Neuroblastom – Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor des sympathischen Nervensystems, der vor allem bei Kleinkindern auftritt und häufig im Nebennierenmark entsteht.
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Das Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor des sympathischen Nervensystems, der vor allem bei Kleinkindern auftritt und häufig im Nebennierenmark entsteht.
Was ist ein Neuroblastom?
Das Neuroblastom ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der aus unreifen Nervenzellen des sympathischen Nervensystems entsteht. Es gehört zu den häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter außerhalb des Gehirns und macht etwa 8–10 % aller Krebserkrankungen bei Kindern aus. Der Tumor entwickelt sich meist im Nebennierenmark, kann aber entlang der gesamten sympathischen Nervenkette auftreten – zum Beispiel im Bauch, Brustkorb oder Nacken.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen des Neuroblastoms sind noch nicht vollständig geklärt. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung sporadisch auf, das heißt ohne erkennbare Vorgeschichte in der Familie. In etwa 1–2 % der Fälle liegt eine erbliche (hereditäre) Form vor, die mit Mutationen im ALK-Gen (Anaplastic Lymphoma Kinase) oder im PHOX2B-Gen in Verbindung gebracht wird.
- Genetische Veranlagung (familiäres Neuroblastom)
- Mutationen im ALK- oder PHOX2B-Gen
- Amplifikation des MYCN-Onkogens (mit aggressiverem Verlauf verbunden)
Symptome
Die Symptome hängen vom Ort des Tumors und seinem Ausbreitungsgrad ab. Häufig wird das Neuroblastom erst entdeckt, wenn es bereits in andere Organe gestreut hat (Metastasierung).
- Tastbarer Knoten oder Schwellung im Bauch
- Bauchschmerzen oder Völlegefühl
- Knochenschmerzen (bei Metastasen)
- Bluthochdruck und erhöhter Herzschlag (durch Ausschüttung von Katecholaminen)
- Blässe, Müdigkeit, Gewichtsverlust
- Periorbitalhämatome (sogenannte Brillenhämatome) bei Metastasen in der Augenhöhle
- Atemprobleme bei thorakalem (im Brustkorb gelegenem) Tumor
Diagnose
Die Diagnose des Neuroblastoms erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden:
Bildgebende Verfahren
- Ultraschall: Erste Untersuchung bei Verdacht auf einen Bauchknoten
- CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie): Zur genauen Lokalisierung und Ausbreitungsbeurteilung
- MIBG-Szintigraphie (Meta-Iodobenzylguanidin): Spezielles Nuklearmedizinverfahren, das Neuroblastomzellen sehr zuverlässig darstellt
- PET-CT: Bei MIBG-negativen Tumoren
Laboruntersuchungen
- Bestimmung von Katecholaminen und deren Abbauprodukten (Vanillinmandelsäure, Homovanillinsäure) im Urin
- NSE (Neuronenspezifische Enolase) und LDH (Laktatdehydrogenase) im Blut als Tumormarker
Gewebeprobe (Biopsie)
Zur endgültigen Diagnose und Bestimmung des Tumortyps wird eine Biopsie des Tumorgewebes entnommen und feingeweblich (histologisch) untersucht. Dabei wird auch die MYCN-Amplifikation bestimmt, die wichtige Auswirkungen auf Therapie und Prognose hat.
Stadieneinteilung
Neuroblastome werden nach dem internationalen System INRG (International Neuroblastoma Risk Group) in Risikogruppen eingeteilt: sehr niedrig, niedrig, mittel und hoch. Diese Einstufung richtet sich nach Alter, Tumorstadium, MYCN-Status, Histologie und weiteren molekularen Markern.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Risikogruppe des Patienten und kann folgende Maßnahmen umfassen:
Niedrigrisiko-Neuroblastome
Bei sehr kleinen Säuglingen mit niedrigem Risiko kann eine abwartende Beobachtung ausreichend sein, da manche Tumoren spontan zurückgehen. Bei Bedarf erfolgt eine chirurgische Entfernung.
Mittleres Risiko
- Operative Entfernung des Tumors (Resektion)
- Mäßige Chemotherapie
Hochrisiko-Neuroblastome
- Intensive Induktionschemotherapie zur Tumorverkleinerung
- Chirurgische Resektion des verbleibenden Tumors
- Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation
- Strahlentherapie des Tumorbetts
- Immuntherapie mit dem Antikörper Dinutuximab (gegen das Gangliosid GD2 auf Neuroblastomzellen)
- Isotretinoin (13-cis-Retinsäure) zur Differenzierungstherapie
Prognose
Die Prognose hängt stark von der Risikogruppe ab. Kinder mit einem Niedrigrisiko-Neuroblastom haben exzellente Überlebensraten von über 90 %. Beim Hochrisiko-Neuroblastom liegt die Langzeit-Überlebensrate trotz intensiver Therapie bei etwa 40–50 %. Laufende klinische Studien erforschen neue Therapieansätze wie zielgerichtete Therapien (ALK-Inhibitoren) und CAR-T-Zell-Therapien, um die Prognose weiter zu verbessern.
Quellen
- Brodeur GM, Bagatell R. Mechanisms of neuroblastoma regression. Nature Reviews Clinical Oncology, 2014; 11(12): 704–713.
- Leitlinienprogramm Onkologie: S1-Leitlinie Neuroblastom, Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), 2020. Verfügbar unter: www.awmf.org
- Matthay KK et al. Neuroblastoma. Nature Reviews Disease Primers, 2016; 2: 16078.
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