Theophyllin: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Theophyllin ist ein Arzneistoff zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD. Es erweitert die Bronchien und erleichtert so das Atmen.
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Theophyllin ist ein Arzneistoff zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD. Es erweitert die Bronchien und erleichtert so das Atmen.
Was ist Theophyllin?
Theophyllin ist ein bronchodilatatorischer Wirkstoff aus der Gruppe der Xanthine, der vor allem zur Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen eingesetzt wird. Es ist ein natuerlich vorkommendes Alkaloid, das in geringen Mengen in Tee- und Kakaoblaettern vorkommt. In der Medizin wird es synthetisch hergestellt und als Arzneimittel verwendet.
Indikationen
Theophyllin wird hauptsaechlich bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:
- Asthma bronchiale: zur Langzeittherapie und Anfallsprophylaxe
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): zur Erweiterung der Atemwege und Linderung von Atemnot
- Chronische Bronchitis: unterstuetzende Therapie bei Bronchospasmus
- Apnoe bei Fruehgeborenen: in niedrigen Dosierungen zur Atemstimulation
Wirkmechanismus
Theophyllin entfaltet seine Wirkung ueber mehrere Mechanismen:
- Hemmung von Phosphodiesterasen: Durch die Blockade dieser Enzyme wird der Abbau von zyklischem AMP (cAMP) verhindert. Ein erhoehter cAMP-Spiegel fuehrt zur Entspannung der glatten Muskulatur in den Bronchien.
- Adenosinrezeptor-Antagonismus: Theophyllin blockiert Adenosinrezeptoren, die normalerweise eine Bronchokonstriktion (Verengung der Atemwege) foerdern.
- Antiinflammatorische Wirkung: In therapeutischen Konzentrationen hemmt Theophyllin bestimmte Entzuendungsprozesse in den Atemwegen.
- Atemstimulation: Es steigert die Empfindlichkeit des Atemzentrums im Gehirn gegenueber Kohlendioxid.
Dosierung und Anwendung
Theophyllin wird oral als Tablette (meist als Retardform zur gleichmaessigen Wirkstofffreisetzung) oder intravenoes verabreicht. Die Dosierung muss individuell angepasst werden, da die therapeutische Breite des Wirkstoffs sehr eng ist.
Typische therapeutische Serumkonzentrationen liegen zwischen 10 und 20 Mikrogramm pro Milliliter. Regelmaessige Blutspiegelkontrollen sind notwendig, um Unter- oder Ueberdosierungen zu vermeiden. Faktoren wie Alter, Koerpergewicht, Raucherstatus, Lebererkrankungen und gleichzeitig eingenommene Medikamente beeinflussen den Theophyllin-Spiegel im Blut erheblich.
Nebenwirkungen
Theophyllin hat ein vergleichsweise enges therapeutisches Fenster, das bedeutet, die Grenze zwischen wirksamer und giftiger Dosis ist klein. Moegliche Nebenwirkungen sind:
- Leichte Nebenwirkungen: Uebelkeit, Erbrechen, Magenreizung, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, erhoehte Herzfrequenz (Tachykardie)
- Schwere Nebenwirkungen (bei Ueberdosierung): Herzrhythmusstoerun gen (Arrhythmien), Krampfanfaelle, starker Blutdruckabfall, lebensbedrohliche Vergiftungszustaende
Wechselwirkungen
Theophyllin weist zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Substanzen auf:
- Erhoehung des Theophyllin-Spiegels (Vergiftungsgefahr): Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin), Fluorchinolone (z.B. Ciprofloxacin), Cimetidin, orale Kontrazeptiva, Alkohol
- Senkung des Theophyllin-Spiegels (verminderte Wirkung): Rauchen, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin
- Koffein: Koffein ist ein verwandtes Xanthin und kann die Wirkungen und Nebenwirkungen von Theophyllin verstaerken.
Kontraindikationen
Theophyllin sollte nicht oder nur unter strenger aerztlicher Aufsicht eingesetzt werden bei:
- Schweren Herzerkrankungen oder Herzrhythmusstoerun gen
- Akutem Magengeschwuer
- Epilepsie (Krampfleiden)
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Bekannter Ueberempfindlichkeit gegenueber Theophyllin oder anderen Xanthinen
Stellenwert in der modernen Therapie
Mit der Einfuehrung modernerer Bronchodilatatoren, insbesondere inhalativer Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Salbutamol) und langwirksamer Anticholinergika, hat Theophyllin in der Behandlung von Asthma und COPD an Bedeutung verloren. Es wird heute meist als Reservemittel oder ergaenzende Therapie eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirksam sind. In einigen Laendern und bei bestimmten Patientengruppen bleibt Theophyllin jedoch ein wichtiger Bestandteil des Therapieschemas.
Quellen
- Global Initiative for Asthma (GINA): Global Strategy for Asthma Management and Prevention. gina asthma.org, 2023.
- Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD): Global Strategy for the Diagnosis, Management, and Prevention of COPD. goldcopd.org, 2023.
- Mutschler E., Geisslinger G., Kroemer H.K., Menzel S., Ruth P.: Mutschler Arzneimittelwirkungen - Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2019.
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