Chronische Migräne – Ursachen, Symptome & Therapie
Chronische Migräne bezeichnet wiederkehrende Kopfschmerzattacken an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehr als 3 Monate. Sie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
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Chronische Migräne bezeichnet wiederkehrende Kopfschmerzattacken an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehr als 3 Monate. Sie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
Was ist chronische Migräne?
Chronische Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. Per Definition spricht man von chronischer Migräne, wenn Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten auftreten, wobei an mindestens 8 dieser Tage die Kriterien einer Migräne erfüllt sind. Im Gegensatz dazu gilt Migräne mit weniger als 15 Kopfschmerztagen pro Monat als episodische Migräne.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der chronischen Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, neurologischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt.
- Übergebrauch von Schmerzmitteln: Einer der häufigsten Risikofaktoren ist der übermäßige Gebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln an mehr als 10–15 Tagen pro Monat, was zur sogenannten Medikamenten-induzierten Kopfschmerzchronifizierung führen kann.
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt gehäuft in Familien auf, was auf eine erbliche Komponente hinweist.
- Hormonelle Faktoren: Besonders bei Frauen spielen hormonelle Schwankungen, etwa im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, eine wichtige Rolle.
- Psychische Belastungen: Stress, Angststörungen und Depressionen können die Chronifizierung begünstigen.
- Schlafstörungen und Lebensstilfaktoren: Unregelmäßiger Schlaf, Bewegungsmangel und bestimmte Ernährungsgewohnheiten können Migräneattacken triggern.
Symptome
Die Symptome der chronischen Migräne ähneln denen der episodischen Migräne, treten jedoch wesentlich häufiger auf. Typische Merkmale sind:
- Einseitiger, pulsierender oder pochender Kopfschmerz von mittlerer bis starker Intensität
- Übelkeit und/oder Erbrechen
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht (Photophobie) und Geräuschen (Phonophobie)
- Verstärkung der Schmerzen bei körperlicher Aktivität
- Bei einigen Betroffenen: Migräne mit Aura – vorübergehende neurologische Störungen wie Sehstörungen, Kribbeln oder Sprachprobleme vor dem Kopfschmerz
- Anhaltende Erschöpfung und Konzentrationsprobleme auch zwischen den Attacken
Diagnose
Die Diagnose chronische Migräne wird klinisch gestellt, das heißt anhand der Krankengeschichte und der Symptombeschreibung des Patienten. Es gibt keinen einzelnen Test, der die Erkrankung eindeutig nachweist.
- Kopfschmerztagebuch: Betroffene werden gebeten, über mindestens 4 Wochen ein Tagebuch zu führen, in dem Häufigkeit, Dauer, Intensität und Begleiterscheinungen der Kopfschmerzen dokumentiert werden.
- Neurologische Untersuchung: Um andere Ursachen für häufige Kopfschmerzen auszuschließen, kann eine körperliche und neurologische Untersuchung erfolgen.
- Bildgebende Verfahren: MRT oder CT des Kopfes werden eingesetzt, wenn Warnsymptome (sogenannte Red Flags) vorliegen, die auf eine ernsthafte Grunderkrankung hindeuten könnten.
Behandlung
Die Behandlung der chronischen Migräne umfasst eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen.
Medikamentöse Therapie
- Prophylaktische Medikamente: Zur Vorbeugung werden unter anderem Betablocker (z. B. Metoprolol, Propranolol), Antiepileptika (z. B. Topiramat, Valproinsäure), trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin) sowie Kalziumantagonisten eingesetzt.
- CGRP-Antikörper: Neuere, speziell für die Migräneprophylaxe zugelassene Biologika wie Erenumab, Fremanezumab oder Galcanezumab hemmen den Calcitonin-Gene-Related Peptide (CGRP)-Signalweg, der bei der Entstehung von Migräneattacken eine zentrale Rolle spielt.
- Botulinumtoxin A (OnabotulinumtoxinA): Injektionen an definierten Punkten am Kopf und Nacken sind speziell für die Behandlung chronischer Migräne zugelassen.
- Akuttherapie: Triptane, Analgetika und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) werden zur Behandlung akuter Attacken eingesetzt, sollten jedoch aufgrund des Risikos einer Medikamenten-induzierten Kopfschmerzchronifizierung nicht zu häufig angewendet werden.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Regelmäßiger Ausdauersport (z. B. Schwimmen, Radfahren, Joggen)
- Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation oder Biofeedback
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei begleitenden psychischen Erkrankungen
- Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus und ausgewogene Ernährung
- Identifikation und Vermeidung persönlicher Triggerfaktoren
Prognose und Verlauf
Mit konsequenter Behandlung und Anpassung des Lebensstils kann bei vielen Betroffenen eine Reduktion der Kopfschmerztage und eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Ein Teil der Patienten mit chronischer Migräne kann in die episodische Form zurückkehren. Entscheidend ist die frühzeitige und konsequente Therapie sowie die Vermeidung eines Medikamentenübergebrauchs.
Quellen
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Leitlinie Migräne, 2022. Verfügbar unter: https://www.dmkg.de
- Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS): The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia, 2018;38(1):1–211.
- Diener HC, Kropp P, Dresler T et al.: Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. S1-Leitlinie, Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), 2022.
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