Thyreoglobulinbestimmung – Bluttest zur Schilddrüsenkontrolle
Die Thyreoglobulinbestimmung ist ein Bluttest zur Messung des Eiweißes Thyreoglobulin, das von der Schilddrüse produziert wird. Sie dient vor allem der Verlaufskontrolle nach Schilddrüsenkrebs-Behandlung.
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Die Thyreoglobulinbestimmung ist ein Bluttest zur Messung des Eiweißes Thyreoglobulin, das von der Schilddrüse produziert wird. Sie dient vor allem der Verlaufskontrolle nach Schilddrüsenkrebs-Behandlung.
Was ist die Thyreoglobulinbestimmung?
Die Thyreoglobulinbestimmung ist ein labordiagnostischer Bluttest, bei dem der Spiegel des Proteins Thyreoglobulin (Tg) im Blut gemessen wird. Thyreoglobulin ist ein großes Eiweiß, das ausschließlich in den Zellen der Schilddrüse gebildet wird. Es dient als Vorläuferprotein für die Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Da Thyreoglobulin nur von Schilddrüsengewebe produziert wird, ist seine Konzentration im Blut ein wichtiger Hinweis auf das Vorhandensein und die Aktivität von Schilddrüsengewebe.
Klinische Bedeutung und Anwendungsgebiete
Die Thyreoglobulinbestimmung wird in der Medizin vor allem in folgenden Situationen eingesetzt:
- Verlaufskontrolle nach Schilddrüsenkrebs: Nach operativer Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie) und/oder Radiojodtherapie bei differenziertem Schilddrüsenkarzinom (papillär oder follikulär) sollte der Thyreoglobulinspiegel auf sehr niedrige oder nicht mehr messbare Werte absinken. Ein erneuter Anstieg kann auf ein Rezidiv oder Metastasen hinweisen.
- Therapiemonitoring: Beurteilung des Behandlungserfolgs nach chirurgischen oder nuklearmedizinischen Eingriffen an der Schilddrüse.
- Erkennung von Schilddrüsengewebe-Resten: Nach vollständiger Schilddrüsenentfernung kann die Bestimmung zeigen, ob noch funktionsfähiges Schilddrüsengewebe vorhanden ist.
- Differenzialdiagnose bei Hyperthyreose: In bestimmten Fällen hilft die Bestimmung, verschiedene Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion voneinander zu unterscheiden.
Wie funktioniert der Test?
Die Thyreoglobulinbestimmung erfolgt aus einer einfachen Blutprobe, die aus einer Vene entnommen wird. Im Labor wird die Konzentration von Thyreoglobulin mithilfe immunologischer Messverfahren, sogenannter Immunoassays, bestimmt. Dabei binden spezifische Antikörper an das Thyreoglobulin im Blut, was eine genaue Quantifizierung ermöglicht.
Stimulierter vs. basaler Thyreoglobulinspiegel
Um die Sensitivität des Tests zu erhöhen, kann die Bestimmung sowohl unter basalen Bedingungen (d. h. unter laufender Schilddrüsenhormontherapie) als auch unter TSH-Stimulation durchgeführt werden. Die TSH-Stimulation erfolgt entweder durch vorübergehenden Entzug der Schilddrüsenhormonmedikation oder durch Injektion von rekombinantem humanem TSH (rhTSH). Ein erhöhter Wert nach Stimulation ist sensitiver für den Nachweis von Restschilddrüsengewebe oder Tumorrezidiven.
Thyreoglobulin-Antikörper (Anti-Tg)
Ein wichtiger Aspekt bei der Interpretation der Thyreoglobulinbestimmung ist das gleichzeitige Vorliegen von Thyreoglobulin-Antikörpern (Anti-Tg). Diese Autoantikörper können bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis) auftreten und das Messergebnis des Thyreoglobulins verfälschen, indem sie zu falsch niedrigen oder nicht messbaren Werten führen. Daher wird bei jeder Thyreoglobulinbestimmung routinemäßig auch der Anti-Tg-Spiegel mitbestimmt.
Normwerte und Interpretation
Die Referenzwerte für Thyreoglobulin variieren je nach Labor und verwendetem Messverfahren. Bei gesunden Personen mit intakter Schilddrüse liegen die Werte typischerweise im Bereich von 1,5 bis 60 ng/ml. Nach vollständiger Schilddrüsenentfernung sollten die Werte idealerweise unter der Nachweisgrenze liegen (oft unter 0,1–1 ng/ml, je nach Testmethode). Erhöhte Werte nach Thyreoidektomie sind klinisch verdächtig und erfordern weitere diagnostische Abklärung.
Einschränkungen des Tests
Die Thyreoglobulinbestimmung hat einige wichtige Einschränkungen:
- Interferierende Thyreoglobulin-Antikörper können zu Fehlmessungen führen.
- Unterschiedliche Immunoassay-Methoden verschiedener Labore können abweichende Ergebnisse liefern, weshalb Verlaufskontrollen möglichst im gleichen Labor durchgeführt werden sollten.
- Der Test ist kein geeignetes Screeninginstrument für die allgemeine Bevölkerung und ist nicht zur Erstdiagnose von Schilddrüsenkrebs geeignet.
- Benigne Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Struma, Thyreoiditis) können ebenfalls zu erhöhten Thyreoglobulinwerten führen.
Quellen
- Haugen BR et al. - 2015 American Thyroid Association Management Guidelines for Adult Patients with Thyroid Nodules and Differentiated Thyroid Cancer. Thyroid. 2016;26(1):1-133.
- Schlumberger M et al. - Strategies of radioiodine ablation in patients with low-risk thyroid cancer. New England Journal of Medicine. 2012;366(18):1663-1673.
- Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) - Leitlinie Schilddrüsenkarzinom, AWMF-Registernummer 031-056, 2022.
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