Calprotectin – Entzündungsmarker im Stuhl
Calprotectin ist ein Entzündungsmarker, der vor allem im Stuhl gemessen wird, um Entzündungen im Darm frühzeitig zu erkennen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu diagnostizieren.
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Calprotectin ist ein Entzündungsmarker, der vor allem im Stuhl gemessen wird, um Entzündungen im Darm frühzeitig zu erkennen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu diagnostizieren.
Was ist Calprotectin?
Calprotectin ist ein kalziumbindendes Protein, das hauptsächlich in neutrophilen Granulozyten – einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen – vorkommt. Es macht etwa 60 % des löslichen Proteins im Zytoplasma dieser Immunzellen aus. Wenn eine Entzündung im Körper vorliegt, wandern Granulozyten in das betroffene Gewebe ein und setzen Calprotectin frei. Im Darm kann dieses Protein in den Stuhl übergehen, weshalb die Messung von fäkalem Calprotectin als verlässlicher Entzündungsmarker des Magen-Darm-Trakts gilt.
Medizinische Bedeutung und Anwendung
Die Bestimmung von Calprotectin im Stuhl wird vor allem eingesetzt, um entzündliche von nicht-entzündlichen Darmerkrankungen zu unterscheiden. Besonders wichtig ist die Abgrenzung zwischen:
- Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
- Reizdarmsyndrom (RDS), bei dem keine echte Entzündung vorliegt
Da das Reizdarmsyndrom und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ähnliche Symptome verursachen können, hilft ein erhöhter Calprotectin-Wert dabei, gezielt weitere diagnostische Schritte einzuleiten. Zudem wird Calprotectin zur Verlaufskontrolle bei bekannten CED eingesetzt, um das Ansprechen auf eine Therapie zu überprüfen.
Diagnose – Der Calprotectin-Test
Die Messung von fäkalem Calprotectin erfolgt mittels einer Stuhlprobe. Das Verfahren ist nicht-invasiv und für Patienten einfach durchzuführen. Der Normwert liegt bei den meisten Labors unter 50 µg/g Stuhl. Werte zwischen 50 und 200 µg/g gelten als grenzwertig und sollten kontrolliert werden, Werte über 200 µg/g weisen auf eine relevante Entzündung hin.
Einflussfaktoren auf den Calprotectin-Wert
Verschiedene Faktoren können den gemessenen Wert beeinflussen:
- Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac kann den Wert erhöhen
- Protonenpumpenhemmer können ebenfalls zu erhöhten Werten führen
- Bestimmte Infektionen des Magen-Darm-Trakts können vorübergehend erhöhte Werte verursachen
- Bei Kindern unter 4 Jahren sind die Normalwerte physiologisch höher
Calprotectin bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
Bei Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa korreliert der fäkale Calprotectin-Wert eng mit der histologischen und endoskopischen Aktivität der Erkrankung. Dies macht ihn zu einem wertvollen Werkzeug, um:
- Schübe frühzeitig zu erkennen, noch bevor klinische Symptome auftreten
- Den Behandlungserfolg nach Einleitung einer Therapie zu überwachen
- Die Notwendigkeit einer Darmspiegelung (Koloskopie) besser einzuschätzen
Calprotectin im Blut
Neben dem fäkalen Calprotectin kann das Protein auch im Blutserum gemessen werden. Der Serum-Calprotectin-Wert ist ein allgemeiner Entzündungsmarker und wird in der Rheumatologie sowie bei der Diagnose systemischer Entzündungserkrankungen eingesetzt. Er ist jedoch weniger spezifisch für Darmerkrankungen als der Stuhlwert.
Quellen
- Lehmann FS, Burri E, Beglinger C. – The role and utility of faecal markers in inflammatory bowel disease. – Therapeutic Advances in Gastroenterology, 2015.
- Waugh N et al. – Faecal calprotectin testing for differentiating amongst inflammatory and non-inflammatory bowel diseases. – Health Technology Assessment, 2013.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – Leitlinien zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, 2022.
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