Totenfleck – Definition, Entstehung und Bedeutung
Totenflecken sind blaurote Verfaerbungen der Haut, die nach dem Tod durch das Absinken des Blutes in tiefer liegende Koerperregionen entstehen.
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Totenflecken sind blaurote Verfaerbungen der Haut, die nach dem Tod durch das Absinken des Blutes in tiefer liegende Koerperregionen entstehen.
Was sind Totenflecken?
Totenflecken (medizinisch: Livores mortis, Singular: Livor mortis) sind blaurote bis violette Verfaerbungen der Haut, die nach dem Eintreten des Todes entstehen. Sie gelten als eines der sichersten und fruehesten Zeichen des eingetretenen Todes und spielen in der Rechtsmedizin eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Todeszeitpunkts sowie der Lage des Leichnams nach dem Tod.
Ursachen und Entstehung
Nach dem Tod hoert das Herz auf zu schlagen, und der Blutkreislauf kommt vollstaendig zum Erliegen. Das Blut, das nicht mehr durch aktive Pumptaetigkeit im Koerper zirkuliert, beginnt aufgrund der Schwerkraft in die tiefer gelegenen Koerperregionen abzusinken. Es sammelt sich in den kleinen Blutgefaessen (Kapillaren und Venolen) der Haut und schimmert durch die Haut als blaurote Flecken hindurch.
- Die Verfaerbung entsteht durch den Sauerstoffmangel im abgesunkenen Blut (Deoxyhaemoglobin gibt dem Blut eine dunkelroete bis blauviolette Farbe).
- Die Haut an den tiefer liegenden Koerperpartien verfaerbt sich, waehrend die Auflagestellen (z. B. unter dem Ruecken beim liegenden Leichnam) durch den Druck ausgespart bleiben und blass erscheinen.
Zeitlicher Verlauf
Totenflecken entwickeln sich in charakteristischen Phasen, die fuer die rechtsmedizinische Einschaetzung des Todeszeitpunkts bedeutsam sind:
Fruehphase (ca. 1 bis 6 Stunden nach dem Tod)
In den ersten Stunden nach dem Eintreten des Todes beginnen sich erste, noch blasse Flecken zu bilden. In dieser Phase sind die Totenflecken wegdrueckbar und umlagerungsfaehig: Drueckt man auf die Flecken, verschwinden sie kurzzeitig, und bei einer Umlagerung des Leichnams wandern die Flecken in die neue tiefste Koerperregion.
Zwischenphase (ca. 6 bis 12 Stunden nach dem Tod)
Die Flecken werden kraeftiger und sind schwerer wegzudruecken. Eine Umlagerung des Leichnams fuehrt dazu, dass neue Flecken an der neuen Abhaengigkeitsseite entstehen, die alten aber noch teilweise sichtbar bleiben.
Spaetphase (ab ca. 12 bis 24 Stunden nach dem Tod)
Die Totenflecken sind nun fixiert: Sie lassen sich weder wegdruecken noch verlagern, da das Blut im Gewebe geronnen oder in die umliegenden Gewebestrukturen eingesickert ist. Ab diesem Zeitpunkt geben die Flecken verlassliche Hinweise auf die urspruengliche Lagerung des Leichnams.
Verteilung und Aussehen
Die Totenflecken treten typischerweise an folgenden Koerperregionen auf, je nach Lage des Leichnams:
- Rueckenlage: Ruecken, Gesaess, Nacken, Wadenbereiche
- Bauchlage: Bauch, Brust, Gesicht, Unterarme
- Haengende Position: untere Extremitaeten, Haende
Die Farbe der Totenflecken ist meist blaurot bis dunkelviolett. In bestimmten Faellen kann die Farbe abweichen und wichtige diagnostische Hinweise liefern:
- Kirschrot: moegliche Kohlenmonoxidvergiftung oder Tod bei sehr niedrigen Temperaturen (Kaeltetod)
- Hellrot: kann auf eine Zyanidvergiftung hinweisen
- Graubraun: kann bei Methämoglobinaemie auftreten
Bedeutung in der Rechtsmedizin
Totenflecken sind ein zentrales Untersuchungsmerkmal bei der Leichenschau und der rechtsmedizinischen Begutachtung. Aus ihnen lassen sich folgende Informationen ableiten:
- Todeszeitpunkt: Anhand des Entwicklungsstadiums der Totenflecken kann der Zeitraum seit dem Eintreten des Todes eingegrenzt werden.
- Lage des Leichnams nach dem Tod: Die Verteilung der Flecken zeigt die Position des Koerpers nach dem Eintreten des Todes an.
- Hinweise auf Leichenverbringung: Stimmen die Flecken nicht mit der aktuellen Lage des Leichnams ueberein, kann dies auf eine nachtraegliche Umlagerung hinweisen.
- Todesursache: Ungewoehnliche Faerbungen koennen Hinweise auf Vergiftungen oder besondere Todesumstaende liefern.
Abgrenzung zu anderen Hautveraenderungen
Totenflecken muessen von anderen Verfaerbungen der Haut unterschieden werden:
- Ekchymosen (Blutergüsse): Blutergüsse entstehen durch mechanische Gewalteinwirkung noch zu Lebzeiten und sind unabhaengig von der Lage des Koerpers verteilt. Im Gegensatz zu Totenflecken befindet sich das Blut ausserhalb der Gefaesse im Gewebe.
- Vibices: Blutungsstreifen durch mechanische Einwirkung.
- Hautveraenderungen durch Faeulnis: Im fortgeschrittenen Stadium der Leichenfaeulnis koennen gruenliche Verfaerbungen auftreten, die von Totenflecken zu unterscheiden sind.
Quellen
- Madea, B. (Hrsg.) - Rechtsmedizin: Befunderhebung, Rekonstruktion, Begutachtung. Springer Verlag, 3. Auflage, 2015.
- Pschyrembel Klinisches Woerterbuch. De Gruyter, 268. Auflage, 2020.
- Dettmeyer, R., Verhoff, M., Schütz, H. - Forensic Medicine: Fundamentals and Perspectives. Springer, 2014.
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