Teleangiektasie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Teleangiektasien sind dauerhaft erweiterte, feine Blutgefäße, die als rötliche Äderchen auf der Haut oder Schleimhaut sichtbar werden. Sie sind häufig harmlos, können aber auch auf Grunderkrankungen hinweisen.
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Teleangiektasien sind dauerhaft erweiterte, feine Blutgefäße, die als rötliche Äderchen auf der Haut oder Schleimhaut sichtbar werden. Sie sind häufig harmlos, können aber auch auf Grunderkrankungen hinweisen.
Was sind Teleangiektasien?
Teleangiektasien (Einzahl: Teleangiektasie) sind dauerhaft erweiterte, feine Blutgefäße – sogenannte Kapillaren, Arteriolen oder Venolen –, die direkt unter der Haut oder auf Schleimhäuten sichtbar werden. Sie erscheinen als rötliche, violette oder bläuliche, netzartige oder sternförmige Äderchen und haben typischerweise einen Durchmesser von 0,1 bis 1 Millimeter. Im Volksmund werden sie auch als Besenreiser bezeichnet, wenn sie an den Beinen auftreten.
Ursachen
Teleangiektasien können verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet zwischen primären (eigenständig auftretenden) und sekundären (durch eine Grunderkrankung bedingten) Formen:
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist häufig beobachtbar.
- Hormonelle Einflüsse: Schwangerschaft, Einnahme von Östrogenpräparaten oder Verhütungsmitteln können die Gefäßerweiterung fördern.
- Chronische UV-Strahlung: Langjährige Sonnenexposition schädigt die Gefäßwände und begünstigt die Entstehung.
- Rosacea: Eine chronische Hauterkrankung des Gesichts, die häufig mit Teleangiektasien einhergeht.
- Chronisch-venöse Insuffizienz: Schwäche der Venenklappen und erhöhter venöser Druck, besonders in den Beinen.
- Hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (Morbus Osler): Eine seltene erbliche Erkrankung, bei der Teleangiektasien an Haut, Schleimhäuten und inneren Organen auftreten.
- Sklerodermie und andere Bindegewebserkrankungen: Autoimmunerkrankungen, die das Gefäßsystem betreffen können.
- Leberschäden: Bei Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose) entstehen sogenannte Spider-Naevi, sternförmige Teleangiektasien auf der Haut.
- Strahlentherapie: Als Spätfolge einer Bestrahlung können lokale Teleangiektasien auftreten.
Symptome
Teleangiektasien verursachen in der Regel keine körperlichen Beschwerden. Häufige Begleiterscheinungen sind jedoch:
- Sichtbare rote, blaue oder violette Äderchen, meist im Gesicht (Wangen, Nase, Kinn) oder an den Beinen
- Gelegentliches Brennen, Jucken oder leichtes Spannungsgefühl im betroffenen Bereich
- Bei Teleangiektasien auf Schleimhäuten (z. B. Nase, Magen-Darm-Trakt): rezidivierende Blutungen (typisch für Morbus Osler)
- Kosmetisch störende Veränderungen des Hautbildes
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt, d. h. durch Betrachtung der Haut. Folgende Untersuchungen können eingesetzt werden:
- Dermatoskopie: Vergrößerte Betrachtung der Hautveränderungen mit einem Dermatoskop, um die Gefäßstruktur beurteilen zu können.
- Duplexsonographie: Ultraschalluntersuchung der Venen, besonders bei Verdacht auf venöse Insuffizienz als Ursache.
- Blutuntersuchungen und weiterführende Diagnostik: Bei Verdacht auf systemische Ursachen wie Lebererkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Morbus Osler.
- Genetische Testung: Bei familiärer Häufung und Verdacht auf hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie.
Behandlung
Die Notwendigkeit einer Behandlung hängt vom Ausmaß, der Ursache und dem Leidensdruck des Patienten ab. Mögliche Therapieansätze umfassen:
Laserbehandlung
Der Nd:YAG-Laser oder der gepulste Farbstofflaser (PDL) gelten als wirksame Methoden zur gezielten Verödung erweiterter Gefäße. Das Licht wird vom Hämoglobin im Blut absorbiert, das Gefäß wird erhitzt und verödet, ohne das umliegende Gewebe wesentlich zu schädigen.
Sklerotherapie (Verödungstherapie)
Besonders bei Teleangiektasien der Beine wird ein Verödungsmittel (z. B. Polidocanol) direkt in das erweiterte Gefäß injiziert. Dies führt zur Entzündung der Gefäßwand und zum dauerhaften Verschluss des Gefäßes.
Intense Pulsed Light (IPL)
Breitbandiges Licht wird zur Behandlung flächiger Rötungen und Teleangiektasien im Gesicht eingesetzt, insbesondere bei Rosacea.
Behandlung der Grunderkrankung
Bei sekundären Teleangiektasien steht die Therapie der auslösenden Erkrankung im Vordergrund. Bei Morbus Osler können z. B. Bevacizumab oder endoskopische Verfahren zur Blutungskontrolle eingesetzt werden.
Vorbeugung und allgemeine Maßnahmen
- Konsequenter Sonnenschutz (LSF 30 oder höher)
- Vermeidung von extremer Hitze (Sauna, heißes Wasser)
- Kompressionsstrümpfe bei venöser Insuffizienz
- Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung zur Entlastung der Beinvenen
Quellen
- Bundesärztekammer und AWMF: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Venenerkrankungen. AWMF-Register, aktuelle Auflage.
- Rabe E. et al.: European guidelines for sclerotherapy in chronic venous disorders. Phlebology, 2014; 29(6):338-354.
- Faughnan M.E. et al.: International guidelines for the diagnosis and management of hereditary haemorrhagic telangiectasia. Journal of Medical Genetics, 2011; 48(2):73-87.
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