Nicotinsäure – Vitamin B3: Funktion, Mangel & Wirkung
Nicotinsäure ist eine Form von Vitamin B3 und ein wasserlösliches Vitamin, das der Körper für den Energiestoffwechsel benötigt. Sie wird therapeutisch eingesetzt, um erhöhte Blutfettwerte zu senken.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Nicotinsäure"
Nicotinsäure ist eine Form von Vitamin B3 und ein wasserlösliches Vitamin, das der Körper für den Energiestoffwechsel benötigt. Sie wird therapeutisch eingesetzt, um erhöhte Blutfettwerte zu senken.
Was ist Nicotinsäure?
Nicotinsäure (auch Nikotinsäure geschrieben) ist eine Form von Vitamin B3 und gehört zur Gruppe der wasserlöslichen Vitamine. Sie ist ein essenzieller Nährstoff, den der Körper für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt. Nicotinsäure kommt natürlich in vielen Lebensmitteln vor und kann vom Körper in geringem Umfang auch aus der Aminosäure Tryptophan selbst hergestellt werden.
Biologische Funktionen
Nicotinsäure spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen. Sie ist Vorläufer der Coenzyme NAD (Nicotinamidadenindinukleotid) und NADP, die an hunderten enzymatischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt sind. Zu den wichtigsten Funktionen zählen:
- Unterstützung des Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsels
- Beteiligung an der DNA-Reparatur und Zellteilung
- Förderung der normalen Funktion des Nervensystems
- Beitrag zur Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute
- Unterstützung der psychischen Gesundheit und normaler kognitiver Funktionen
Nahrungsquellen
Nicotinsäure ist in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Besonders gute Quellen sind:
- Fleisch (insbesondere Geflügel, Schweine- und Rindfleisch)
- Fisch (z. B. Thunfisch, Lachs, Sardinen)
- Leber und Innereien
- Hülsenfrüchte (z. B. Erdnüsse, Linsen)
- Vollkornprodukte
- Pilze
Empfohlene Tageszufuhr
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen folgende Richtwerte für die tägliche Zufuhr von Niacin (angegeben als Niacin-Äquivalente):
- Erwachsene Männer: 16 mg pro Tag
- Erwachsene Frauen: 13 mg pro Tag
- Schwangere: 15 mg pro Tag
- Stillende: 17 mg pro Tag
Medizinische Anwendung
In hohen, pharmakologischen Dosen (weit über dem Bedarf als Vitamin) wird Nicotinsäure als Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen eingesetzt. Sie kann:
- den LDL-Cholesterin-Spiegel (schlechtes Cholesterin) senken
- den HDL-Cholesterin-Spiegel (gutes Cholesterin) erhöhen
- erhöhte Triglycerid-Werte im Blut reduzieren
Aufgrund dieser Wirkungen wurde Nicotinsäure in Kombination mit Statinen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Allerdings haben neuere klinische Studien gezeigt, dass der Zusatznutzen in Kombination mit Statinen begrenzt ist, weshalb die Anwendung in Europa eingeschränkt wurde.
Wirkmechanismus (pharmakologisch)
In pharmakologischen Dosen hemmt Nicotinsäure in der Leber die Synthese von VLDL (Very Low Density Lipoprotein), was zu einer reduzierten Produktion von LDL-Cholesterin führt. Gleichzeitig verlangsamt sie den Abbau von HDL-Cholesterin. Im Fettgewebe hemmt sie die Freisetzung freier Fettsäuren, was die Verfügbarkeit von Substraten für die Triglyzeridsynthese in der Leber vermindert.
Mangelerscheinungen
Ein schwerwiegender Mangel an Nicotinsäure führt zur Erkrankung Pellagra, die durch die klassische Trias gekennzeichnet ist:
- Dermatitis (Hautentzündung, besonders an sonnenexponierten Stellen)
- Diarrhö (Durchfall)
- Demenz (geistige Verwirrung, im Volksmund auch als die drei Ds bezeichnet)
Pellagra tritt vor allem in Regionen auf, in denen Mais das Hauptnahrungsmittel ist und keine ausgewogene Ernährung möglich ist. In wohlhabenden Ländern ist ein schwerer Niacin-Mangel selten.
Nebenwirkungen und Risiken bei hoher Dosierung
Nicotinsäure in hohen Dosen kann Nebenwirkungen verursachen. Die häufigste und charakteristischste ist der sogenannte Flush – ein plötzliches Wärme- und Rötungsgefühl der Haut, insbesondere im Gesicht und an den Armen. Weitere mögliche Nebenwirkungen hoher Dosen umfassen:
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen)
- Erhöhung des Blutzuckerspiegels (besonders bei Diabetikern relevant)
- Erhöhung des Harnsäurespiegels (Gichtrisiko)
- Leberschäden bei sehr hoher und langfristiger Dosierung
Hohe Dosierungen von Nicotinsäure sollten daher nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Wechselwirkungen
Nicotinsäure kann Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten eingehen, darunter:
- Statine: erhöhtes Risiko für Muskelschäden (Myopathie)
- Antidiabetika: Nicotinsäure kann den Blutzucker erhöhen und die Wirkung dieser Medikamente abschwächen
- Alkohol: verstärkt den Flush-Effekt
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Niacin. www.dge.de
- European Food Safety Authority (EFSA): Dietary Reference Values for niacin. EFSA Journal, 2014.
- Kamanna VS, Ganji SH, Kashyap ML: Niacin: an old drug rejuvenated. Current Atherosclerosis Reports, 2009;11(1):45–51.
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