Nahrungsmittelintoleranztest – Arten und Ablauf
Ein Nahrungsmittelintoleranztest untersucht, ob der Körper bestimmte Lebensmittel nicht verträgt. Er hilft, Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
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Ein Nahrungsmittelintoleranztest untersucht, ob der Körper bestimmte Lebensmittel nicht verträgt. Er hilft, Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Was ist ein Nahrungsmittelintoleranztest?
Ein Nahrungsmittelintoleranztest ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem festgestellt werden kann, ob eine Person bestimmte Lebensmittel oder deren Inhaltsstoffe nicht verträgt. Im Gegensatz zu einer echten Nahrungsmittelallergie, bei der das Immunsystem eine IgE-vermittelte Reaktion auslöst, beruhen Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Intoleranzen) häufig auf enzymatischen Defiziten, Transporterstörungen oder einer erhöhten Empfindlichkeit des Verdauungstrakts gegenüber bestimmten Substanzen.
Typische Beispiele für Nahrungsmittelintoleranzen sind die Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milchzucker), die Fruktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Fruchtzucker) sowie die Histaminintoleranz und die Glutensensitivität (nicht-zöliakische Glutensensitivität).
Arten von Nahrungsmittelintoleranztest
Atemtests (H2-Atemtests)
Der Wasserstoff-Atemtest (H2-Atemtest) ist ein etabliertes, nicht-invasives Verfahren zur Diagnose von Laktose-, Fruktose- oder Sorbitintoleranz. Dabei trinkt die Testperson eine definierte Menge des jeweiligen Zuckers in Wasser gelöst. Unverdaute Zuckeranteile werden im Dickdarm von Bakterien vergärt, wobei Wasserstoff (H2) entsteht, der über die Lunge abgeatmet wird. Erhöhte H2-Werte in der Atemluft weisen auf eine Intoleranz hin.
Bluttests
Bestimmte Bluttests können Hinweise auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten geben. Dazu zählen unter anderem:
- IgG-Antikörpertests: Diese messen spezifische Immunglobulin-G-Antikörper gegen verschiedene Nahrungsmittel. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass erhöhte IgG-Werte lediglich eine Exposition gegenüber bestimmten Lebensmitteln anzeigen und kein verlässlicher Beweis für eine klinisch relevante Intoleranz sind. Die wissenschaftliche Aussagekraft dieser Tests ist umstritten.
- Zöliakie-Serologie: Bluttests auf spezifische Antikörper (z. B. Anti-Transglutaminase-IgA) sind ein anerkanntes Verfahren zur Diagnose der Zöliakie (Glutenunverträglichkeit).
- Diaminoxidase (DAO)-Messung: Niedriger DAO-Spiegel im Blut kann auf eine Histaminintoleranz hinweisen.
Eliminationsdiät und Provokationstest
Der Goldstandard zur Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist die kontrollierte Eliminationsdiät in Kombination mit dem oralen Provokationstest. Dabei werden verdächtige Lebensmittel für einen definierten Zeitraum vom Speiseplan gestrichen (Eliminationsphase). Anschließend werden diese Lebensmittel schrittweise und kontrolliert wieder eingeführt, um zu beobachten, ob Symptome auftreten.
Stuhl- und Gendiagnostik
In bestimmten Fällen können Stuhltests oder genetische Untersuchungen (z. B. Gentest auf Laktasemangel oder HLA-Typisierung bei Zöliakieverdacht) ergänzende Informationen liefern.
Symptome, die auf eine Nahrungsmittelintoleranz hinweisen können
Die Beschwerden bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind vielfältig und können sich je nach Art der Intoleranz unterscheiden. Häufige Symptome umfassen:
- Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfe
- Durchfall oder Verstopfung
- Übelkeit und Erbrechen
- Hautreaktionen wie Rötungen oder Ausschlag
- Kopfschmerzen und Migräne
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
Wann sollte ein Nahrungsmittelintoleranztest durchgeführt werden?
Ein Test ist sinnvoll, wenn wiederkehrende Beschwerden nach dem Essen auftreten, die sich keiner anderen Ursache zuordnen lassen. Ein Arzt oder eine Ärztin sollte aufgesucht werden, um die geeignete Testmethode auszuwählen und die Ergebnisse korrekt zu interpretieren. Selbsttests aus der Apotheke oder dem Internet sollten stets mit ärztlicher Beratung begleitet werden.
Behandlung bei nachgewiesener Nahrungsmittelintoleranz
Die Behandlung richtet sich nach der Art der festgestellten Intoleranz:
- Laktoseintoleranz: Meidung oder Reduktion laktosehaltiger Lebensmittel; Einnahme von Laktase-Enzympräparaten.
- Fruktoseintoleranz: Fruktosearme Ernährung und Meidung von Sorbit.
- Histaminintoleranz: Histaminarme Ernährung und ggf. Einnahme von DAO-Präparaten.
- Zöliakie: Lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Leitlinien zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten. www.dgvs.de
- Schäfer, C. et al. - Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2020.
- Turnbull, J. L. et al. - Review article: the diagnosis and management of food allergy and food intolerances. Alimentary Pharmacology and Therapeutics, 2015.
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