Trimethoprim: Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Trimethoprim ist ein antibakterielles Medikament, das zur Behandlung von Harnwegsinfektionen eingesetzt wird. Es hemmt die bakterielle Folsaeuresynthese und wirkt dadurch bakteriostatisch.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Trimethoprim"
Trimethoprim ist ein antibakterielles Medikament, das zur Behandlung von Harnwegsinfektionen eingesetzt wird. Es hemmt die bakterielle Folsaeuresynthese und wirkt dadurch bakteriostatisch.
Was ist Trimethoprim?
Trimethoprim (kurz: TMP) ist ein synthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Diaminopyrimidine. Es wird vor allem zur Behandlung von Harnwegsinfektionen eingesetzt und kann sowohl allein als auch in Kombination mit Sulfamethoxazol (als Co-trimoxazol, bekannt unter dem Namen Cotrimoxazol oder TMP-SMX) verabreicht werden. Trimethoprim wirkt gegen eine Vielzahl gram-positiver und gram-negativer Bakterien.
Indikationen
Trimethoprim wird eingesetzt bei:
- Unkomplizierten Harnwegsinfektionen (z. B. Blasenentzuendung, Zystitis) bei Erwachsenen und Kindern
- Akuter Mittelohrentzuendung (Otitis media) bei Kindern, meist in Kombination mit Sulfamethoxazol
- Akuter Exazerbation chronischer Bronchitis (in Kombination)
- Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PCP) – Prophylaxe und Therapie, insbesondere bei immungeschwachten Patienten (in Kombination mit Sulfamethoxazol)
- Reisediarrhoe und bestimmten Magen-Darm-Infektionen (in Kombination)
Wirkmechanismus
Trimethoprim hemmt selektiv das bakterielle Enzym Dihydrofolat-Reduktase (DHFR). Dieses Enzym ist notwendig, um Dihydrofolat in die aktive Form Tetrahydrofolat umzuwandeln, die fuer die Synthese von DNA-Bausteinen (Purine und Thymidylat) unverzichtbar ist.
Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Folsaeuresynthese in der Bakterienzelle blockiert, was dazu fuehrt, dass sich Bakterien nicht mehr teilen koennen. Die Wirkung ist daher bakteriostatisch (wachstumshemmend). Da die menschliche DHFR eine andere Struktur aufweist, ist Trimethoprim fuer den Menschen in therapeutischen Dosen weitgehend unschaedlich.
In Kombination mit Sulfamethoxazol (einem Sulfonamid) wird eine synergistische Wirkung erzielt: Beide Wirkstoffe greifen an unterschiedlichen Stufen der Folsaeuresynthese an, was zu einer bakteriziden (abtotenden) Wirkung fuehrt.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung richtet sich nach Indikation, Alter und Nierenfunktion des Patienten. Allgemeine Richtwerte (fuer Erwachsene):
- Harnwegsinfektionen: 200 mg zweimal taeglich oder 100 mg dreimal taeglich ueber 7 Tage
- Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen: 100 mg einmal taeglich (Langzeitprophylaxe)
- Bei eingeschraenkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich
Trimethoprim ist als Tablette oder Suspension erhaeltlich. Es wird oral eingenommen und gut aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert.
Nebenwirkungen
Trimethoprim wird im Allgemeinen gut vertragen. Moegliche Nebenwirkungen umfassen:
- Haeufig: Uebelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Juckreiz
- Gelegentlich: Erhoehung der Serumkreatinin-Werte (durch Hemmung der tubularen Kreatinin-Sekretion, ohne echte Nierenschaedigung), Hyperkaliamie (erhohter Kaliumspiegel im Blut)
- Selten: Blutbildveraenderungen (Megaloblastenanämie, Leukopenie, Thrombozytopenie) infolge einer Beeinflussung des Folatsstoffwechsels
- Sehr selten: Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Leberfunktionsstoerungen
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Trimethoprim sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Ueberempfindlichkeit gegenueber Trimethoprim
- Schwerer Niereninsuffizienz (ohne Dosisanpassung)
- Megaloblastenanämie infolge von Folatmangel
Wichtige Wechselwirkungen:
- Methotrexat: Erhoehtes Risiko einer Knochenmarksuppression
- Warfarin und andere Antikoagulanzien: Verstaerkung der gerinnungshemmenden Wirkung moeglich
- ACE-Hemmer und Kaliumsparende Diuretika: Erhoehtes Risiko einer Hyperkaliamie
- Phenytoin: Erhoehte Phenytoin-Plasmaspiegel moeglich
Resistenz
Die zunehmende Antibiotikaresistenz stellt auch bei Trimethoprim ein wachsendes Problem dar. Resistenzen entstehen haeufig durch Mutationen im DHFR-Gen oder durch plasmidvermittelte Resistenzgene. In einigen Regionen sind bis zu 20-30 % der E.-coli-Staemme (haeufigster Erreger von Harnwegsinfektionen) gegen Trimethoprim resistent. Vor Beginn einer Therapie sollte daher - insbesondere bei rezidivierenden Infektionen - ein Antibiogramm erstellt werden.
Quellen
- Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Fachinformationen zu Trimethoprim-haltigen Praeparaten. www.bfarm.de
- Mutschler, E. et al. - Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.
- World Health Organization (WHO): WHO Model List of Essential Medicines, 23rd Edition. Geneva: WHO, 2023. www.who.int
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieCytokinprofil
Gerinnungsdiagnostik
Plasmaprotein
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Trimethoprim + Trimethoprime + TMP