Targetzelle – Definition, Ursachen und Diagnose
Targetzellen sind veränderte rote Blutkörperchen mit charakteristischer Schießscheibenform. Sie treten bei bestimmten Bluterkrankungen auf und sind ein wichtiger diagnostischer Hinweis.
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Targetzellen sind veränderte rote Blutkörperchen mit charakteristischer Schießscheibenform. Sie treten bei bestimmten Bluterkrankungen auf und sind ein wichtiger diagnostischer Hinweis.
Was ist eine Targetzelle?
Eine Targetzelle (auch Target-Zelle oder Schießscheibenzelle genannt) ist ein morphologisch verändertes rotes Blutkörperchen (Erythrozyt), das unter dem Mikroskop wie eine Schießscheibe oder ein Zielkreuz aussieht. Im Zentrum der Zelle ist ein dichter, gefärbter Bereich zu erkennen, der von einem hellen Ring umgeben ist, an den sich wiederum ein gefärbter Außenring anschließt – ähnlich einem Dartscheiben-Muster.
Im medizinischen Fachbereich der Hämatologie (Lehre vom Blut) gelten Targetzellen als wichtige diagnostische Marker, da ihr Auftreten auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen kann.
Entstehung und Ursachen
Targetzellen entstehen durch ein verändertes Verhältnis von Zellmembranfläche zu Zellvolumen. Wenn die Membranfläche im Verhältnis zum Zellinneren zu groß ist oder das Zellvolumen zu gering ist, entsteht die charakteristische Faltenbildung, die im Blutausstrich als Zielscheibenmuster erscheint.
Häufige Ursachen für das Auftreten von Targetzellen sind:
- Hämoglobinopathien: Erbliche Erkrankungen des Hämoglobins wie Sichelzellanämie oder Thalassämie, bei denen abnormes Hämoglobin gebildet wird.
- Eisenmangelanämie: Ein Mangel an Eisen führt zu kleineren, blasseren Erythrozyten mit veränderter Membranstruktur.
- Lebererkrankungen: Bei Lebererkrankungen wie der Leberzirrhose oder einer Hepatitis verändert sich die Zusammensetzung der Blutfette (Lipide), was die Erythrozytenmembran beeinflusst.
- Milzentfernung (Splenektomie): Nach operativer Entfernung der Milz können Targetzellen im Blut auftreten, da die Milz normalerweise veränderte Erythrozyten abbaut.
- Hämoglobin C-Erkrankung: Eine spezifische Hämoglobinopathie, bei der Hämoglobin C vorliegt und besonders viele Targetzellen gebildet werden.
- Obstruktiver Ikterus: Ein Gallenstau kann ebenfalls zur Bildung von Targetzellen führen.
Symptome und klinische Bedeutung
Targetzellen selbst verursachen keine direkten Symptome. Ihre klinische Bedeutung liegt in ihrer Funktion als diagnostischer Marker. Die Symptome, die ein betroffener Patient wahrnimmt, sind auf die jeweilige Grunderkrankung zurückzuführen und können umfassen:
- Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung (bei Anämie)
- Blasse Haut und Schleimhäute
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Gelbfärbung der Haut und Augen (Ikterus) bei Lebererkrankungen
- Schmerzen bei Sichelzellanämie (vasookklusive Krisen)
Diagnose
Der Nachweis von Targetzellen erfolgt durch die mikroskopische Untersuchung eines peripheren Blutausstrichs. Dabei wird ein Tropfen Blut auf einem Glasobjektträger ausgestrichen, gefärbt (z. B. mit der May-Grünwald-Giemsa-Färbung) und unter dem Mikroskop beurteilt.
Ein erfahrener Labormediziner oder Hämatologe kann anhand des Blutausstrichs nicht nur Targetzellen identifizieren, sondern auch andere Veränderungen der Erythrozytenmorphologie erkennen, die zusammen auf die Ursache hinweisen.
Ergänzende Untersuchungen zur weiteren Abklärung können sein:
- Großes Blutbild mit Erythrozytenindizes (MCV, MCH, MCHC)
- Serum-Ferritin und Transferrinsättigung (Eisenstoffwechsel)
- Hämoglobin-Elektrophorese zum Nachweis von Hämoglobinvarianten
- Leberenzyme und Bilirubinwerte
Behandlung
Da Targetzellen ein Symptom einer Grunderkrankung sind, richtet sich die Behandlung stets nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Eisenmangelanämie: Eisensubstitution oral oder intravenös sowie Behandlung der Blutungsquelle.
- Thalassämie: Je nach Schweregrad regelmäßige Bluttransfusionen, Chelattherapie zur Enteisung oder Stammzelltransplantation.
- Sichelzellanämie: Behandlung mit Hydroxycarbamid, Schmerzmanagement, Transfusionen und ggf. Stammzelltransplantation.
- Lebererkrankungen: Therapie der Lebererkrankung, z. B. durch Alkoholkarenz, antivirale Therapie oder Lebertransplantation.
- Nach Splenektomie: In der Regel keine spezifische Therapie notwendig; ggf. Impfprophylaxe gegen Kapselkeimer.
Quellen
- Hoffbrand AV, Moss PAH. Hoffbrand's Essential Haematology. 7. Auflage. Wiley-Blackwell, 2016.
- Longo DL et al. Harrison's Principles of Internal Medicine. 21. Auflage. McGraw-Hill, 2022.
- World Health Organization (WHO). Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia and assessment of severity. WHO/NMH/NHD/MNM/11.1. Genf, 2011. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-NMH-NHD-MNM-11.1
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