Thrombosemarker – Blutwerte, Bedeutung & Diagnose
Thrombosemarker sind Laborwerte im Blut, die auf eine Thrombose oder erhöhte Gerinnungsaktivität hinweisen. Sie helfen bei der Diagnose und Risikoeinschätzung.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Thrombosemarker"
Thrombosemarker sind Laborwerte im Blut, die auf eine Thrombose oder erhöhte Gerinnungsaktivität hinweisen. Sie helfen bei der Diagnose und Risikoeinschätzung.
Was sind Thrombosemarker?
Thrombosemarker sind spezifische Laborparameter, die im Blut gemessen werden und Hinweise auf eine bestehende oder drohende Thrombose geben. Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockieren kann. Thrombosemarker helfen Ärzten dabei, eine Thrombose frühzeitig zu erkennen, das individuelle Risiko einzuschätzen und den Verlauf einer Behandlung zu überwachen.
Wichtige Thrombosemarker im Überblick
D-Dimere
D-Dimere sind Abbauprodukte von Fibrin, einem Protein, das bei der Blutgerinnung entsteht. Erhöhte D-Dimer-Werte weisen auf eine gesteigerte Gerinnungsaktivität hin und können ein Zeichen für eine tiefe Venenthrombose (TVT) oder eine Lungenembolie sein. Der Test hat einen hohen negativen Vorhersagewert: Ein normaler D-Dimer-Wert macht eine Thrombose weitgehend unwahrscheinlich.
Fibrinogen
Fibrinogen ist ein Gerinnungsprotein, das in der Leber gebildet wird. Erhöhte Werte können auf ein erhöhtes Thromboserisiko sowie auf Entzündungsreaktionen im Körper hinweisen. Sehr niedrige Fibrinogenwerte hingegen können auf eine übermäßige Gerinnungsaktivierung (Verbrauchskoagulopathie) hindeuten.
Prothrombinzeit (Quick-Wert / INR)
Die Prothrombinzeit, auch als Quick-Wert oder INR (International Normalized Ratio) bezeichnet, misst die Geschwindigkeit der Blutgerinnung. Sie wird vor allem zur Überwachung einer Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Marcumar) eingesetzt. Ein verlängerter Quick-Wert bedeutet, dass das Blut langsamer gerinnt.
Antithrombin (AT III)
Antithrombin ist ein natürlicher Hemmstoff der Blutgerinnung. Ein Mangel an Antithrombin erhöht das Risiko für Thrombosen erheblich und kann angeboren oder erworben sein.
Protein C und Protein S
Protein C und Protein S sind weitere natürliche Gerinnungshemmer. Ein Mangel dieser Proteine gilt als wichtiger Risikofaktor für eine Thrombophilie, also eine erhöhte Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln.
Faktor-V-Leiden-Mutation
Die Faktor-V-Leiden-Mutation ist eine genetische Veränderung, die zu einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes führt. Sie ist die häufigste vererbbare Ursache einer Thrombophilie in der westlichen Bevölkerung.
Homocystein
Erhöhte Homocystein-Werte im Blut gelten als unabhängiger Risikofaktor für Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ursachen können ein Mangel an Vitamin B6, B12 oder Folsäure sein.
Wann werden Thrombosemarker bestimmt?
Die Bestimmung von Thrombosemarkern ist in verschiedenen klinischen Situationen sinnvoll:
- Bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie
- Bei ungeklärten Schwellungen oder Schmerzen in den Beinen
- Vor und nach operativen Eingriffen mit erhöhtem Thromboserisiko
- Bei Schwangerschaften mit erhöhtem Thromboserisiko
- Bei familiärer Häufung von Thrombosen (Abklärung einer Thrombophilie)
- Zur Therapieüberwachung bei gerinnungshemmender Behandlung
Diagnose und Interpretation
Thrombosemarker werden stets im klinischen Kontext bewertet. Ein einzelner erhöhter Wert reicht nicht für eine Diagnose aus. Erst in Kombination mit der körperlichen Untersuchung, der Krankengeschichte und bildgebenden Verfahren (z. B. Ultraschall, CT-Angiographie) kann eine zuverlässige Diagnose gestellt werden. Die Interpretation der Werte obliegt immer einem Arzt oder einer Ärztin.
Behandlung bei erhöhten Thrombosemarkern
Je nach Ursache und Ausmaß der Befunde stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung:
- Antikoagulantien (Blutverdünner) wie Heparin, Marcumar oder direkte orale Antikoagulantien (DOAKs)
- Kompressionstherapie bei venöser Thrombose
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Entzündung, Infektionskrankheit)
- Lebensstilanpassungen (Bewegung, Gewichtsreduktion, ausreichende Flüssigkeitszufuhr)
Quellen
- Kyrle, P. A. & Eichinger, S. (2005). Deep vein thrombosis. The Lancet, 365(9465), 1163–1174.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Thrombosis and Haemostasis – Global Guidelines, Genf.
- Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (2015): S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieHairline-Fraktur
Nervenwachstumsfaktor
Abdominalvene
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Thrombosemarker + Thrombose-Marker + Thrombosemarker Blut