Nebennierenschwäche – Ursachen, Symptome & Therapie
Nebennierenschwäche bezeichnet eine verminderte Funktion der Nebennieren, bei der zu wenig Stresshormone produziert werden. Dies kann Erschöpfung, Schwindel und weitere Beschwerden verursachen.
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Nebennierenschwäche bezeichnet eine verminderte Funktion der Nebennieren, bei der zu wenig Stresshormone produziert werden. Dies kann Erschöpfung, Schwindel und weitere Beschwerden verursachen.
Was ist Nebennierenschwäche?
Die Nebennierenschwäche, medizinisch auch als Nebenniereninsuffizienz bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei der die Nebennieren nicht ausreichend Hormone produzieren. Die Nebennieren sind zwei kleine, dreieckige Drüsen, die sich jeweils oberhalb der Nieren befinden. Sie sind für die Produktion lebenswichtiger Hormone wie Cortisol, Aldosteron und Adrenalin verantwortlich. Diese Hormone regulieren zahlreiche Körperfunktionen, darunter den Stoffwechsel, den Blutdruck, die Stressreaktion und den Elektrolythaushalt.
Es wird zwischen zwei Hauptformen unterschieden: der primären Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison), bei der die Nebennieren selbst geschädigt sind, und der sekundären Nebenniereninsuffizienz, die durch eine unzureichende Stimulation der Nebennieren durch die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) verursacht wird.
Ursachen
Die Ursachen der Nebennierenschwäche sind vielfältig und hängen von der jeweiligen Form ab:
Primäre Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison)
- Autoimmunerkrankung: Die häufigste Ursache in westlichen Ländern. Das Immunsystem greift irrtümlich das Nebennierengewebe an und zerstört es.
- Infektionen: Tuberkulose, HIV und Pilzinfektionen können die Nebennieren schädigen.
- Tumoren und Metastasen: Tumorablagerungen in den Nebennieren können deren Funktion beeinträchtigen.
- Einblutungen oder Durchblutungsstörungen im Nebennierengewebe.
Sekundäre Nebenniereninsuffizienz
- Langzeitanwendung von Kortikosteroiden: Die häufigste Ursache weltweit. Die externe Zufuhr von Kortison hemmt die körpereigene Hormonproduktion.
- Erkrankungen der Hypophyse (z. B. Tumoren, Entzündungen), die die Ausschüttung des Steuerungshormons ACTH vermindern.
- Schädel-Hirn-Traumata oder Operationen im Bereich der Hirnanhangdrüse.
Symptome
Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und sind zunächst unspezifisch. Typische Symptome umfassen:
- Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung (auch nach ausreichend Schlaf)
- Schwindel, insbesondere beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)
- Niedriger Blutdruck
- Gewichtsverlust und verminderter Appetit
- Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
- Muskelschwäche und Gelenkschmerzen
- Salzhunger (Verlangen nach salzigen Speisen)
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen
- Bei primärer Insuffizienz: Hyperpigmentierung der Haut (bräunliche Verfärbung, besonders an Hautfalten, Narben und Schleimhäuten)
Nebennierenkriese (Addison-Krise)
Im schlimmsten Fall kann es zu einer lebensbedrohlichen Addison-Krise kommen, die sich durch extremen Blutdruckabfall, starkes Erbrechen, Bewusstseinstrübung und Schock äußert. Diese stellt einen medizinischen Notfall dar und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Diagnose
Die Diagnose der Nebennierenschwäche erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laboranalysen und Funktionstests:
- Bluttests: Messung des Cortisolspiegels im Blut, idealerweise am Morgen (wenn der Spiegel physiologisch am höchsten ist). Zusätzlich wird das Steuerungshormon ACTH gemessen.
- ACTH-Stimulationstest (Synacthen-Test): Dem Patienten wird synthetisches ACTH verabreicht und anschließend gemessen, ob die Nebennieren ausreichend Cortisol produzieren.
- Elektrolyte: Niedriges Natrium und erhöhtes Kalium können auf eine primäre Insuffizienz hinweisen.
- Bildgebung: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) der Nebennieren und Hypophyse zur Ursachenabklärung.
- Autoantikörper-Tests: Nachweis von Antikörpern gegen Nebennierengewebe bei Verdacht auf Autoimmunursache.
Behandlung
Da die Nebennierenschwäche in den meisten Fällen nicht heilbar ist, zielt die Behandlung auf den dauerhaften Ersatz der fehlenden Hormone ab:
Hormonersatztherapie
- Hydrocortison (Cortisol-Ersatz): Wird in der Regel 2- bis 3-mal täglich eingenommen, um den natürlichen Cortisolrhythmus des Körpers nachzuahmen.
- Fludrocortison (Aldosteron-Ersatz): Nur bei primärer Nebenniereninsuffizienz notwendig, um den Wasser- und Salzhaushalt zu regulieren.
Anpassung bei besonderen Situationen
Betroffene müssen ihre Medikamentendosis bei körperlichem oder emotionalem Stress (z. B. Operationen, Infektionen, schwere Verletzungen) erhöhen. Dies wird als Stressdosierung bezeichnet und ist entscheidend, um eine Addison-Krise zu verhindern.
Notfallausweis und Notfallset
Patienten mit Nebenniereninsuffizienz erhalten einen Notfallausweis und ein Notfallset mit injizierbarem Hydrocortison für den Fall einer akuten Krise.
Leben mit Nebennierenschwäche
Mit der richtigen Behandlung können die meisten Betroffenen ein weitgehend normales Leben führen. Regelmäßige ärztliche Kontrollen, eine konsequente Medikamenteneinnahme und die Kenntnis der Warnsignale einer Krise sind dabei essenziell. Patientenschulungen helfen, den Umgang mit der Erkrankung im Alltag zu erleichtern.
Quellen
- Arlt, W. - The approach to the adult with newly diagnosed adrenal insufficiency. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2009.
- Bornstein, S. R. et al. - Diagnosis and Treatment of Primary Adrenal Insufficiency: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2016.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinie zur Nebenniereninsuffizienz, 2019.
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