CRPS – Komplexes Regionales Schmerzsyndrom
CRPS (Komplexes Regionales Schmerzsyndrom) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die meist nach einer Verletzung oder Operation auftritt und durch anhaltende starke Schmerzen, Schwellungen und Durchblutungsstörungen gekennzeichnet ist.
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CRPS (Komplexes Regionales Schmerzsyndrom) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die meist nach einer Verletzung oder Operation auftritt und durch anhaltende starke Schmerzen, Schwellungen und Durchblutungsstörungen gekennzeichnet ist.
Was ist CRPS?
CRPS steht für Komplexes Regionales Schmerzsyndrom (englisch: Complex Regional Pain Syndrome). Es handelt sich um eine chronische Schmerzerkrankung, die typischerweise eine Extremität – meist einen Arm oder ein Bein – betrifft. Die Erkrankung zeichnet sich durch unverhältnismäßig starke, anhaltende Schmerzen aus, die über das normale Maß einer zugrundeliegenden Verletzung hinausgehen. Man unterscheidet zwei Formen: CRPS Typ I (früher als Morbus Sudeck oder Sudeck-Dystrophie bekannt), bei dem keine nachweisbare Nervenschädigung vorliegt, und CRPS Typ II (früher als Kausalgie bezeichnet), bei dem eine klar definierte Nervenverletzung identifiziert werden kann.
Ursachen
Die genauen Ursachen von CRPS sind noch nicht vollständig geklärt. In den meisten Fällen entwickelt sich das Syndrom nach:
- Knochenbrüchen oder Gelenkverletzungen
- Operationen an Gliedmaßen
- Zerrungen oder Quetschungen
- Nervenverletzungen (bei CRPS Typ II)
- In seltenen Fällen ohne erkennbaren Auslöser
Es wird vermutet, dass eine überschießende und fehlgeleitete Reaktion des Nervensystems – sowohl des peripheren als auch des zentralen Nervensystems – eine entscheidende Rolle spielt. Entzündliche Prozesse, Veränderungen der Schmerzverarbeitung im Gehirn sowie eine Fehlfunktion des autonomen Nervensystems tragen zur Entstehung bei.
Symptome
CRPS äußert sich durch ein charakteristisches Bündel von Beschwerden, das sich im Verlauf verändern kann:
- Brennende oder stechende Dauerschmerzen, oft unverhältnismäßig stark
- Allodynie: Schmerzen bei normalerweise schmerzlosen Reizen (z. B. leichte Berührung)
- Hyperalgesie: Übersteigerte Schmerzempfindlichkeit
- Schwellungen und Veränderungen der Hauttemperatur (warm oder kalt)
- Verfärbungen der Haut (rötlich, bläulich oder blasse Färbung)
- Veränderter Schweiß- und Haarwuchs sowie Nagelveränderungen
- Eingeschränkte Beweglichkeit und Muskelschwäche
- Zittern oder unwillkürliche Bewegungen der betroffenen Extremität
Diagnose
Es gibt keinen einzelnen Test, der CRPS eindeutig nachweist. Die Diagnose wird anhand klinischer Kriterien gestellt, vor allem mithilfe der sogenannten Budapest-Kriterien, die 2003 entwickelt wurden und heute international als Standard gelten. Diese berücksichtigen:
- Anhaltende Schmerzen, die durch das auslösende Ereignis nicht erklärt werden
- Symptome in mindestens drei von vier Kategorien (sensorisch, vasomotorisch, sudomotorisch/ödembedingt, motorisch/trophisch)
- Klinische Zeichen in mindestens zwei dieser Kategorien
- Ausschluss anderer Erkrankungen
Ergänzende Untersuchungen wie Röntgen, Knochenszintigraphie, MRT oder thermografische Messungen können zur Diagnoseunterstützung eingesetzt werden, sind jedoch nicht beweisend.
Behandlung
Die Behandlung von CRPS ist komplex und erfordert einen multimodalen Ansatz, der mehrere Therapieformen kombiniert:
Physiotherapie und Ergotherapie
Bewegungstherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Schonende, gezielte Übungen helfen, die Funktion der betroffenen Extremität zu erhalten und die Schmerzverarbeitung zu normalisieren. Techniken wie die Spiegeltherapie (Verwendung eines Spiegels zur visuellen Rückmeldung) haben sich als wirksam erwiesen.
Medikamentöse Therapie
- Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Paracetamol
- Neuropathische Schmerzmedikamente: Gabapentin, Pregabalin, trizyklische Antidepressiva
- Kortikosteroide: Kurzfristig bei ausgeprägter Entzündung
- Bisphosphonate: Können Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen
- Calcitonin: Gelegentlich eingesetzt bei Knochenbeteiligung
- Ketamin: In spezialisierten Zentren bei therapieresistenten Fällen
Interventionelle Therapien
- Sympathikusblockaden (Nervenblockaden zur Schmerzreduktion)
- Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation, SCS) bei chronischem CRPS
- Intravenöse Regionalanästhesie
Psychologische Unterstützung
Da CRPS häufig mit psychischen Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen einhergeht, ist eine psychologische Begleitung ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) kann helfen, den Umgang mit chronischen Schmerzen zu verbessern.
Prognose
Der Verlauf von CRPS ist individuell sehr unterschiedlich. Ein Teil der Patienten erholt sich vollständig, insbesondere wenn die Diagnose frühzeitig gestellt und eine intensive Therapie eingeleitet wird. Bei anderen Patienten kann das Syndrom chronisch werden und zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung verbessert die Prognose erheblich.
Quellen
- Harden R. N. et al. - Validation of proposed diagnostic criteria (the Budapest Criteria) for Complex Regional Pain Syndrome. Pain, 150(2):268-274, 2010. PubMed.
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) - Leitlinie Komplexes Regionales Schmerzsyndrom (CRPS), 2018. AWMF-Register Nr. 030/116.
- Birklein F., Schlereth T. - Complex regional pain syndrome - significant progress in understanding. Progress in Neurobiology, 2015. PubMed.
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