Tränendrüse – Funktion, Anatomie und Erkrankungen
Die Tränendrüse ist eine exokrine Drüse, die Tränenflüssigkeit produziert und so die Augenoberfläche befeuchtet und schützt.
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Die Tränendrüse ist eine exokrine Drüse, die Tränenflüssigkeit produziert und so die Augenoberfläche befeuchtet und schützt.
Was ist die Tränendrüse?
Die Tränendrüse (lateinisch: Glandula lacrimalis) ist eine exokrine Drüse, die sich im äußeren oberen Bereich der Augenhöhle (Orbita) befindet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den wässrigen Anteil der Tränenflüssigkeit zu produzieren. Diese Flüssigkeit befeuchtet, ernährt und schützt die Oberfläche des Auges und der Bindehaut. Die Tränendrüse gehört zum sogenannten Tränenapparat, der neben der Drüse selbst auch die Tränenwege umfasst, durch die die Tränenflüssigkeit abgeleitet wird.
Anatomie und Aufbau
Die Tränendrüse ist eine paarig angelegte Drüse, das heißt, sie kommt in beiden Augen vor. Sie liegt im Bereich des Augenlids unter dem Knochen der Stirnbeins (Fossa glandulae lacrimalis) und wird durch den Muskel des Oberlids in zwei Anteile unterteilt:
- Pars orbitalis: Der größere, obere Teil der Drüse, der tief in der Augenhöhle liegt.
- Pars palpebralis: Der kleinere, untere Teil, der sich im Bereich des Oberlids befindet und durch das Umschlagfalten der Bindehaut zugänglich ist.
Etwa 10 bis 12 feine Ausführungsgänge münden in den oberen Bindehautsack und transportieren die Tränenflüssigkeit auf die Augenoberfläche.
Funktion der Tränendrüse
Die Tränendrüse produziert kontinuierlich eine geringe Menge Basistränenflüssigkeit, die die Augenoberfläche feucht hält. Bei Reizung oder emotionaler Reaktion kann die Produktion erheblich gesteigert werden (Reflextränen bzw. emotionale Tränen). Die Tränenflüssigkeit erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:
- Befeuchtung: Sie verhindert das Austrocknen der Hornhaut und Bindehaut.
- Ernährung: Sie versorgt die avaskuläre Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.
- Schutz: Sie enthält antibakteriell wirkende Substanzen wie Lysozym, Immunglobuline und Lactoferrin, die das Auge vor Infektionen schützen.
- Optische Funktion: Sie sorgt für eine glatte Oberfläche der Hornhaut und damit für klares Sehen.
Erkrankungen der Tränendrüse
Dakryoadenitis
Die Dakryoadenitis ist eine Entzündung der Tränendrüse. Sie kann akut (z. B. durch Viren wie Mumpsviren oder Epstein-Barr-Virus) oder chronisch (z. B. im Rahmen von Autoimmunerkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom) verlaufen. Symptome sind Schwellung, Rötung und Schmerzen im äußeren Oberlid.
Sjögren-Syndrom
Beim Sjögren-Syndrom handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der die Tränendrüsen und Speicheldrüsen durch das eigene Immunsystem angegriffen werden. Dies führt zu chronisch trockenen Augen (Keratoconjunctivitis sicca) und trockenem Mund.
Tumoren der Tränendrüse
Neubildungen der Tränendrüse sind selten, können jedoch gutartig (z. B. pleomorphes Adenom) oder bösartig (z. B. adenoid-zystisches Karzinom) sein. Sie äußern sich häufig durch eine langsam zunehmende Schwellung im äußeren Oberlid und erfordern eine gründliche diagnostische Abklärung.
Trockenes Auge (Sicca-Syndrom)
Eine verminderte Funktion der Tränendrüse kann zum Trockenen Auge führen, medizinisch als Keratoconjunctivitis sicca bezeichnet. Betroffene leiden unter Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung und verschwommenem Sehen. Ursachen können altersbedingte Veränderungen, hormonelle Einflüsse, Medikamente oder Autoimmunerkrankungen sein.
Diagnose
Zur Beurteilung der Tränendrüse und ihrer Funktion stehen verschiedene diagnostische Methoden zur Verfügung:
- Spaltlampenuntersuchung: Detaillierte Inspektion der Augenoberfläche und des Lids.
- Schirmer-Test: Messung der Tränenproduktion mittels eines Filterpapierstreifens, der unter das Unterlid gelegt wird.
- Bildgebung: CT oder MRT der Orbita zur Darstellung von Tumoren oder Entzündungen der Tränendrüse.
- Biopsie: Entnahme von Gewebeproben bei Verdacht auf Tumor oder systemische Erkrankung.
Behandlung
Die Behandlung von Erkrankungen der Tränendrüse richtet sich nach der Ursache:
- Entzündungen: Antivirale oder antibiotische Therapie bei infektiöser Ursache; Kortikosteroide bei entzündlich-immunologischen Ursachen.
- Trockenes Auge: Benetzungstropfen (künstliche Tränen), Tränenwegsokklusion oder in schweren Fällen immunsuppressive Augentropfen (z. B. Cyclosporin A).
- Tumoren: Chirurgische Entfernung, ggf. ergänzt durch Strahlentherapie oder Chemotherapie, abhängig von der Dignität des Tumors.
Quellen
- Remington, L. A. - Clinical Anatomy and Physiology of the Visual System. 3. Auflage, Butterworth-Heinemann, 2012.
- Paulsen, F.; Waschke, J. (Hrsg.) - Sobotta Atlas der Anatomie des Menschen. 24. Auflage, Urban & Fischer, 2017.
- Baum, J. L. - The Lacrimal Gland. In: Albert & Jakobiec's Principles and Practice of Ophthalmology. 3. Auflage, Saunders Elsevier, 2008.
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