Tunica adventitia – Funktion und Bedeutung
Die Tunica adventitia ist die äußerste Schicht der Gefäßwand von Blut- und Lymphgefäßen. Sie besteht aus Bindegewebe und verankert das Gefäß im umliegenden Gewebe.
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Die Tunica adventitia ist die äußerste Schicht der Gefäßwand von Blut- und Lymphgefäßen. Sie besteht aus Bindegewebe und verankert das Gefäß im umliegenden Gewebe.
Was ist die Tunica adventitia?
Die Tunica adventitia (auch Tunica externa genannt) ist die äußerste der drei Schichten, die die Wand von Blutgefäßen und Lymphgefäßen aufbauen. Sie umgibt die mittlere Schicht, die Tunica media, von außen und besteht hauptsächlich aus lockerem Bindegewebe mit kollagenen und elastischen Fasern. Ihre Hauptaufgabe ist die mechanische Verankerung des Gefäßes im umgebenden Gewebe sowie der Schutz vor Überdehnung.
Aufbau und Struktur
Die Gefäßwand ist in drei konzentrische Schichten gegliedert:
- Tunica intima: innerste Schicht, bestehend aus Endothel
- Tunica media: mittlere Schicht, bestehend aus glatter Muskulatur und elastischen Fasern
- Tunica adventitia: äußerste Schicht aus Bindegewebe
Die Tunica adventitia selbst enthält neben Kollagenfasern (vor allem Typ I und Typ III) auch elastische Fasern, Fibroblasten, Fettzellen sowie kleine Blutgefäße, die sogenannten Vasa vasorum (Gefäße der Gefäße). Diese versorgen die Wand größerer Blutgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen. Zusätzlich verlaufen in der Adventitia vegetative Nervenfasern, die als Nervi vasorum bezeichnet werden und die Gefäßweite regulieren.
Funktion
Die wichtigsten Funktionen der Tunica adventitia umfassen:
- Verankerung: Sie verbindet das Gefäß mit dem umliegenden Bindegewebe und Organen und sorgt für seine strukturelle Einbettung.
- Zugfestigkeit: Die kollagenen Fasern verleihen dem Gefäß mechanische Stabilität und verhindern eine übermäßige Dehnung.
- Ernährung der Gefäßwand: Über die Vasa vasorum werden die äußeren Wandschichten großer Gefäße mit Nährstoffen versorgt.
- Nervale Steuerung: Die Nervi vasorum regulieren den Tonus der glatten Muskulatur in der Tunica media und damit den Gefäßdurchmesser.
- Reparatur und Regeneration: Fibroblasten in der Adventitia spielen eine wichtige Rolle bei Heilungsprozessen nach Gefäßverletzungen.
Unterschiede zwischen Arterien und Venen
Bei Arterien ist die Tunica adventitia im Vergleich zur Tunica media relativ dünn, da der arterielle Blutdruck hauptsächlich von der muskulären Mittelschicht aufgenommen wird. Bei Venen hingegen ist die Adventitia die dickste und kräftigste Schicht der Gefäßwand, da der niedrigere Venendruck weniger muskuläre Unterstützung erfordert. Bei großen elastischen Arterien wie der Aorta enthält die Adventitia besonders ausgeprägte Vasa vasorum, da die Gefäßwand zu dick ist, um allein durch Diffusion versorgt zu werden.
Klinische Bedeutung
Die Tunica adventitia ist an verschiedenen Gefäßerkrankungen und klinischen Prozessen beteiligt:
- Arteriosklerose: Entzündliche Prozesse in der Adventitia können zur Entstehung und zum Fortschreiten der Arteriosklerose beitragen. Immunzellen wie Makrophagen und T-Lymphozyten wandern in die Adventitia ein und fördern entzündliche Reaktionen in der Gefäßwand.
- Aortendissektion: Bei einer Dissektion der Aorta kann sich Blut zwischen den Wandschichten ausbreiten. Die Adventitia ist in diesem Fall oft die letzte Schicht, die noch Integrität bewahrt und eine vollständige Ruptur verhindert.
- Aneurysma: Eine krankhafte Erweiterung der Gefäßwand betrifft auch die Adventitia, deren strukturelle Schwächung zum Wachstum des Aneurysmas beiträgt.
- Gefäßchirurgie und Interventionen: Bei chirurgischen Eingriffen wie der Anlage von Bypässen oder der perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA) wird die Adventitia als äußere Haltestruktur genutzt.
- Periadventitieller Fettmantel: Das perivaskuäre Fettgewebe, das die Adventitia umgibt, wird zunehmend als aktiver Regulator der Gefäßfunktion angesehen und ist bei Übergewicht und metabolischem Syndrom verändert.
Quellen
- Schünke M, Schulte E, Schumacher U. Prometheus - Lernatlas der Anatomie: Innere Organe. 5. Auflage. Stuttgart: Thieme Verlag; 2018.
- Libby P, Ridker PM, Hansson GK. Progress and challenges in translating the biology of atherosclerosis. Nature. 2011;473(7347):317-325.
- Ross MH, Pawlina W. Histology: A Text and Atlas. 7th edition. Philadelphia: Wolters Kluwer; 2016.
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