Tauroursodeoxycholsäure (TUDCA) – Wirkung & Anwendung
Tauroursodeoxycholsäure (TUDCA) ist eine natürlich vorkommende Gallensäure mit zellschützenden Eigenschaften. Sie wird medizinisch und als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
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Tauroursodeoxycholsäure (TUDCA) ist eine natürlich vorkommende Gallensäure mit zellschützenden Eigenschaften. Sie wird medizinisch und als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
Was ist Tauroursodeoxycholsäure?
Tauroursodeoxycholsäure (kurz: TUDCA) ist eine wasserlösliche Gallensäure, die natürlicherweise in geringen Mengen im menschlichen Körper vorkommt. Sie entsteht, wenn Ursodeoxycholsäure (UDCA) im Darm von Bakterien mit der Aminosäure Taurin konjugiert wird. TUDCA gehört zur Gruppe der sekundären Gallensäuren und ist bekannt für ihre ausgeprägte zellschützende (zytoprotektive) und entzündungshemmende Wirkung.
Wirkmechanismus
TUDCA entfaltet seine Wirkung über mehrere molekulare Mechanismen:
- Hemmung des endoplasmatischen Retikulumstresses (ER-Stress): TUDCA stabilisiert das endoplasmatische Retikulum, ein wichtiges Zellorganell, und verhindert dadurch die Anhäufung von fehlgefalteten Proteinen, die zu Zelltod führen können.
- Antiapoptotische Wirkung: TUDCA hemmt den programmierten Zelltod (Apoptose), indem es mitochondriale Signalwege blockiert, die zur Zellzerstörung führen.
- Antioxidative Wirkung: Die Substanz reduziert oxidativen Stress, der durch freie Radikale verursacht wird und Zellen schädigen kann.
- Entzündungshemmung: TUDCA moduliert entzündliche Signalwege und kann dadurch chronische Entzündungsprozesse abschwächen.
- Gallensäure-Regulation: Als hydrophile Gallensäure verdrängt TUDCA toxische, hydrophobe Gallensäuren aus dem Gallensäurepool und schützt so Leber- und Darmzellen.
Medizinische Anwendungsgebiete
Lebererkrankungen
TUDCA wird traditionell zur Behandlung von Gallensteinen und cholestatischen Lebererkrankungen (Erkrankungen mit eingeschränktem Gallenfluss) eingesetzt. In der klinischen Praxis wird es als Ergänzung zu UDCA bei der primär biliären Cholangitis (PBC) sowie bei alkoholischer und nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD/NASH) untersucht. Studien zeigen, dass TUDCA Leberenzymwerte verbessern und die Leberfunktion schützen kann.
Neurologische Erkrankungen
In der Grundlagenforschung und in frühen klinischen Studien wird TUDCA auf seinen neuroprotektiven Effekt untersucht. Potenzielle Anwendungsgebiete umfassen:
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Eine klinische Studie zeigte, dass TUDCA das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann.
- Alzheimer- und Parkinson-Erkrankung: Präklinische Daten deuten auf einen schützenden Effekt auf Nervenzellen hin.
- Huntington-Erkrankung: Tierstudien zeigen vielversprechende neuroprotektive Wirkungen.
Stoffwechsel und Diabetes
TUDCA kann die Insulinsensitivität verbessern und ER-Stress in Bauchspeicheldrüsen-Betazellen reduzieren, was für die Behandlung von Typ-2-Diabetes relevant sein könnte. Studien am Menschen haben erste positive Effekte auf die Insulinresistenz gezeigt.
Augenerkrankungen
In präklinischen Modellen zeigte TUDCA schützende Effekte auf Netzhautzellen (Photorezeptoren und retinale Ganglienzellen), was es zu einem potenziellen Kandidaten für die Behandlung von Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa oder dem Glaukom macht.
TUDCA als Nahrungsergänzungsmittel
TUDCA ist in vielen Ländern frei als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Es wird häufig von Sportlern und Biohackern zur Leberunterstützung eingesetzt, insbesondere begleitend zu Substanzen, die die Leber belasten können. Typische Dosierungen in Nahrungsergänzungsmitteln liegen zwischen 250 mg und 1000 mg täglich. Klinische Studien verwendeten teils höhere Dosen. Eine medizinische Beratung vor der Einnahme wird empfohlen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
TUDCA gilt allgemein als gut verträglich. In klinischen Studien wurden folgende Nebenwirkungen berichtet:
- Durchfall oder weicher Stuhlgang (bei höheren Dosen)
- Bauchschmerzen oder Blähungen
- Übelkeit (selten)
Bei bestehenden Gallenwegserkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit sollte TUDCA nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Wechselwirkungen mit Medikamenten, die über die Leber abgebaut werden, sind möglich.
Quellen
- Vang S. et al. - The Unexpected Uses of Urso- and Tauroursodeoxycholic Acid in the Treatment of Non-liver Diseases. Global Advances in Health and Medicine, 2014.
- Ozcan U. et al. - Chemical Chaperones Reduce ER Stress and Restore Glucose Homeostasis in a Mouse Model of Type 2 Diabetes. Science, 2006.
- Elia A.E. et al. - Tauroursodeoxycholic acid in the treatment of patients with amyotrophic lateral sclerosis. European Journal of Neurology, 2016.
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