Nasenpolypen: Ursachen, Symptome und Behandlung
Nasenpolypen sind gutartige Schleimhautwucherungen in der Nase oder den Nasennebenhöhlen, die Atemprobleme und Riechverlust verursachen können.
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Nasenpolypen sind gutartige Schleimhautwucherungen in der Nase oder den Nasennebenhöhlen, die Atemprobleme und Riechverlust verursachen können.
Was sind Nasenpolypen?
Nasenpolypen (medizinisch: Polyposis nasi) sind gutartige, weiche Wucherungen der Schleimhaut, die in der Nasenhöhle oder den Nasennebenhöhlen entstehen. Sie hängen wie kleine Tränen oder Trauben von der Schleimhaut herab und bestehen aus entzündlichem Gewebe. Nasenpolypen sind nicht bösartig, können jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, da sie die Nasenatmung behindern und den Geruchssinn vermindern.
Ursachen
Die genaue Ursache von Nasenpolypen ist nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut eine zentrale Rolle spielt. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
- Chronische Rhinosinusitis: Eine anhaltende Entzündung der Nasennebenhöhlen ist der häufigste auslösende Faktor.
- Allergien: Allergische Rhinitis (Heuschnupfen) kann die Schleimhautentzündung begünstigen.
- Asthma bronchiale: Patienten mit Asthma haben ein erhöhtes Risiko für Nasenpolypen.
- Aspirin-Intoleranz (Samter-Trias): Eine Überempfindlichkeit gegenüber Aspirin und anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAIDs) ist häufig mit Nasenpolypen assoziiert.
- Zystische Fibrose: Bei dieser Erberkrankung treten Nasenpolypen besonders häufig auf.
- Genetische Veranlagung: Nasenpolypen können familiär gehäuft auftreten.
Symptome
Kleine Polypen verursachen oft keine Beschwerden. Größere oder zahlreiche Polypen können folgende Symptome hervorrufen:
- Anhaltende Nasenatmungsbehinderung (verstopfte Nase)
- Verminderter oder vollständig aufgehobener Geruchssinn (Hyposmie oder Anosmie)
- Verminderter Geschmackssinn
- Laufende Nase oder vermehrte Schleimproduktion
- Druckgefühl im Gesicht oder Kopfschmerzen
- Schnarchen und gestörter Schlaf
- Häufige Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündungen)
Diagnose
Die Diagnose von Nasenpolypen erfolgt durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt). Folgende Untersuchungen werden eingesetzt:
- Nasenspiegelung (Rhinoskopie): Der Arzt begutachtet die Nasenhöhle mit einem Spiegelinstrument oder einem Endoskop.
- Nasenendoskopie: Mit einer dünnen, flexiblen Kamera werden Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen detailliert untersucht.
- Bildgebende Verfahren: Ein CT (Computertomographie) der Nasennebenhöhlen kann Ausmaß und Lage der Polypen genau darstellen.
- Allergietests: Um auslösende Allergien zu identifizieren.
Behandlung
Medikamentöse Therapie
Die erste Behandlungsoption sind in der Regel Medikamente, die die Entzündung reduzieren:
- Kortikosteroid-Nasensprays: Diese sind die Standardtherapie. Sie verkleinern die Polypen und lindern Symptome wie verstopfte Nase und Geruchsverlust.
- Kortikosteroid-Tabletten: Bei ausgeprägten Polypen können kurzzeitig Kortisonpräparate oral eingenommen werden, um die Polypen rasch zu verkleinern.
- Nasenspülungen: Kochsalzspülungen unterstützen die Reinigung der Nasenschleimhaut.
- Biologika (monoklonale Antikörper): Moderne Medikamente wie Dupilumab oder Mepolizumab werden bei schweren, therapieresistenten Fällen eingesetzt und greifen gezielt in den Entzündungsprozess ein.
Operative Therapie
Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, kann eine Operation notwendig sein:
- Funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie (FESS): Die Polypen werden minimalinvasiv über ein Endoskop entfernt. Dieser Eingriff wird ambulant oder stationär unter Vollnarkose durchgeführt.
- Nach der Operation ist eine konsequente Weiterbehandlung mit Kortikosteroid-Sprays notwendig, um ein Wiederauftreten (Rezidiv) zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Nasenpolypen neigen dazu, nach der Behandlung wiederzukehren, insbesondere wenn die zugrundeliegende Entzündung nicht ausreichend kontrolliert wird. Eine konsequente Langzeittherapie und regelmäßige HNO-Kontrollen sind daher wichtig. Mit der richtigen Behandlung können die meisten Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden erreichen.
Quellen
- Fokkens WJ et al. - European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps 2020 (EPOS 2020). Rhinology. 2020;58(Suppl S29):1-464.
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNOKHC) - Leitlinie Rhinosinusitis, AWMF-Register Nr. 017/049, 2017.
- Bachert C et al. - Prevalence and genetics of sinonasal polyps in patients with cystic fibrosis. J Allergy Clin Immunol. 2021;148(2):349-359.
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