Lungenszintigraphie – Ablauf, Nutzen & Befund
Die Lungenszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren zur Beurteilung von Durchblutung und Belüftung der Lunge. Sie wird vor allem zur Diagnose einer Lungenembolie eingesetzt.
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Die Lungenszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren zur Beurteilung von Durchblutung und Belüftung der Lunge. Sie wird vor allem zur Diagnose einer Lungenembolie eingesetzt.
Was ist eine Lungenszintigraphie?
Die Lungenszintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren aus der Nuklearmedizin, das die Durchblutung (Perfusion) und/oder die Belüftung (Ventilation) der Lunge sichtbar macht. Dazu werden schwach radioaktive Substanzen, sogenannte Radiopharmaka, in den Körper eingebracht. Diese verteilen sich in der Lunge entsprechend der Durchblutung oder Luftverteilung und senden dabei Strahlung aus, die von einer speziellen Kamera – der Gammakamera – erfasst und in ein Bild umgewandelt wird.
Das Verfahren wird häufig als Ventilations-Perfusions-Szintigraphie (V/Q-Szintigraphie) durchgeführt, bei der beide Aspekte – Belüftung und Durchblutung – gemeinsam beurteilt werden. Damit lassen sich Bereiche der Lunge identifizieren, die zwar belüftet, aber nicht durchblutet sind – ein typisches Zeichen für eine Lungenembolie.
Anwendungsgebiete
Die Lungenszintigraphie wird vor allem in folgenden klinischen Situationen eingesetzt:
- Verdacht auf Lungenembolie: Dies ist die häufigste Indikation. Bei einem Blutgerinnsel in den Lungengefäßen ist die Durchblutung eines Lungenabschnitts unterbrochen, während die Belüftung meist erhalten bleibt.
- Präoperative Planung: Vor einer Lungenoperation, z. B. bei Lungenkrebs, kann die Szintigraphie helfen einzuschätzen, wie viel Lungengewebe nach dem Eingriff noch funktionsfähig bleibt.
- Kontrolle nach Lungenembolie: Zur Überprüfung, ob sich die Durchblutung nach einer Behandlung normalisiert hat.
- Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Beurteilung der regionalen Lungenfunktion.
- Pulmonale Hypertonie: Abklärung von Druckerhöhungen im Lungenkreislauf.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Perfusionsszintigraphie
Für die Darstellung der Lungendurchblutung werden radioaktiv markierte Albumin-Partikel (MAA – Makroaggregiertes Albumin) in eine Armvene injiziert. Diese Partikel sind so groß, dass sie sich in den kleinsten Blutgefäßen der Lunge (Kapillaren) verteilen und dort kurzzeitig hängen bleiben. Die Gammakamera zeichnet die Verteilung dieser Partikel auf und zeigt so, welche Bereiche der Lunge gut durchblutet sind.
Ventilationsszintigraphie
Für die Darstellung der Lungenbelüftung atmet die untersuchte Person ein radioaktiv markiertes Gas oder Aerosol ein, z. B. Technetium-99m-DTPA-Aerosol oder das Edelgas Krypton-81m. Die Kamera zeigt dann, welche Bereiche der Lunge mit Luft erreicht werden.
Ablauf der Untersuchung
Die Untersuchung ist schmerzlos und dauert je nach Fragestellung etwa 30 bis 60 Minuten. Die Strahlenbelastung ist gering und vergleichbar mit anderen nuklearmedizinischen Standarduntersuchungen. Nach der Untersuchung wird empfohlen, viel zu trinken, um die Ausscheidung des Radiopharmakons über die Nieren zu beschleunigen.
Auswertung und Befund
Die aufgenommenen Bilder werden von einem Facharzt für Nuklearmedizin ausgewertet. Dabei werden Perfusions- und Ventilationsbilder miteinander verglichen. Ein sogenannter Mismatch – also ein Bereich, der zwar belüftet, aber nicht durchblutet ist – ist ein typischer Hinweis auf eine Lungenembolie. Zur besseren Einschätzung werden die Befunde häufig nach standardisierten Kriterien, wie dem PIOPED-Score, klassifiziert.
Vorteile und Grenzen
Die Lungenszintigraphie bietet mehrere Vorteile:
- Geringe Strahlenbelastung im Vergleich zur CT-Pulmonalisangiographie
- Kein jodhaltiges Kontrastmittel notwendig – geeignet bei Kontrastmittelunverträglichkeit oder Niereninsuffizienz
- Kann auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden, wenn der klinische Nutzen überwiegt
Einschränkungen bestehen bei:
- Vorbestehenden Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Pneumonie), die die Bildinterpretation erschweren können
- Geringerer räumlicher Auflösung im Vergleich zur CT
- Eingeschränkter Verfügbarkeit an kleineren Kliniken
Sicherheit und Strahlenbelastung
Die verwendeten Radiopharmaka haben eine sehr kurze Halbwertszeit und werden rasch aus dem Körper ausgeschieden. Die effektive Strahlendosis beträgt bei einer kombinierten V/Q-Szintigraphie typischerweise etwa 1–2 Millisievert (mSv), was in etwa der natürlichen Hintergrundstrahlung von einem halben Jahr entspricht. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind sehr selten. Allergische Reaktionen auf das Radiopharmakon sind möglich, aber ungewöhnlich.
Quellen
- Mettler FA, Guiberteau MJ. Essentials of Nuclear Medicine and Molecular Imaging. 7. Auflage. Elsevier, 2019.
- Konstantinides SV et al. 2019 ESC Guidelines for the diagnosis and management of acute pulmonary embolism. European Heart Journal. 2020;41(4):543–603.
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesamt für Strahlenschutz: Leitlinien zur Strahlenexposition in der Nuklearmedizin. www.bfs.de
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