Sertralin – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Sertralin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI, das bei Depressionen, Angststörungen und weiteren psychischen Erkrankungen eingesetzt wird.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Sertralin"
Sertralin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI, das bei Depressionen, Angststörungen und weiteren psychischen Erkrankungen eingesetzt wird.
Was ist Sertralin?
Sertralin ist ein Antidepressivum aus der Wirkstoffklasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es gehört zu den am häufigsten verordneten Psychopharmaka weltweit und ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Sertralin wird unter verschiedenen Handelsnamen angeboten, darunter das bekannteste Originalpräparat Zoloft sowie zahlreiche Generika.
Anwendungsgebiete (Indikationen)
Sertralin ist für eine Reihe von psychiatrischen Erkrankungen zugelassen und wird bei folgenden Diagnosen eingesetzt:
- Majore Depression (unipolare Depression)
- Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie
- Soziale Angststörung (soziale Phobie)
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Zwangsstörung (OCD) bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren
- Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)
Wirkmechanismus
Sertralin wirkt, indem es den Serotonin-Transporter (SERT) im Gehirn hemmt. Serotonin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter), der eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Schlaf, Appetit und Angst spielt. Normalerweise wird Serotonin nach seiner Ausschüttung in den synaptischen Spalt wieder in die ausschüttende Nervenzelle aufgenommen. Sertralin blockiert diesen Wiederaufnahmeprozess, sodass mehr Serotonin im synaptischen Spalt verbleibt und länger auf die nachgeschaltete Nervenzelle wirken kann. Dies führt über einen Zeitraum von mehreren Wochen zu einer Verbesserung der Stimmung und einer Reduktion von Angstsymptomen.
Dosierung
Die Dosierung von Sertralin wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt. Typische Dosierungsbereiche sind:
- Erwachsene: Beginn mit 25–50 mg täglich, Steigerung auf 50–200 mg täglich je nach Ansprechen und Verträglichkeit
- Kinder und Jugendliche (OCD, ab 6 Jahren): Beginn mit 25 mg täglich, maximal 200 mg täglich
- Sertralin wird in der Regel einmal täglich eingenommen, mit oder ohne Mahlzeit
- Die volle therapeutische Wirkung tritt meist nach 2–6 Wochen ein
Die Behandlung sollte nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgebrochen werden, da ein abruptes Absetzen ein Absetzsyndrom auslösen kann (z. B. Schwindel, Übelkeit, Reizbarkeit).
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann Sertralin Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen umfassen:
- Übelkeit, Durchfall oder Magenbeschwerden
- Schlaflosigkeit oder Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Mundtrockenheit
- Sexuelle Funktionsstörungen (z. B. verminderte Libido, verzögerter Orgasmus)
- Schwitzen
- Zittern (Tremor)
Seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen sind das Serotonin-Syndrom (gefährliche Überaktivität des Serotoninystems, oft durch Wechselwirkungen ausgelöst) sowie ein erhöhtes Blutungsrisiko, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Mitteln oder Schmerzmitteln wie Ibuprofen.
Wechselwirkungen
Sertralin kann mit zahlreichen anderen Wirkstoffen interagieren. Besonders wichtig sind:
- MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, Selegilin): Kombination ist kontraindiziert, kann lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom auslösen
- Andere Serotonin-aktive Substanzen (z. B. Tramadol, Lithium, Triptane): erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom
- Blutverdünner (z. B. Warfarin): erhöhtes Blutungsrisiko
- NSAIDs (z. B. Ibuprofen, Aspirin): erhöhtes gastrointestinales Blutungsrisiko
Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von Sertralin in der Schwangerschaft sollte sorgfältig abgewogen werden. Es gibt Hinweise auf ein leicht erhöhtes Risiko für neonatale Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, wenn Sertralin in der Spätschwangerschaft eingenommen wird. Der Nutzen für die Mutter muss gegen mögliche Risiken für das Kind abgewogen werden. In der Stillzeit geht Sertralin in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Entscheidung sollte stets gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Unipolare Depression, 2022.
- European Medicines Agency (EMA): Produktinformation Sertralin, aktualisierte Fachinformation.
- Stahl S.M.: Stahl's Essential Psychopharmacology. Cambridge University Press, 5. Auflage, 2021.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMorris-Punkt
kopfschmerzen stirn
cortisolspiegel senken
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Sertralin + Sertralinum + Sertraline