Kälteallergie: Symptome, Ursachen & Behandlung
Die Kälteallergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut auf Kälte, die Rötungen, Quaddeln und Juckreiz auslöst. Sie zählt zu den physikalischen Urtikaria-Formen.
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Die Kälteallergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut auf Kälte, die Rötungen, Quaddeln und Juckreiz auslöst. Sie zählt zu den physikalischen Urtikaria-Formen.
Was ist eine Kälteallergie?
Die Kälteallergie, medizinisch als Kälteurtikaria bezeichnet, ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf Kältereize. Dabei reagiert die Haut auf Kontakt mit kalter Luft, kaltem Wasser oder kalten Gegenständen mit der Freisetzung von Histamin und anderen Botenstoffen. Dies führt zu typischen Hautreaktionen wie Rötungen, Quaddeln und Juckreiz. Die Kälteallergie zählt zu den sogenannten physikalischen Urtikaria-Formen und ist streng genommen keine klassische allergische Reaktion, da kein spezifisches Allergen wie ein Pollen oder ein Nahrungsmittel beteiligt ist.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Kälteallergie sind nicht in allen Fällen vollständig geklärt. Man unterscheidet zwei Hauptformen:
- Idiopathische Kälteurtikaria: Die häufigste Form, bei der keine eindeutige Ursache gefunden werden kann. Es wird angenommen, dass bestimmte Antikörper oder Kälte-sensible Mastzellen eine Rolle spielen.
- Sekundäre Kälteurtikaria: Diese Form tritt im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf, etwa Infektionen (z. B. durch Viren wie Epstein-Barr oder Hepatitis), Autoimmunerkrankungen, Kältehämoglobinurie oder hämatologischen Erkrankungen.
Weitere mögliche Auslöser sind bestimmte Medikamente sowie genetische Veranlagungen.
Symptome
Die Symptome der Kälteallergie treten typischerweise innerhalb von Minuten nach dem Kältekontakt auf und können einige Stunden anhalten. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:
- Rötungen und Schwellungen der Haut (Quaddeln)
- Starker Juckreiz an den betroffenen Stellen
- Brennendes oder stechendes Hautgefühl
- Schwellung der Lippen oder der Zunge beim Verzehr kalter Speisen oder Getränke
- In schweren Fällen: Schwindel, Herzrasen, Blutdruckabfall oder anaphylaktische Reaktionen
Besonders gefährlich kann Schwimmen in kaltem Wasser sein, da ein großflächiger Kältereiz zu einem anaphylaktischen Schock führen kann.
Diagnose
Die Diagnose der Kälteallergie erfolgt in der Regel durch einen Dermatologen oder Allergologen. Das wichtigste Diagnoseverfahren ist der sogenannte Eiswürfeltest: Ein in Folie gewickelter Eiswürfel wird für mehrere Minuten auf die Unterarmhaut gelegt. Bilden sich nach dem Erwärmen der Haut Quaddeln, gilt der Test als positiv. Weitere diagnostische Schritte können sein:
- Blutuntersuchungen zum Ausschluss von Grunderkrankungen
- Bestimmung des Kälteschwellenwerts mittels spezieller Testgeräte (Thermotestgerät)
- Analyse von Antikörpern (z. B. Kryoglobulinen)
Behandlung
Eine vollständige Heilung der Kälteallergie ist in vielen Fällen nicht möglich, jedoch lassen sich die Symptome gut kontrollieren. Die wichtigsten Behandlungsansätze umfassen:
Vermeidung von Auslösern
Der konsequente Schutz vor Kälte durch warme Kleidung, Handschuhe und das Meiden von kaltem Wasser ist die wirksamste Vorbeugemaßnahme.
Medikamentöse Therapie
- Antihistaminika (H1-Blocker, z. B. Cetirizin oder Loratadin) sind das Mittel der ersten Wahl. Sie hemmen die Wirkung von Histamin und lindern Juckreiz sowie Quaddeln.
- Bei schweren oder therapieresistenten Verläufen kann der monoklonale Antikörper Omalizumab eingesetzt werden, der auch zur Behandlung chronischer Urtikaria zugelassen ist.
- Im Notfall bei anaphylaktischen Reaktionen: Adrenalin-Autoinjektor (EpiPen).
Desensibilisierung
In manchen Fällen kann eine schrittweise Gewöhnung an Kältereize (Kältedesensibilisierung) unter ärztlicher Aufsicht versucht werden, um die Reizschwelle anzuheben.
Verlauf und Prognose
Bei vielen Betroffenen bessert sich die Kälteallergie im Laufe der Zeit spontan. Studien zeigen, dass bei einem Teil der Patienten die Erkrankung nach einigen Jahren remittiert. Eine konsequente Behandlung und das Führen eines Symptomtagebuchs können helfen, Auslöser zu identifizieren und den Verlauf zu verbessern.
Quellen
- Magerl M. et al. - Leitlinie Urtikaria, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), AWMF-Register Nr. 013-028, 2022.
- Zuberbier T. et al. - The international EAACI/GA2LEN/EuroGuiDerm/APAAACI guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria. Allergy. 2022;77(3):734-766.
- Magerl M. et al. - Cold urticaria - a clinical review. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 2023.
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