Tonsillitis – Mandelentzündung: Ursachen & Behandlung
Tonsillitis ist eine Entzündung der Gaumenmandeln, häufig durch Viren oder Bakterien verursacht. Sie geht typischerweise mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber einher.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Tonsillitis"
Tonsillitis ist eine Entzündung der Gaumenmandeln, häufig durch Viren oder Bakterien verursacht. Sie geht typischerweise mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber einher.
Was ist eine Tonsillitis?
Die Tonsillitis – auch als Mandelentzündung oder Angina tonsillaris bekannt – ist eine Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillen), zweier lymphatischer Gewebestrukturen, die sich links und rechts im hinteren Rachenbereich befinden. Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, kann aber in jedem Lebensalter auftreten.
Man unterscheidet zwischen der akuten Tonsillitis, die plötzlich einsetzt und in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen abheilt, und der chronischen Tonsillitis, bei der wiederkehrende oder dauerhaft anhaltende Entzündungen vorliegen.
Ursachen
Die Tonsillitis wird in den meisten Fällen durch Krankheitserreger ausgelöst:
- Viren (ca. 70 % der Fälle): Häufig verursachen Adenoviren, Rhinoviren, das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) oder Influenzaviren die Entzündung.
- Bakterien (ca. 30 % der Fälle): Der häufigste bakterielle Erreger ist Streptococcus pyogenes (Gruppe-A-Streptokokken), der eine sogenannte Streptokokken-Angina verursacht.
Weitere Risikofaktoren sind ein geschwächtes Immunsystem, enger Kontakt zu infizierten Personen, kalte Jahreszeiten sowie Rauchen.
Symptome
Die typischen Beschwerden einer Tonsillitis umfassen:
- Starke Halsschmerzen, häufig mit Ausstrahlung in die Ohren
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Fieber, oft über 38,5 °C
- Gerötete, geschwollene Gaumenmandeln, teils mit weißlich-gelblichen Belägen oder Eiterpunkten
- Geschwollene Halslymphknoten
- Mundgeruch (Halitosis)
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen
Bei Kindern kann zusätzlich Übelkeit oder Bauchschmerzen auftreten.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt oder die Ärztin inspiziert den Rachenraum und beurteilt den Zustand der Mandeln. Zur Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Ursache stehen folgende Methoden zur Verfügung:
- Rachenabstrich: Ein Abstrich vom Rachen wird auf Streptokokken getestet – entweder mit einem Schnelltest (Ergebnis in wenigen Minuten) oder einer Bakterienkultur.
- Blutbild: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) deuten auf eine bakterielle Infektion hin.
- Antikörpertest: Bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber kann ein Monospot-Test durchgeführt werden.
Der sogenannte McIsaac-Score oder Centor-Score hilft Ärzten klinisch einzuschätzen, wie wahrscheinlich eine Streptokokkeninfektion vorliegt.
Behandlung
Virale Tonsillitis
Bei viraler Ursache gibt es keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung erfolgt symptomatisch:
- Ausreichend Ruhe und Flüssigkeitszufuhr
- Schmerzstillende und fiebersenkende Mittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
- Gurgeln mit Salzwasser oder antiseptischen Lösungen
- Lutschtabletten oder Rachensprays zur Linderung
Bakterielle Tonsillitis
Bei nachgewiesener bakterieller Infektion durch Streptokokken wird eine Antibiotikatherapie empfohlen, in der Regel mit Penicillin V über 7 bis 10 Tage. Bei Penicillinallergie können Alternativen wie Amoxicillin-Clavulansäure oder Makrolide eingesetzt werden. Die vollständige Einnahme des Antibiotikums ist wichtig, um Komplikationen wie ein rheumatisches Fieber oder eine Glomerulonephritis zu vermeiden.
Chirurgische Behandlung (Tonsillektomie)
Bei häufig wiederkehrenden (rezidivierenden) oder chronischen Mandelentzündungen kann eine operative Entfernung der Gaumenmandeln – die sogenannte Tonsillektomie – in Betracht gezogen werden. Als Richtwert gelten in der Regel mindestens 5–7 behandlungsbedürftige Episoden pro Jahr. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und wird in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde durchgeführt.
Komplikationen
In seltenen Fällen kann eine unbehandelte oder schwere Tonsillitis zu Komplikationen führen:
- Peritonsillarabszess: Eiteransammlung neben der Mandel
- Rheumatisches Fieber: Autoimmunreaktion nach Streptokokkeninfektion
- Glomerulonephritis: Entzündliche Nierenerkrankung
- Atemwegsbehinderung durch stark vergrößerte Mandeln
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbriefe zu Infektionskrankheiten – Streptokokken-Infektionen. Berlin, 2023.
- Windfuhr JP et al.: Klinische Leitlinie Tonsillitis. HNO, 2016; 64(5): 382–404.
- Shulman ST et al.: Clinical Practice Guideline for the Diagnosis and Management of Group A Streptococcal Pharyngitis. Clinical Infectious Diseases, 2012; 55(10): e86–e102.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategoriePankreatitis
nasenbluten stoppen
angina symptome
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Tonsillitis + Tonsilitis + Tonsillenentzündung