Tachyarrhythmia absoluta – Ursachen & Behandlung
Die Tachyarrhythmia absoluta ist eine Form des Vorhofflimmerns mit schnellem, völlig unregelmäßigem Herzschlag. Sie erfordert rasche medizinische Abklärung und Behandlung.
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Die Tachyarrhythmia absoluta ist eine Form des Vorhofflimmerns mit schnellem, völlig unregelmäßigem Herzschlag. Sie erfordert rasche medizinische Abklärung und Behandlung.
Was ist eine Tachyarrhythmia absoluta?
Die Tachyarrhythmia absoluta bezeichnet eine Form des Vorhofflimmerns, bei der das Herz sehr schnell und vollständig unregelmäßig schlägt. Der Begriff setzt sich zusammen aus Tachykardie (erhöhte Herzfrequenz), Arrhythmie (unregelmäßiger Herzrhythmus) und absoluta (absolut, d. h. vollständig unregelmäßig). Die Herzfrequenz liegt dabei typischerweise zwischen 100 und 180 Schlägen pro Minute, in seltenen Fällen auch höher. Es handelt sich um die häufigste klinisch relevante Herzrhythmusstörung.
Ursachen
Eine Tachyarrhythmia absoluta entsteht, wenn die elektrischen Impulse in den Vorhöfen des Herzens chaotisch und unkoordiniert werden. Häufige Ursachen sind:
- Koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße)
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Herzklappenfehler, insbesondere der Mitralklappe
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Übermäßiger Alkohol- oder Koffeinkonsum
- Elektrolytstörungen (z. B. Kaliummangel)
- Entzündliche Herzerkrankungen wie Myokarditis oder Perikarditis
- Idiopathisch (ohne erkennbare Ursache, vor allem bei jüngeren Patienten)
Symptome
Die Symptome können je nach Schweregrad und Vorerkrankungen sehr unterschiedlich sein. Typische Beschwerden umfassen:
- Herzrasen oder Herzklopfen (Palpitationen)
- Unregelmäßiger Herzschlag, den Betroffene oft selbst wahrnehmen
- Kurzatmigkeit und Luftnot, besonders bei Belastung
- Schwindel oder Benommenheit
- Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust
- Leistungsminderung und schnelle Erschöpfung
- In schweren Fällen: Bewusstlosigkeit oder Synkope
Manche Betroffenen bemerken die Herzrhythmusstörung jedoch kaum oder gar nicht und werden erst bei einer Routineuntersuchung diagnostiziert.
Diagnose
Die Diagnose einer Tachyarrhythmia absoluta erfolgt in erster Linie durch:
- Elektrokardiogramm (EKG): Das EKG zeigt das typische Bild mit unregelmäßigen RR-Abständen, fehlendem P-Wellen-Muster und unregelmäßig übergeleiteten Kammeraktionen mit erhöhter Herzfrequenz.
- Langzeit-EKG (Holter-EKG): Zur Erfassung intermittierender (anfallsartiger) Episoden über 24 bis 48 Stunden.
- Echokardiografie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung von Herzstruktur und -funktion sowie zum Ausschluss von Thromben (Blutgerinnseln) im Vorhof.
- Blutuntersuchungen: Bestimmung von Schilddrüsenwerten, Elektrolyten und Entzündungsmarkern.
- Blutdruckmessung und klinische Untersuchung.
Behandlung
Frequenzkontrolle
Das primäre Ziel der Behandlung ist oft die Senkung der Herzfrequenz auf einen normalen Bereich (60-100 Schläge pro Minute in Ruhe). Hierzu werden eingesetzt:
- Betablocker (z. B. Metoprolol, Bisoprolol)
- Calciumkanalblocker (z. B. Verapamil, Diltiazem)
- Digitalisglykoside (z. B. Digoxin, besonders bei Herzinsuffizienz)
Rhythmuskontrolle
Bei bestimmten Patienten wird versucht, den normalen Sinusrhythmus wiederherzustellen. Dies kann erfolgen durch:
- Medikamentöse Kardioversion mit Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron, Flecainid)
- Elektrische Kardioversion: Gezielte Gleichstromschocks unter Kurznarkose zur Rhythmisierung des Herzens
- Katheterablation: Minimalinvasiver Eingriff, bei dem die Ursprungsherde des Vorhofflimmerns mit Hochfrequenzstrom oder Kälte verödet werden
Antikoagulation (Blutverdünnung)
Da bei Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht (Blutgerinnsel können sich im Vorhof bilden und ins Gehirn geschwemmt werden), ist die Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulantien) bei den meisten Patienten notwendig. Eingesetzt werden:
- Direkte orale Antikoagulantien (DOAKs) wie Apixaban, Rivaroxaban oder Dabigatran
- Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon (Marcumar)
Prognose und Verlauf
Mit einer adäquaten Behandlung lässt sich die Lebensqualität der meisten Betroffenen deutlich verbessern. Das Schlaganfallrisiko kann durch eine konsequente Antikoagulation erheblich gesenkt werden. Unbehandelt kann die Erkrankung jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzinsuffizienz oder Schlaganfall führen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen sind daher essenziell.
Quellen
- Hindricks G. et al. - 2020 ESC Guidelines for the diagnosis and management of atrial fibrillation. European Heart Journal, 2021; 42(5): 373-498. (European Society of Cardiology)
- Fuster V. et al. - ACC/AHA/ESC 2006 Guidelines for the Management of Patients with Atrial Fibrillation. Circulation, 2006; 114(7): 700-752.
- Herold G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag Gerd Herold, Koeln, aktuelle Auflage.
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