Health Organization (WHO) - Global Report on Chronic Kidney Disease Prevention, 2023.
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