Nebenhoden: Funktion, Anatomie und Erkrankungen
Der Nebenhoden ist ein schmales, gewundenes Organ am Hoden, das der Reifung und dem Transport von Spermien dient. Er spielt eine zentrale Rolle in der männlichen Fortpflanzung.
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Der Nebenhoden ist ein schmales, gewundenes Organ am Hoden, das der Reifung und dem Transport von Spermien dient. Er spielt eine zentrale Rolle in der männlichen Fortpflanzung.
Was ist der Nebenhoden?
Der Nebenhoden (medizinisch: Epididymis) ist ein langes, eng aufgewickeltes Röhrensystem, das dem Hoden direkt anliegt. Er befindet sich an der Rückseite des Hodens und besteht aus drei Abschnitten: Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda). Würde man den Nebenhoden vollständig entfalten, ergäbe sich eine Länge von etwa vier bis sechs Metern.
Funktion des Nebenhodens
Der Nebenhoden erfüllt drei wesentliche Aufgaben innerhalb des männlichen Fortpflanzungssystems:
- Reifung der Spermien: Im Hoden produzierte Spermien sind zunächst noch nicht befruchtungsfähig. Während der mehrtägigen Passage durch den Nebenhoden reifen sie heran und erwerben ihre Bewegungsfähigkeit (Motilität).
- Speicherung: Im Schwanzabschnitt des Nebenhodens werden die fertigen Spermien bis zur Ejakulation gespeichert.
- Transport: Beim Samenerguss werden die Spermien durch Muskelkontraktionen über den Samenleiter (Ductus deferens) in Richtung Harnröhre weitergeleitet.
Anatomie und Lage
Der Nebenhoden liegt dem Hoden auf der Rückseite kappenartig auf und ist über feine Kanälchen (Ductuli efferentes) mit dem Hoden verbunden. Der Übergang vom Nebenhodenschwanz in den Samenleiter stellt den letzten Abschnitt vor dem eigentlichen Samenstrang dar. Beide Strukturen liegen im Hodensack (Skrotum) und werden von einer bindegewebigen Hülle umschlossen.
Häufige Erkrankungen des Nebenhodens
Nebenhodenentzündung (Epididymitis)
Die Nebenhodenentzündung ist die häufigste Erkrankung des Nebenhodens. Sie entsteht meist durch bakterielle Infektionen, häufig durch sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae, aber auch durch Harnwegskeime. Typische Symptome sind:
- Schmerzen und Schwellung im Hodensackbereich
- Rötung und Überwärmung der Haut über dem Nebenhoden
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerzen beim Wasserlassen (bei gleichzeitiger Harnwegsinfektion)
Nebenhodenzyste
Eine Nebenhodenzyste ist eine gutartige, flüssigkeitsgefüllte Aussackung am Nebenhoden. Sie ist meist zufällig tastbar oder wird bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. In den meisten Fällen ist sie harmlos und erfordert keine Behandlung.
Spermatozele
Eine Spermatozele ist eine spezielle Form der Nebenhodenzyste, die Spermien enthält. Auch sie ist in der Regel gutartig und verursacht selten Beschwerden.
Nebenhodentuberkulose
Im Rahmen einer Tuberkulose kann der Nebenhoden als Teil einer urogenitalen Tuberkulose betroffen sein. Dies ist heute in Europa selten, weltweit aber noch relevant.
Diagnose
Die Diagnose von Nebenhodenerkrankungen erfolgt durch:
- Körperliche Untersuchung: Abtasten des Hodensacks auf Schwellungen, Verhärtungen oder Druckschmerz
- Hodenultraschall: Bildgebung zur Beurteilung von Größe, Struktur und Durchblutung (Dopplersonografie)
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Entzündungsmarker (CRP, Leukozyten), Urinuntersuchung und Abstrich bei Verdacht auf Infektion
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Epididymitis: Antibiotika entsprechend dem Erreger, Schmerztherapie, Hochlagerung und Kühlung des Hodensacks, körperliche Schonung
- Zysten und Spermatozelen: In der Regel abwartende Kontrolle; bei starken Beschwerden operative Entfernung möglich
- Chronische Schmerzen: Schmerztherapie, physiotherapeutische Maßnahmen oder in Einzelfällen operative Eingriffe
Wann zum Arzt?
Bei plötzlich auftretenden, starken Hodenschmerzen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da auch eine Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) vorliegen kann, die einen medizinischen Notfall darstellt. Auch anhaltende Schwellungen oder Verhärtungen im Hodensack sollten ärztlich abgeklärt werden.
Quellen
- Benninghoff, A. & Drenckhahn, D. (Hrsg.) - Anatomie, Band 2, 17. Auflage. Elsevier Urban & Fischer, 2008.
- Weidner, W. et al. - Urologie und Andrologie. Springer Medizin Verlag, 2011.
- European Association of Urology (EAU) - Guidelines on Urological Infections, 2023. Verfügbar unter: https://uroweb.org/guidelines/urological-infections
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