Nephritisches Syndrom – Ursachen, Symptome & Therapie
Das nephritische Syndrom ist eine Nierenerkrankung mit Blut im Urin, Bluthochdruck und eingeschränkter Nierenfunktion. Es entsteht meist durch eine Entzündung der Nierenkörperchen.
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Das nephritische Syndrom ist eine Nierenerkrankung mit Blut im Urin, Bluthochdruck und eingeschränkter Nierenfunktion. Es entsteht meist durch eine Entzündung der Nierenkörperchen.
Was ist das nephritische Syndrom?
Das nephritische Syndrom ist ein klinisches Krankheitsbild, das durch eine Entzündung der Glomeruli – der kleinen Filterkörperchen in der Niere – verursacht wird. Diese Entzündung führt dazu, dass die natürliche Filterstruktur der Niere gestört wird, sodass Blut und Eiweiß in den Urin gelangen. Das Syndrom kann akut oder chronisch verlaufen und ist von dem ähnlich klingenden nephrotischen Syndrom klar abzugrenzen.
Ursachen
Das nephritische Syndrom kann durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden, die zu einer Entzündung der Glomeruli führen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Glomerulonephritis. Häufige Ursachen sind:
- Infektionen: Besonders häufig ist die poststreptokokkale Glomerulonephritis, die einige Wochen nach einer Infektion mit bestimmten Streptokokken-Bakterien (z. B. nach Scharlach oder Rachenentzündung) auftreten kann.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie der systemische Lupus erythematodes (Lupusnephritis) oder das Goodpasture-Syndrom können die Nierenkörperchen angreifen.
- IgA-Nephropathie (Berger-Krankheit): Ablagerungen des Antikörpers IgA in den Glomeruli führen zu Entzündungsreaktionen.
- Vaskulitiden: Entzündliche Gefäßerkrankungen wie die ANCA-assoziierte Vaskulitis können ebenfalls die Niere betreffen.
- Hereditäre Ursachen: Beim Alport-Syndrom liegt ein genetischer Defekt des Kollagens in der Filtermembran vor.
Symptome
Das nephritische Syndrom ist durch eine charakteristische Kombination von Symptomen gekennzeichnet:
- Hämaturie: Blut im Urin ist das Leitsymptom. Der Urin kann makroskopisch rötlich-braun (wie Coca-Cola oder Fleischwasser) gefärbt sein oder die Blutbeimengung ist nur mikroskopisch nachweisbar.
- Proteinurie: Eiweiß im Urin, meist in moderater Menge (unter 3,5 g pro Tag, im Gegensatz zum nephrotischen Syndrom).
- Arterielle Hypertonie: Bluthochdruck entsteht durch eine verminderte Natriumausscheidung und eine Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems.
- Ödeme: Wassereinlagerungen, vor allem im Gesicht (periorbitale Ödeme) und an den Beinen.
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Ein Anstieg der Kreatinin- und Harnstoffwerte im Blut weist auf eine verminderte Filtrationsleistung der Niere hin.
- Oligurie: Verminderte Urinausscheidung als Zeichen der eingeschränkten Nierenfunktion.
Diagnose
Die Diagnose des nephritischen Syndroms basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
- Urinanalyse: Nachweis von Erythrozyten (roten Blutkörperchen) und sogenannten Erythrozytenzylindern im Urin ist beweisend. Auch Eiweiß wird im Urin gemessen.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Kreatinin, Harnstoff (Nierenwerte), Komplement (C3, C4), Antikörpern (z. B. ANCA, Anti-GBM, ANA) und Streptokokken-Antikörpern (ASL-Titer).
- Nierenbiopsie: Die Gewebeentnahme aus der Niere ist häufig notwendig, um die genaue Ursache der Glomerulonephritis zu bestimmen und die Therapie entsprechend zu planen.
- Bildgebung: Ultraschall der Nieren zur Beurteilung von Größe und Struktur.
Behandlung
Die Behandlung des nephritischen Syndroms richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung:
Allgemeine Maßnahmen
- Einschränkung der Kochsalz- und Flüssigkeitszufuhr bei Ödemen und Bluthochdruck.
- Blutdrucksenkung, bevorzugt mit ACE-Hemmern oder AT1-Blockern, die zusätzlich die Niere schützen.
- Diuretika (entwässernde Medikamente) zur Behandlung von Wassereinlagerungen.
Ursachenspezifische Therapie
- Poststreptokokkale Glomerulonephritis: Antibiotika zur Behandlung der zugrunde liegenden Infektion; die Erkrankung heilt bei Kindern meist vollständig aus.
- Autoimmunerkrankungen: Immunsuppressiva wie Kortikosteroide (z. B. Prednisolon), Cyclophosphamid oder Mycophenolat-Mofetil werden eingesetzt, um die Immunreaktion zu dämpfen.
- Goodpasture-Syndrom: Plasmapherese (Blutwäsche zur Entfernung schädlicher Antikörper) in Kombination mit Immunsuppressiva.
- IgA-Nephropathie: Je nach Verlauf unterstützende Therapie oder Immunsuppression.
Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz
Bei schwerem oder chronischem Verlauf kann eine Nierenersatztherapie (Dialyse) oder langfristig eine Nierentransplantation notwendig werden.
Abgrenzung zum nephrotischen Syndrom
Das nephritische Syndrom wird häufig mit dem nephrotischen Syndrom verwechselt. Beide betreffen die Nierenkörperchen, unterscheiden sich aber wesentlich: Beim nephrotischen Syndrom steht eine massive Proteinurie (über 3,5 g/Tag), starke Ödeme und ein erniedrigtes Bluteiweiß im Vordergrund, während Bluthochdruck und Hämaturie weniger ausgeprägt sind. Beim nephritischen Syndrom hingegen dominieren Blut im Urin, Bluthochdruck und eine eingeschränkte Nierenfunktion.
Quellen
- Kasper D. L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill Education (2022).
- Herold G. et al. - Innere Medizin, Herold Verlag, Köln (2023).
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) - Clinical Practice Guideline for Glomerulonephritis. Kidney International Supplements, 2(2), 2012. Verfügbar unter: https://kdigo.org
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