Nabelvenenpunktion – Definition & Anwendung
Die Nabelvenenpunktion ist ein medizinisches Verfahren, bei dem eine Nadel in die Nabelvene eingeführt wird, um Blut zu entnehmen oder Medikamente zu verabreichen.
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Die Nabelvenenpunktion ist ein medizinisches Verfahren, bei dem eine Nadel in die Nabelvene eingeführt wird, um Blut zu entnehmen oder Medikamente zu verabreichen.
Was ist die Nabelvenenpunktion?
Die Nabelvenenpunktion ist ein invasives medizinisches Verfahren, bei dem eine dünne Nadel oder ein Katheter gezielt in die Nabelvene (Vena umbilicalis) eingeführt wird. Dieses Verfahren wird sowohl in der Neugeborenenmedizin (Neonatologie) als auch in der Pränataldiagnostik eingesetzt. Die Nabelvene ist ein Blutgefäß, das beim Fötus sauerstoffreiches Blut von der Plazenta zur Leber und zum Herzen transportiert. Nach der Geburt verschließt sie sich innerhalb weniger Tage und wird als Ligamentum teres hepatis zum Band.
Anwendungsgebiete
Beim Neugeborenen
Bei Neugeborenen, insbesondere bei Frühgeborenen oder kritisch kranken Kindern, wird die Nabelvenenpunktion häufig genutzt, um rasch einen venösen Zugang zu schaffen. Dieser sogenannte Nabelvenenkatheter (NVK) ermöglicht:
- Die Verabreichung von Infusionslösungen und Medikamenten
- Die Gabe von Blutprodukten oder Bluttransfusionen
- Die Überwachung des zentralen Venendrucks
- Die Durchführung von Blutentnahmen zur Labordiagnostik
- Austauschtransfusionen bei schwerer Neugeborenengelbsucht (Hyperbilirubinämie) oder Rhesusunverträglichkeit
In der Pränataldiagnostik
Beim ungeborenen Kind kann die Nabelvenenpunktion im Rahmen der Fetalblutentnahme (Cordocentese) durchgeführt werden. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle eine Nadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Nabelvene des Fötus eingeführt. Indikationen hierfür sind:
- Diagnose von chromosomalen Anomalien oder genetischen Erkrankungen
- Bestimmung des fetalen Blutbildes (z. B. bei Verdacht auf fetale Anämie)
- Intrauterine Bluttransfusion bei schwerem Rhesus-Konflikt
- Therapie von fetalen Herzrhythmusstörungen
- Bestimmung von Infektionsparametern (z. B. bei Toxoplasmose oder CMV-Verdacht)
Durchführung des Verfahrens
Nabelvenenkatheter beim Neugeborenen
Beim Neugeborenen wird die Nabelvene kurz nach der Geburt punktiert, solange der Nabelschnurstumpf noch weich und offen ist – in der Regel innerhalb der ersten 24 bis 72 Stunden nach der Geburt. Unter sterilen Bedingungen wird ein dünner Katheter in die Nabelvene eingeführt und bis in die untere Hohlvene (Vena cava inferior) oder den rechten Vorhof des Herzens vorgeschoben. Die korrekte Lage wird mittels Röntgenkontrolle oder Echokardiographie überprüft.
Cordocentese beim Fötus
Die Cordocentese wird in der Regel zwischen der 18. und 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Unter kontinuierlicher Ultraschallführung wird eine feine Nadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Nabelschnur eingeführt und Blut aus der Nabelvene entnommen oder eine Therapie eingeleitet. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung der Bauchdecke.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem invasiven Eingriff sind auch bei der Nabelvenenpunktion Risiken zu berücksichtigen:
- Infektionen (Katheter-assoziierte Sepsis, Omphalitis)
- Thrombosen oder Embolien durch den Katheter
- Luftembolie bei unsachgemäßer Handhabung
- Herzrhythmusstörungen bei zu tief liegendem Katheter
- Leberschäden durch fehlerhaft positionierten Katheter
- Bei der Cordocentese: fetale Bradykardie, Blutungen aus der Einstichstelle, vorzeitige Wehen oder – in seltenen Fällen – Fehlgeburt
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen für einen Nabelvenenkatheter beim Neugeborenen umfassen Omphalitis (Nabelentzündung), Omphalozele oder Gastroschisis. Bei der Cordocentese sind Plazenta praevia oder eine schlechte Ultraschalldarstellung des Nabelschnuransatzes relative Kontraindikationen.
Nachsorge und Überwachung
Nach der Anlage eines Nabelvenenkaktheters wird die Einstichstelle engmaschig auf Zeichen einer Infektion oder Durchblutungsstörung überwacht. Der Katheter sollte so früh wie möglich entfernt werden – in der Regel nach spätestens 14 Tagen – um das Infektionsrisiko zu minimieren. Nach einer Cordocentese wird die Herzfrequenz des Fötus mittels Kardiotokographie (CTG) überwacht.
Quellen
- Speer, C.P. & Gahr, M. (Hrsg.): Pädiatrie. 5. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin/Heidelberg, 2019.
- Merz, E.: Ultraschalldiagnostik in Geburtshilfe und Gynäkologie. 2. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart, 2002.
- World Health Organization (WHO): Recommendations on Newborn Health. WHO Press, Genf, 2017. Verfügbar unter: https://www.who.int
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