Neurosyphilis – Ursachen, Symptome & Behandlung
Neurosyphilis ist eine schwere Infektion des Nervensystems durch das Bakterium Treponema pallidum. Sie tritt als Komplikation einer unbehandelten Syphilis auf und kann Gehirn und Rückenmark schädigen.
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Neurosyphilis ist eine schwere Infektion des Nervensystems durch das Bakterium Treponema pallidum. Sie tritt als Komplikation einer unbehandelten Syphilis auf und kann Gehirn und Rückenmark schädigen.
Was ist Neurosyphilis?
Neurosyphilis bezeichnet eine Infektion des zentralen Nervensystems (ZNS) durch das Bakterium Treponema pallidum, den Erreger der Syphilis. Sie entsteht, wenn eine Syphilis-Infektion unbehandelt bleibt oder unzureichend therapiert wird und sich der Erreger im Gehirn, in den Hirnhäuten oder im Rückenmark ausbreitet. Neurosyphilis kann in jedem Stadium der Syphilis auftreten, wird jedoch vor allem in der Spät- und Tertiärsyphilis beobachtet.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursache der Neurosyphilis ist stets eine vorangegangene Infektion mit Treponema pallidum, einem Spirochäten-Bakterium. Die Übertragung erfolgt in aller Regel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder von der Mutter auf das ungeborene Kind (konnatale Syphilis).
- Unbehandelte oder unvollständig behandelte Syphilis
- Immunsuppression, insbesondere bei HIV-Infektion
- Mangelnder Zugang zu medizinischer Versorgung
- Verzögerter Behandlungsbeginn nach Erstinfektion
Formen der Neurosyphilis
Neurosyphilis wird in verschiedene klinische Formen unterteilt:
Asymptomatische Neurosyphilis
Hierbei bestehen keine neurologischen Beschwerden, jedoch zeigen sich pathologische Veränderungen im Liquor cerebrospinalis (Hirnwasser). Diese Form ist häufig und wird oft zufällig entdeckt.
Meningeale Neurosyphilis
Eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) mit Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Sie tritt meist im Frühstadium auf.
Meningovaskuläre Neurosyphilis
Entzündliche Veränderungen der Blutgefäße des Gehirns können zu einem Schlaganfall führen, oft bei ungewöhnlich jungen Patienten.
Parenchymatöse Neurosyphilis
Direkte Schädigung des Hirngewebes oder des Rückenmarks. Hierzu gehören:
- Progressive Paralyse (auch: Paralytische Demenz): Persönlichkeitsveränderungen, Demenz, Psychose, Krampfanfälle
- Tabes dorsalis: Degeneration der Hinterstränge des Rückenmarks mit stechenden Schmerzen, Gangstörungen, Blasenschwäche und Reflexausfall
Okulo-Syphilis
Beteiligung der Augen mit Sehstörungen bis hin zur Erblindung.
Symptome
Die Symptome der Neurosyphilis sind vielfältig und können anderen neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen ähneln:
- Anhaltende Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit
- Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens
- Gedächtnisstörungen und kognitive Einbußen
- Schlaganfall-ähnliche Symptome (plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen)
- Sehstörungen oder Hörverlust
- Stechende, schussartige Schmerzen (bei Tabes dorsalis)
- Gangstörungen und Koordinationsprobleme
- Blasen- und Darmfunktionsstörungen
- Krampfanfälle
Diagnose
Die Diagnose der Neurosyphilis erfordert eine Kombination aus klinischer Beurteilung, serologischen Tests und einer Liquorpunktion (Lumbalpunktion).
- Blutserologie: Nachweis von Antikörpern gegen Treponema pallidum (z. B. TPPA, FTA-ABS, VDRL)
- Liquoranalyse: Erhöhte Zellzahl (Pleozytose), erhöhter Eiweißgehalt und positiver VDRL-Test im Liquor gelten als beweisend
- MRT des Gehirns: Nachweis entzündlicher Veränderungen, Infarkte oder kortikaler Atrophie
- Neurologische und neuropsychologische Untersuchungen
Behandlung
Die Behandlung der Neurosyphilis erfolgt mit hochdosiertem Penicillin G, das intravenös verabreicht wird. Es ist die Therapie der Wahl und kann das Fortschreiten der Erkrankung stoppen.
- Hochdosiertes intravenöses Penicillin G: 18–24 Millionen Einheiten täglich über 10–14 Tage, aufgeteilt in Einzeldosen alle 4 Stunden
- Bei Penicillin-Allergie: Ceftriaxon intravenös als Alternative (nach Rücksprache mit dem Facharzt)
- Regelmäßige Kontroll-Liquorpunktionen nach Therapieabschluss zur Überprüfung des Behandlungserfolgs
- Symptomatische Behandlung neurologischer Folgeschäden (z. B. Physiotherapie, Schmerztherapie)
Bereits eingetretene neurologische Schäden sind häufig irreversibel. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend.
Prävention
Die beste Vorbeugung gegen Neurosyphilis ist die frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung einer Syphilis-Infektion. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere bei Risikogruppen (z. B. Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, HIV-positive Personen), sind essenziell. Die Verwendung von Kondomen reduziert das Infektionsrisiko deutlich.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Guidelines for the Treatment of Treponema pallidum (Syphilis). Genf, 2016.
- Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG): S2k-Leitlinie Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydia-trachomatis-Infektionen und Mykoplasmen-Infektionen. AWMF-Register Nr. 059-004, 2020.
- Ropper A.H., Samuels M.A., Klein J.P.: Adams and Victor's Principles of Neurology. 11. Auflage. McGraw-Hill Education, 2019.
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